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Sonntag, 26. Juli 2020

Update

Neuer Neukauf und neue Reviews

 

- Neuer Neukauf



- Sangkuriang

- Miss Magic

- The Beasts

- Visitor Q

 

Visitor Q Review


 Webmaster mit Takashi Miike am NIFFF
Visitor Q

Story:

Eine Familie im Ausnahmezustand: Der Sohn wird von Klassenkameraden geschlagen, gedemütigt und gemobbt. Dieser lässt den Frust via Gewalt an seiner drogensüchtigen Mutter aus. Der Vater betrügt seine Ehefrau, unter anderem mit seiner eigenen Tochter, welche als Prostituierte arbeitet. Als ein Fremder in das Leben der Familie tritt, ändert sich alles…

Meine Meinung:

Die meisten Filme von Takashi Miike, die er Ende der 90er und Anfang der 2000er gedreht hat, sah ich mit Ausnahme von Ichi the Killer sehr lange nicht mehr. Die damaligen Releases fanden in der Zeit statt, in welcher ich noch zur Grundschule und/oder danach das Zwischenjahr einlegte. Daher bin ich gespannt, wie Miikes ältere Filme wie Fudoh: The New Generation (1996), Full Metal Yakuza (1997), Dead or Alive (1999) oder Gozu (2003) und Co. heute auf mich wirken.

Nebst Ichi the Killer hat auch One Missed Call die Neusichtung bestanden, leider aber nicht Visitor Q. Trotz schöner Signatur auf dem DVD-Cover von Miike (2019 am NIFFF getroffen) wird der Film nicht in der Sammlung bleiben. Das liegt an folgenden Gründen, die mir bei der aktuellen Sichtung vor Augen geführt wurden:

Ich empfand den Inhalt oder eine mögliche Botschaft als relativ sinnlos. Zudem fand ich den Film, trotz nur 84 Minuten Laufzeit, als relativ langweilig. Vor allem am Anfang und Mittelteil. Der bewusst groteske und provokative schwarze Humor hat viele Szenen der Härte beraubt und mit dem Humor wurde ich allgemein wenig warm. Zündete nur hier und da.

Erst gegen Ende nimmt das Tempo etwas zu, Längen nehmen ab und die Schlussszene hat mir dann doch auch gut gefallen. Die Leistungen der Schauspieler waren, wie sollte es anders sein, stark. Da gibt’s nichts zu bemängeln. Aber einen grossen Mehrwert ausser paar Tabubrüchen in einem Low-Budget Setting mit schrägem Humor gibt es nicht, so dass ich den Film nie mehr schauen werde…

Fazit: Visitor Q ist schlecht gealtert!

Infos:

O: Bijitâ Q

Japan 2001

R: Takashi Miike

D: Ken'ichi Endô, Shungiku Uchida, Kazushi Watanabe, Shoko Nakahara, Fujiko

Laufzeit der deutschen DVD: 84:07 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet: Mitte Mai 2020

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von rem vor = originalsigniert, da Takashi Miike 2019 am NIFFF getroffen, Uncut, O-Ton, deutsche Subs und gute Bildqualität. Geschlechtsteile sind verpixelt (jap. Zensur).

The Beasts Review

The Beasts

Story:

Ah Ling (Patricia Chong Jing-Yee ) und ihr Bruder Ah Wah (Eddie Chen) gehen campen. Dort geraten die beiden an Rednecks (Wong Ching, Kent Cheng, Kwan Kam-Ming, Kwong Joh-Fai, Kwok Man-Bo). Die Folge: Ah Ling wird vergewaltigt und Ah Wah getötet. Der Vater der beiden, Chen Xing (Chan Sing), schwört an den Tätern blutige Rache…

Meine Meinung:

The Beasts, sichtlich inspiriert von US-Filmen wie I Spit on Your Grave, Blutgericht in Texas und Last House on the Left, ist fieses, dreckiges und humorloses Backwood- und Terrorkino inklusive Rape & Revenge Motiven aus Hong Kong (1980) mit düsteren New Wave Vibes. Der komplett im Backwood gedrehte Film baut eine intensive Atmosphäre auf, die sich gekonnt von den modernen Hong Kong Settings (Grossstadt etc.) abhebt.

Chan Sing, 2020 verstorben und schon an der Seite von Sammo Hung (The Iron-Fisted Monk), unabhängigen Produktionen aus Taiwan/HK (Rage of the Wind, Tough Guy) sowie für die grossen Shaw Brothers Produktionen auftretend (The Singing Killer), gibt hier den rächenden Vater, nachdem seine Tochter vergewaltigt (derbe Szene) und sein Sohn getötet werden (ebenfalls sehr fiese Szene).

Der Film, der teilweise nur wenig explizit ist und mehr durch Stimmung, Kameraarbeit, das Fehlen von jeglicher Moral und dem animalischen Schauspiel und Treiben der Gangster-Bande Gewalt erzeugt, ist für Fans, die sich für solchen "Schund" begeistern können, genau das richtige. Aber auch unabhängig davon wird der Film als wichtiger New Wave und Kult-Film angesehen.

Nebst Kameraarbeit und düsterer Atmosphäre überzeugt der Film vor allem durch seine billige Art und Weise und die Einfachheit, mit welcher der Film entstanden ist. Die Kulisse ist toll und noch besser sind jedoch die Darsteller, die im Film mitwirken. Die Opfer sind allesamt solide, dass Chan Sing schauspielern kann weiss der Fan aber die geheimen Stars des Filmes sind die Gangster, die allesamt herrlich übertrieben, böse, fies und schmierig dargestellt werden.

Die Sorte Typen, denen man nachts nicht alleine begegnen möchte. Dazu zählen u.a. ein junger und schon damals adipöser Kent Cheng (Run & Kill) und vor allem Wong Ching (The Chinese Boxer) und Kwan Kam-Ming als Snake. Vor allem letztere Beiden gehen total ab und agieren sehr Irre. Absolute Traum-Performance, welche die Beiden (nebst Kent Cheng) zusammen später erneut unter Beweis stellen sollten (in der Shaw Brothers Produktion Mobfix Patrol).

Nebst Gewalt an Menschen werden auch Tiere im Film alles andere als schön behandelt (Ratte/Maus, Schwein, Schlangen, Käfer, Mehlwürmer, Huhn, Hund) – nur damit man vorbereitet ist für solche Szenen (ähnlich wie im Ital. Kannibalenfilm der damaligen Zeit).

Fazit: Wer dem Genre und Hong Kong Filmen aus der Zeitspanne etwas abgewinnen kann, sollte sich diesen dreckigen Klassiker von Dennis Yu nicht entgehen lassen!

Infos:

O: Saan Gau

HK 1980

R: Dennis Yu

D: Patricia Chong Jing-Yee, Eddie Chen, Chan Sing, Wong Ching, Kent Cheng, Kwan Kam-Ming, Kwong Joh-Fai, Kwok Man-Bo

Laufzeit der HK-DVD: 85:59 Min.

Gesehen am: Nov. 2006 / Review überarbeitet am: 02.05.20

Fassungen: Mir lagen zwei Fassungen vor: Die HK-DVD von Pearl City und das VHS aus Kanada. Um die HK Fassungen (DVD/VCD) gab es Gerüchte, dass diese zensiert sein sollen. Angeblich sollen Gewalt- und Szenen der Vergewaltigung fehlen. Es gibt Bootlegs, die HC Szenen aus anderen Filmen hinzugefügt haben. Ich habe die HK-DVD nun mit dem kanadischen VHS (Dubbed in Franz., schlechtere, dunklere Bildqualität) vergleichen und die Gewaltszenen gegen Menschen, Tiere plus die Rape-Szenen sind identisch. Die kanadische VHS ist aber in zwei unbedeutenden Nacktszenen länger, die auf der HK-DVD fehlen. Ob auf beiden Fassungen weitere Szenen fehlen, weiss ich nicht. Es gäbe noch ein VHS aus Holland und England (sollen Uncut sein, aber Dubbed in Englisch) und eine LD aus Hong Kong (wird auf Wunschliste gesetzt da wunderschönes Cover-Artwork). Nachtrag 03.05.20: Soll in Frankreich von Spectrum Film auf DVD/Blu-Ray kommen. Die Arbeit an Master und Restauration sind schwierig. Dürfte wohl eine O-Ton und nur franz. Subs Fassung werden. Das Label sucht im Moment nach einer Canto 35mm Fassung ohne englische Subs für ihre HD-Restauration. Uncut Franz. Fassungen liegen vor, um ggf. eine Uncut-Fassung zu basteln da die Canto Fassungen ggf. alle zensiert sein könnten.