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Sonntag, 14. Oktober 2018

Faceless Review


 Horroktober 2018 Spezial - Webmaster mit Jess Franco am NIFFF 2008, daraus resultiert auch das Autogramm auf der Faceless DVD:-)

Faceless

Story:

Ein Vater und Arzt (Helmut Berger), dessen Tochter bzw. dessen Gesicht durch Säure entstellt wurde, verschleppt zusammen mit seiner Helferin (Brigitte Lahaie) junge Frauen, um deren Gesichtshaut als Transplantationen für seine entstellte Tochter zu brauchen. Als die Tochter (Caroline Munro) eines reichen Geschäftsmannes entführt wird, schickt dieser einen Privatdetektiv (Christopher Mitchum) los, der die entführte Tochter retten soll…

Meine Meinung:

Jess Francos Remake zu Augen ohne Gesicht (Frankreich / Italien 1960) ist gleichzeitig eine Art Remake seiner eignen Dr. Orloff Filme (z.B. Der Schreckliche Dr. Orloff von 1962) und gleichzeitig eine seiner besten und blutigsten Filme geworden. Weitere Dr. Orloff Filme von Jess Franco: Dr. Orloff’s Monster, The Sinister Eyes of Doctor Orloff.

Ich war auf die erneute Sichtung von Faceless, den ich sicherlich gut 15 Jahre nicht mehr gesehen habe, sehr gespannt. Ich hatte den Film immer als sehr gut in Erinnerung, wobei ich früher Jess Francos Filme viel weniger mochte, als das heute der Fall ist. Wie sollte der Film also heute auf mich wirken? Noch immer sehr gut? Oder zu sehr dem Mainstream verschrieben im Gegensatz zu seinen anderen Streifen wie Two Female Spies with Flowered Panties oder Night Has a Thousand Desires?

Der Film hat mir auch heute noch sehr gut gefallen. Der Film ist im Vergleich zu anderen Streifen mehr dem Mainstream zuzuschreiben und geht fast als Slasher-Film mit erotischen Szenen und Mad Scientist Motiven durch – dazu europäischer Traum-Cast und mehr Effekte als erwartet. In Sachen Effekten war ich überrascht: der Film bietet eine grosse Anzahl an hervorragenden, handgemachten Bluteffekten und in Sachen Blutgehalt und Bodycount ist es sicherlich einer der härtesten, blutigsten und effektivsten Filme von Jess Franco.

Technisch ist der Film aufwändiger als andere Franco Filme und es warten bekannte Namen auf die Fans, wobei zumindest Howard Vernon und Caroline Munro nur Nebenrollen bekommen haben. Howard Vernon war sehr oft im Jess Franco Universum anzutreffen, z.B. in The Bloody Judge, Sie tötete in Ekstase, Jungfrauen-Report oder Die Nonnen von Clichy. Caroline Munro machte sich vor allem im Horrorgenre durch ihre Rolle in Maniac einen Namen.

Was die Hauptfiguren- und Rollen gehen sind es Helmut Berger (Der Tollwütige, Sallo Kitty) und die französische Pornodarstellerin Brigitte Lahaie (The Grapes of Death, The Night of the Hunted, Sabine S. - Durch Liebe weg vom Stoff oder Fascination) die sich in der Geschichte voller entführter junger Frauen, Sex, Operationen und Gewalt, bündeln. Dazu ein garantiert Happy End freies Ende, was will man mehr?

Fazit: Jedem Jess Franco Fan nur zu empfehlen! Eine seiner besten Arbeiten!

Infos:

O: Faceless

Spanien, Frankreich 1988

R: Jess Franco

D: Helmut Berger, Brigitte Lahaie, Telly Savalas, Christopher Mitchum, Stéphane Audran, Howard Vernon

Laufzeit der US-DVD: 98:47 Min.

Gesehen am: Okt. 2006 / Review überarbeitet am: 14.10.18

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Shriek Show vor = Gute Bild- und Tonqualität, Uncut, englischer Ton, Booklet. Die DVD liegt mir originalsigniert vor, da ich Jess Franco 2008 am NIFFF (Neuchatel International Fantasy Film Fest) getroffen habe! Es gibt keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray (Stand: Okt. 2018).

Samstag, 13. Oktober 2018

Inquisition Review

Horroktober 2018 Spezial
Inquisition

Story:

Fossey (Paul Naschy) arbeitet als Inquisitor. Mit seinen Gehilfen führen sie ihre Arbeit in dem kleinen Städtchen Peyriac durch. Fossey verliebt sich in eine junge Frau. Dumm nur, dass diese einen satanischen Hintergrund hat…

Meine Meinung:

Inquisition soll Paul Naschys Regiedebüt gewesen sein – dafür und auch sonst kann sich der Film sehen lassen. Inquisition ist sicherlich einer der besten Filme von / mit Paul Naschy (für Filme mit und von Paul Naschy HIER KLICKEN!). Themen wie Hexenverfolgung, satanische Zeremonien, Folter, Inquisition, nacktes Fleisch und die Pest / Mittelalter sind perfekte Settings für einen Horrorfilm à la Paul Naschy.

Wer oben genannte Inhalte und Filme wie Der Hexenjäger oder Hexen bis aufs Blut gequält mag, wird mit Inquisition bestens bedient. Die Settings sind wunderschön stimmig und Paul Naschy, in einer dreier Rolle agierend, macht einen ausgezeichneten Job als Folter-Chef, der selbst von unzüchtigen Gedanken nicht verschont bleibt.

Zwar sind die Inhalte nicht originell und es gibt auch Längen, doch tut das dem Unterhaltungswert, sofern man Horrorfilmfan ist versteht sich, keinen Abbruch. Nebst Naschy sind auch alle anderen Figuren überzeugend. Es gibt eine grössere Anzahl an sehr schönen Frauen, die das Auge des Zuschauers entzücken wobei es kaum erotische Inhalte gibt.

Nacktes Fleisch ja – aber keine Erotik – dies im Wechsel mit Gewalt und Folter, wenn den armen Frauen Geständnisse durch Folter entlockt werden sollen. Zum Teil ist der Film diesbezüglich recht derb und wartet mit tollen Effekten auf, welche mich überraschten und ich so nicht erwartet hätte.

Optisch gelungen, hypnotisch und surreal wirken im Gegensatz zum restlichen Inhalt die Traum/Visionen-Szenen (satanische Rituale und Zeremonien), die zum Rest des Filmes optisch eine willkommene Abwechslung bieten.

Fazit: einer der besten Filme mit/von Paul Naschy und dessen Fans uneingeschränkt zu empfehlen!

Infos:

O: Inquisición

Spanien 1978

R: Paul Naschy

D: Paul Naschy, Daniela Giordano, Mónica Randall, Ricardo Merino,Tony Isbert

Laufzeit der US-Blu Ray: 90:48 Min.

Gesehen am: 13.10.18

Fassungen: Mir lag die Blu-Ray aus den USA von Mondo Macabro vor = Uncut, Englisch/Spanisch mit englischen Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität, Region All Scheibe. In Deutschland unveröffentlicht (Stand: Okt. 2018).

Freitag, 12. Oktober 2018

Leprechaun Review


Horroktober 2018 Spezial
Leprechaun

Story:

Bei Renovationsarbeiten kommt der irische Kobold, der Leprechaun (Warwick Davis), nach zehnjähriger Gefangenschaft wieder frei. Und er ist auf der Suche nach seinem Gold – eine Goldmünze fehlt – die hat Ozzi ausversehen verschluckt. Der Leprechaun macht es sich zur Aufgabe – auch diese Münze wieder zu finden. Er geht dafür über Leichen…

Meine Meinung:

Leprechaun ist der Auftakt zur viel fortgesetzten Reihe um einen irischen Killerkobold mit magischen Kräften, der der irischen Folklore entsprungen ist. Die Reihe erhielt viele Nachfolger (bis 2018 zählt die Reihe sechs Fortsetzungen, die letzte stammt aus dem Jahr 2014) obwohl die Reihe im Gegensatz zu anderen Horrorreihen sicherlich a) weniger bekannt und b) qualitativ weniger interessant ist. Bekanntere Filmreihen umfassen meiner Meinung nach die Zombiereihe von George A. Romero (z.B. Dawn of the Dead), die Halloween Reihe (z.B. John Carpenters Halloween), die A Nightmare on Elm Street Reihe (z.B. mit dem unterschätzen A Nightmare on Elm Street Part 2), der Texas Chainsaw Massacre Reihe (mit dem Klassiker von Tobe Hooper = Blutgericht in Texas) oder der Freitag der 13. Reihe (da mag ich, ähnlich wie bei Halloween und der A Nightmare on Elm Street Reihe, eigentlich jeden Teil). Habe ich Reihen vergessen? Hellraiser, Candyman und Tanz der Teufel sind auch zu empfehlen, auch wenn sie es z.T. auf weniger Fortsetzungen brachten.

Zurück zu Leprechaun:

Die ersten drei Teile hatte ich immer als gut in Erinnerung. Ich kannte diese seit meiner Jugendzeit. Teil vier (im Weltraum à la Critters 4) ist wirklich Schrott und kann man gleich weglassen. Die teile fünf und sechs müsste ich neu prüfen, die Hip-Hop Inhalte / Settings entsprechen aber gar nicht meinem Geschmack während der letzte Teil, Leprechaun: Origins, mehr eigenständiger aber leider nur durchschnittlicher Monsterhorror geworden ist.

Leprechaun ist leider schlecht gealtert. Von den ersten drei Teilen gefiel mir der 3. immer am besten, gefolgt von Teil zwei und Teil eins war schon immer der schlechteste (nur bezogen auf die ersten drei). Allerdings fand ich diesen aktuell noch etwas mässiger, so dass der Film, wären die Teile zwei und drei nicht in der Box dabei, wohlmöglich sogar aus der Sammlung geflogen.

Der Film ist, mehr oder weniger, kurzweilig und kann man gut sichten. Aber Highlights sind rar gesät. So richtig Horrorstimmung mag nicht aufkommen und für eine Horrorkomödie ist Teil eins, vor allem im Gegensatz zu den Fortsetzungen, noch zu unlustig, so dass nicht jeder lustige Spruch des Koboldes zu überzeugen vermag. Dazu kommen z.T. doofe Figuren (Ozzi), billig in Szene gesetzt und schlecht gefilmte Angriffe des Koboldes und viel Bluteffekte darf man auch nicht erwarten. Dass der Film inzwischen auf eine FSK16 Freigabe runtergestuft wurde, war nur folgerichtig.

Positiv ist Warwick Davis als Leprechaun – der kleinwüchsige (ist das politisch noch korrekt? Heute weiss man ja nie…) Darsteller war natürlich eine perfekte Wahl für den Kobold. Er war auch in den meisten Fortsetzungen wieder mit von der Partie (so à la Robert Englund als Freddy Krüger oder Kane Hodder als Jason Vorhees). Einige seiner Kommentare sind amüsant und sein Aussehen ist gelungen inklusive hübscher Make-Up Maske. Dazu kommt, dass der Film, obwohl von 1993 stammend, mehr an einen 80er Jahre Film erinnert was noch Pluspunkte gab.

So gesehen kann man sich den Film ansehen – ich würde aber die ganze Box mit allen Teilen empfehlen – einzeln lohnt sich leider inzwischen auch Teil eins nicht mehr... 

Gefolgt von: Leprechaun 2 / Leprechaun Returns

Infos:

O: Leprechaun

USA 1993

R: Mark Jones

D: Warwick Davis, Jennifer Aniston, Ken Olandt, Mark Holton, Robert Hy Gorman

Laufzeit der deutschen DVD: 87:42 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet: 12.10.18

Fassungen: Mir liegt die deutsche DVD Box (Teile 1-3) von BMG Video / UFA vor sowie die US-Blu-Ray Box (wegen Teilen 4 bis 7 gekauft) in welcher auf vier Blu-Rays alle sieben Teile enthalten sind. Label: Lions Gate. Gibt es inzwischen auch in Deutschland auf Blu-Ray.