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Donnerstag, 5. Januar 2023

The Whale God Review




Japanuary 2023

The Whale God 

Story:

 

Ein Killer-Wal terrorisiert ein Fischerdörfchen. Dessen Einwohner setzen zum Kampf gegen das Monstrum an…

 

Meine Meinung:

 

Nach dem Erfolg von Moby-Dick im Jahr 1956 schickten Daiei Film (The Snake Girl and the Silver Haired Witch, Gamera - Guardian of the Universe, 100 Monsters) ihre Variante in die Kinos, wobei sich der Film auf die Geschichte Kujira Gami beruht. Vergleiche mit Moby-Dick sind aber definitiv nicht von der Hand zu weisen. Auf dem Regiestuhl nahm Tokuzô Tanaka (der mehrere Zatoichi Fortsetzungen und den vielversprechend aussehenden The Snow Woman drehte) Platz, die Musik besorgte Akira Ifukube (Godzilla, Frankenstein Conquers the World, King Kong Escapes).

 

The Whale God erinnert dabei an vielerlei Hinsicht an Godzilla: tolle Monster-Effekte, Stimmung durch die s/w Bilder und vor allem auch durch die Musik von Akira Ifukube. Da fühlte ich mich praktisch immer an Godzilla erinnert. The Whale God lag mir in einer nicht untertitelten Fassung vor. Offiziell gibt es keine Fassung mit englischen Untertiteln. Der Plot war mir aber im Voraus klar. Ich habe auch die Erwartungen dem Ist-Zustand angepasst.

 

Mir war durch Reviews bewusst, dass der Film nur am Anfang und vor allem im Finale Szenen mit dem «Whale God» sprich Kaiju-Action bieten würde. Mit anderen Worten: Füllszenen und Längen im Mittelteil. Zumindest wenn man die Dialoge nicht versteht. Per Se sind die Szenen sicherlich nicht uninteressant, aber wenn man den Dialogen nicht folgen kann, ist es nur halb so spannend. Es gibt Prügeleien, Charakterisierungen von Personen, Rituale und Zeremonien und natürlich eine Art Liebesgeschichte. Der Film bereitet quasi für das grosse Finale vor.

 

Die mir unbekannten Darsteller haben ihre Sache ordentlich gemacht. Auf Klamauk jeglicher Art und Weise wird (zum Glück) verzichtet. Weibliche Rollen gibt es auch, aber die Männer dominieren, vor allem in den Action-Szenen. Die Action-Szenen (auf Booten im Meer) sind stark und sehenswert in Szene gesetzt. Beim Tier im Film handelt es sich um eine grössere Variante des pazifischen Nordkaper. Die Effekte sind genau nach meinem Geschmack. Vor allem im Finale. Da bekommt der Nordkaper auch eine Art Seele, wenn er von todesmutigen Japanern zu Tode gestochen wird. Der Film hat dabei auch starke Orca, der Killerwal Vibes.

 

Wer das klassische Kaiju-Genre aus Japan mag, kann durchaus einen Blick riskieren!

 

Infos:

 

O: Kujira gami

 

Japan 1962

 

R: Tokuzô Tanaka

 

D: Kojiro Hongo, Kyôko Enami, Shiho Fujimura, Koji Fujiyama, Shintarô Katsu, Bontarô Miyake

 

Laufzeit der jap. LD: Ca. 100 Min.

 

Gesehen am: Jan. 2023

 

Fassungen: Mir lag die jap. LD von Daiei vor = Gute Bild- und Tonqualität, Uncut, jap. O-Ton, keine Subs. Der Film wurde, so wie es scheint, ausserhalb Japans nie veröffentlicht (Stand: Jan. 2023). Eine offizielle O-Ton Fassung mit englischen Subs ist mir nicht bekannt. In Japan sind zusätzlich zwei DVD-Fassung zu haben. Nachtrag 29.01.24: Für eine 2. Sichtung lag mir nun die neue US-Blu-Ray von SRS Cinema vor = Wendecover, Poster, Region All-Disc, jap. O-Ton mit englischen Subs, neu restauriert. Die Fassung ist aufgrund der englischen Subs und der hervorragenden Bild- und Tonqualität der jap. LD vorzuziehen. Der Film hat die 2. Sichtung bestanden. Die Dialoge helfen, damit auch der Plot, die Motive und die Dramatik funktioniert und die hervorragende Bildqualität lässt die Kaiju-Effekte in neuem Licht erstrahlen.

Mittwoch, 4. Januar 2023

Full Metal Yakuza Review


Japanuary 2023 / Mit Takashi Miike am NIFFF

Full Metal Yakuza

Story:

Rookie-Yakuza Hagane (Tsuyoshi Ujiki) wird Zeuge, wie sein Boss (Takeshi Caesar) in einen Hinterhalt gelockt & getötet wird. Auch er selbst muss sterben. Ein Wissenschaftler (Tomorowo Taguchi) erweckt Hagane zu neuem Leben: als Yakuza Roboter, ausgestattet mit diversen (Körper)teilen und Funktionen seines früheren Bosses. Und Hagane kennt nur ein Ziel: Rache an den Mördern (u.a. Kazuki Kitamura) seines Bosses…

Meine Meinung:

Ein direkt auf Video gedrehtes und veröffentlichtes Frühwerk von Takashi Miike (Graveyard of Honor, One Missed Call, Gozu), welches ich seit dazumal nicht mehr sah. Der Film hat die Neusichtung bestanden, auch wenn Full Metal Yakuza kein Highlight in Miikes Karriere darstellt und es diverse Defizite zu sehen gibt. So ist der Film z.B. mit 100 Minuten Laufzeit zu lang geworden. Es gibt Längen. Auf der anderen Seite zeigt Takashi Miike bereits, was ihn ihm steckt. Später hat er dies nach und nach optimiert und verfeinert, wenn man Produktionen à la Ichi the Killer oder Fudoh: The New Generation anschaut.

Full Metal Yakuza ist ein Mix aus Satire, Yakuza, Action, Sci-Fi und RoboCop Hommage. Etwas Klamauk/Humor, Trash (gewollt und ungewollt), Mad Scientist und S/M-Sex (immerhin handelt es sich um eine Miike!) darf ebenso wenig fehlen. Der Film hatte ein sehr kleines Budget, was an der Optik ersichtlich ist. Ebenso an einigen, wenigen unschönen CGI-Effekten. Dennoch vermag der Film, gerade was handgemachte Blut-Effekte angehen (Blutfontänen) zu überzeugen. Trotz dem kleinen Budget. Der Film käme in der Hinsicht noch besser, gäbe es eine restaurierte Fassung.

Der Film ist vor allem im Yakuza-Setting angesiedelt. Wenn Miike etwas kann, dann Yakuza-Geschichten erzählen. Die Szenen sind glaubhaft und interessant. Der Plot, egal wie dünn und simpel er auch sein mag, nimmt sich Zeit. Es dauert, bis Hagane und sein Boss getötet werden. Auch für den Rache-Plot nimmt sich der Film Zeit. Die Szenen mit dem Mädel und Strand waren am schwächsten, da lahmes Füllmaterial. Das Ende war dann typisch für Miike - interpretierbar, verrückt und fantasievoll! Was das sollte, weiss nur er, falls überhaupt…

Trotz geringfügigem Budget hat Takashi Miike einen tollen Cast vor die Kamera gebracht. Namen wie Tsuyoshi Ujiki (Cure), Takeshi Caesar (Shinjuku Triad Society), Kazuki Kitamura (The Raid 2) oder Tomorowo Taguchi (Tetsuo: The Iron Man) tummeln sich im Film. Sind einige bekannte Gesichter und gar Genre-Grösse aus Japan dabei. Erstaunlich! Man kann von Miike halten was man will, aber sein Erfolg ist nicht von der Hand zu weisen!

Fazit: Full Metal Yakuza ist Miike Fans zu empfehlen! Vor allem jenen, die seine Frühwerke noch nicht kennen!

Infos:

O: Full metal gokudô

Japan 1997

R: Takashi Miike

D: Tsuyoshi Ujiki, Takeshi Caesar, Kazuki Kitamura, Tomorowo Taguchi

Laufzeit der deutschen DVD: 102:46 Min.

Neusichtung am: Jan. 2023

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Asian Film Network vor = bis auf die digitale Zensur von Geschlechtsteilen Uncut, O-Ton, deutsche Subs, mittelmässige Bildqualität. Da wären eine Restauration und Blu-Ray wünschenswert. Es scheint weltweit noch keine Blu-Ray zu geben (Stand: Jan. 2023).

Dienstag, 3. Januar 2023

 Lady Snowblood 2: Love Song of Vengeance Review



Japanuary 2023

Lady Snowblood 2: Love Song of Vengeance

Story:

Yuki (Meiko Kaji) wird von der Polizei verhaftet und zum Tode verurteilt. Auf dem Weg zur Hinrichtung wird sie befreit. Die Täter wollen, dass Yuki für sie mordet. Doch sie schliesst sich der Zielperson an und zieht so den Zorn der Bösewichte auf sich…

Meine Meinung:

Nach dem grossen Erfolg des ersten Teiles (den ich jedoch nicht mehr teilen und nachvollziehen kann) war eine Fortsetzung schnell beschlossene Sache. Titelgebende Lady Snowblood wird erneut von Meiko Kaji (Female Prisoner #701: Scorpion, Hiroshima Death Match) verkörpert, auch wenn sie teilweise arg in den Hintergrund gedrängt wird.

Da mir der erste Teil nicht mehr gefiel hoffte ich insgeheim, dass mir dafür nun der 2. Teil mehr zusagen würde. Ob der Film von Toshiya Fujita der Comic-Vorlage entspricht (oder diese auch fortgesetzt wurde) weiss ich nicht. Der Eindruck entsteht, dass Lady Snowblood in einen politischen Thriller-Crime-Hintergrund, der wohl auch geschichtlich belegt sein könnte, integriert wurde. Plus eine "Love Story".

Und hat sich das gelohnt? Nein! Nicht nur, dass Meiko Kaji teilweise längere Zeit von der Bildfläche verschwindet, so ist die Fortsetzung sogar noch schlechter als der erste Teil. Hier stimmt gar nichts und Hauptgrund ist, dass der Film einfach stinklangweilig ist! Der Film ist lahm, der Plot weder spannend, interessant noch fesselnd und Action bzw. Schwertkämpfe gibt es kaum.

Da wird sogar der 1. Teil unterboten. Auch die Musik war nicht der Rede wert. Da hatte Lady Snowblood mit dem schönen Song Shura no Hana, den Quentin Tarantino auch für Kill: Bill brauchte, die Nase vorn. Auch die neuen Figuren sind nicht interessant, die Love-Story auch nicht und die eine Folter-Szene wirkt gar deplatziert. Was bleibt sind ein-zwei blutige Szenen im Finale.

Fazit: Abgesehen von 1-2 blutigen Szenen im Finale ein absoluter Totalausfall & absolute Zeitverschwendung!

Infos:

O: Shurayuki-hime: Urami Renga

Japan 1974

R: Toshiya Fujita

D: Meiko Kaji, Jûzô Itami, Kazuko Yoshiyuki, Tôru Abe

Laufzeit der deutschen DVD: 89:05 Min.

Neusichtung am: Jan. 2023

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von REM vor = Uncut, Japanisch Ton, deutsche Subs, gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Synchro. Wer den Film mag, sollte Blu-Ray Ausgaben (Arrow Video oder The Criterion Collection) kaufen, da die Qualität der DVD nicht mehr zeitgemäss ist.