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Dienstag, 5. Juni 2018

Update

Neue Reviews und neuer Neukauf

 

- Neuer Neukauf

 

- Durch die Hölle

- Tote pflastern seinen Weg

- The Lost Bladesman (komplett überarbeitet)

- The Devil's Candy (Archiv Review)

Durch die Hölle Review

Durch die Hölle

Story:

Yves wird des Mordes beschuldigt. Seine Bezugsperson und ein Psychiater rollen Yves Leben auf, welches von vielen Traumata begleitet wurde, welche aufzeigen, warum aus Yves ein Mörder wurde…

Meine Meinung:

Durch die Hölle ist ein Mix aus «Fake-Doku» im Mondo-Stil und für heutige Verhältnisse harmlose Schmuddel-Story. Der Film wird aus Sicht des Psychiaters erzählt, nüchtern und ernsthaft, um dem Zuschauer weiss machen zu wollen, einen echten Gerichtsfall zu untersuchen.

Dabei kann man schön die vielen Eigenheiten zeigen, welche Yves schon als Kind erlebt, als er bei seiner hübschen Tante aufwächst. Mit Argumenten, die Freud zum Schwelgen bringen würden, zeigt der Film auf, warum aus Yves ein sexueller gestörter, perverserer Mann wird, der am Ende auch vor Mord nicht zurückschreckt.

Der Film zeigt Yves ganze Biographie auf – von Kind bis zum Erwachsenen. Der Film mag für damals schockierend gewesen sein. Doch heute haut das niemand mehr vom Hocker. Der Film ist weder fesselnd, noch schockierend, noch erotisch. Es hat mich z.T. auch an den Schulmädchen-Report Filmen erinnert, wobei diese z.T. erotisch waren, unterhaltsamer im Sinne von amüsanter und z.T. auch unfreiwillig komisch.

Das Problem von Durch die Hölle ist, dass der Film viel zu ernst ist und er es trotzdem nicht schafft, ernst genommen zu werden. So machen sich schlussendlich auch Längen breit.

Ein Film, den man weder kennen noch in der Sammlung haben muss. Höchstens einmal schauen und gleich wieder vergessen…

Infos:

O: Endless Night

Frankreich, Belgien 1972

R: Philip Brottet

D: Yvon Dorval, Alice Arno, Velly Beggar

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 85:44 Min.

Gesehen am: 20.03.18

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von X-Rated vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität. Die deutsche Sprachfassung ist sehr gut. Es liegt noch Englischer Ton vor. Der franz. O-Ton liegt nicht vor. Schade ist, dass es keine wirklichen Extras zum Film gibt. Stattdessen liegt im Mediabook ein Booklet zum 2. Bonusfilm vor (Jess Francos Die perverse Gräfin) und auf DVD liegt noch ein 3. Bonusfilm bei (Sabine S. - Durch Liebe weg vom Stoff).

Tote pflastern seinen Weg Review

Tote pflastern seinen Weg

Story:

Ein Undercover Cop (Ray Lovelock) schleusst sich in eine Gangsterbande ein. Das Ziel ist es, die grossen Hintermänner zu schnappen und die Täter zu finden, welche seine Mutter vor Jahren in den Rollstuhl geschossen haben…

Meine Meinung:

Tote pflastern seinen Weg ist ein grundsolider und guter Polizei/Gangsterfilm aus Italien geworden. Der Film bedient sich bekannten Themen (Rachegeschichte, Undercover-Cop) und bietet inhaltlich keine Überraschungen bis vielleicht auf das offene Ende welches zudem weitere Fragen aufwirft und leider nicht zu Ende erzählt wird.

Ansonsten unterhält der Film prima und die deutsche Synchronisation wertet den Film, wie so oft in dem Genre, zusätzlich auf. Einige Dialoge waren sehr zum Schmunzeln, gerade von Lead Ray Lovelock.

Ray Lovelock war mir bis zu seiner Todesmeldung letztes Jahr (dafür gabs ein überarbeitetes Review zu Let Sleeping Corpses Lie) kein Begriff. Er spielt hier die Hauptrolle als harten Cop mit Rachehintergedanken. Er macht dies, auch in den Action- und Stuntszenen (Motorrad, Lastwagen…) sehr gut. Zudem soll er auch das Lied im Intro gesungen haben. Weitere Filme mit Ray Lovelock in dem Genre: Der Berserker von Umberto Lenzi, Eiskalte Typen auf heißen Öfen (kommt in paar Wochen von filmArt, ist vorbestellbar) von Ruggero Deodato, den eher unbekannten Gangbuster und/oder Junge Mädchen zur Liebe gezwungen (auch hier soll es für Soundtrack verantwortlich gewesen sein).

Der zweite bekannte Name, ein Amerikaner, ist Martin Balsam als Bösewicht. Er macht eine gute Figur (kommt aber nicht an Henry Silva oder Tomas Milian als Bösewichte ran) und war in vielen italienischen Filmen dieser Zeit zu sehen, z.B. in Im Dutzend zur Hölle, Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert oder Zwiebel-Jack räumt auf.

Regie führte ein grosser des Ital. Kinos, auch wenn er nur eine einige Filme gedreht hat: Franco Prosperi, der Urvater des Mondo-Filmes. Regisseur von Mondo Cane 1 + 2, dem Mondo Alle Frauen dieser Welt, Africa addio (kommt demnächst von X-Rated in Langfassung auf Blu-Ray bzw. wurde bereits veröffentlicht), Addio Onkel Tom, Mondo Candido (trotz Titel kein echter Mondo) sowie den gelungenen Tierhorrorfilm Wild Beasts.

Der Film gefällt durch eine unkomplizierte, gradlinige Story (bis auf das Ende), einen sympathischen Lead, solide Mucke und solide in Szene gesetzt Action (Knastprügelei, Motorrad und Lastwagen Verfolgungsjagd, Auto-Stunt, vereinzelte, wenige blutige Shoot-Outs). Kein Highlight, aber gut und für Fans des Genres interessant!

Infos:

O: Pronto ad Uccidere

Italien 1976

R: Franco Prosperi

D: Ray Lovelock, Martin Balsam, Elke Sommer, Heinz Domez

Laufzeit der deutschen DVD: 89:49 Min.

Gesehen am: Mitte März 2018

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von NEW vor = Uncut, Deutscher Ton (Ital. mit deutsche Subs wäre auch an Bord) = sehr gute deutsche Synchronisation, durchschnittliche bis solide Bildqualität.