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Freitag, 28. November 2025

Paganini

Paganini

Story:

Der Film zeigt das Leben des begnadeten Violinisten Paganini (Klaus Kinski), der sich durch sein Können einen Namen gemacht hat. Künstler auf der einen Seite und Frauenheld auf der anderen Seite, mit all seinen Schattenseiten…

Meine Meinung (Director's Cut):

Als Klaus Kinski (Jack the Ripper, The Hand That Feeds the Dead, Der letzte Ritt nach Santa Cruz) noch für Nosferatu in Venedig vor der Kamera stand, war ihm sein nächstes Projekt, eines seiner persönlichsten Werke, bereits bekannt: er wollte in die Rolle des italienischen Violinisten Paganini schlüpfen. Ein Künstler und eine Legende. Kinski hat seine Version von Paganini auf die Leinwand gezaubert. Er spielte die Hauptrolle (als Paganini), schrieb das Drehbuch und führte Regie (es sollte seine einzige Regiearbeit werden).

Dabei lässt Kinski jedoch auch sein Leben in den Film fliessen. Es ist also nicht nur eine Biografie von Paganini, sondern es steckt auch ganz viel Kinski im Film. Der Film wirkt so, als hätte Werner Herzog Regie geführt (ausgenommen die expliziten Sexszenen und die Tier-Snuff-Momente). Der Film kann definitiv dem Arthouse-Kino zugeschrieben werden. Paganini hat eigentlich kaum einen Plot. Kinski hat auch seine Familie im Film integriert: sein Sohn Nikolai spielt im Film seinen Sohn und seine damalige (deutlich jüngere) und spätere Ehefrau Debora spielt seine Geliebte.

Laut dem Interview mit Debora Caprioglio auf der US-Blu-Ray hätte Kinski auch gerne Nastassja (eine seiner Töchter) im Film gehabt. Diese sei aber, als sie bereits gedrehte Szenen des Filmes (einige der Sexszenen) sah, angewidert gewesen und hätte abgelehnt, was ihren Vater rasend vor Wut gemacht haben soll. Interessantes Detail. In der Tat gibt es viele Sexszenen im Film zu sehen. Der Film ist dabei schön gefilmt. Ausstattung, Kostüme und Settings sind top. Wer das ca. 50minütige Behind the Scenes Spezial (auch auf der US-Blu-Ray zu sehen) gesehen hat, weiss, wie wichtig Kinski auch die kleinen Details waren (inklusive einiger Ausraster). Kinski spielt Paganini toll. Glaubhaft, intensiv.

Fazit: Nicht uninteressant und stimmungsvoll! Für Kinski Fans zu empfehlen (Plus die Extras der US-Blu-Ray)!

Infos:

O: Paganini

Frankreich, Italien 1989

R: Klaus Kinski

D: Klaus Kinski, Debora Caprioglio (als Debora Kinski), Nikolai Kinski, Dalila Di Lazzaro, Tosca D'Aquino, Eva Grimaldi, Beba Balteano

Laufzeit der US-Blu (Director's Cut): 94:13 Min.

Gesehen am: 29.08.25

Fassungen: Mir lag die Region-All-US-Blu-Ray von Vinegar Syndrome vor. Nebst der regulären Kinofassung (angeblich durch die Produzenten und gegen den Willen von Klaus Kinski erstellt) als Hauptfassung liegt auch Kinskis expliziterer Director's Cut vor. Jedoch nur als VHS-Kopie (Vollbild, Englische Sprache, keine Subs, nicht restauriert). In ein bis zwei (Sex)Szenen war die Fassung zu dunkel, sonst hat die dunkle Bildqualität jedoch gut zur düsteren Stimmung des Filmes gepasst. Es gibt Unmengen an interessanten Extras: Cannes-Ausraster von Kinski (ein anderer als jener denn man von YouTube und Co. kennt), ca. 50mintüiges Behind the Scenes Spezial (sehr interessant) und viele exklusive Interviews (das mit Kinskis Ex-Frau Debora Caprioglio kann ich empfehlen). In Deutschland von SPV auf DVD zu haben. Auf dieser befindet sich die Kinofassung (nur mit deutschen Subs) und auch der längere Director's Cut (nur in Englisch ohne Subs).

Donnerstag, 27. November 2025

Nobody 2

 

Nobody 2

Story:

Hutch Mansell (Bob Odenkirk) macht zusammen mit seiner Familie (Connie Nielsen, Christopher Lloyd, Gage Munroe, Paisley Cadorath) in einem Vergnügungspark Urlaub. Doch vor Ort gerät er an lokale Gangster (Sharon Stone, Colin Hanks, Megan Hui, Rochelle Okoye, Daniel Bernhardt), die ihm den Kampf ansagen…

Meine Meinung:

Nobody war bei seiner Veröffentlichung ein Überraschungshit. Vier Jahre später bringt Hollywood die obligatorische Fortsetzung. Aus dem ersten Film kehrt die ganze Familie zurück, der Mittelsmann (Barber) und Hutchs «Bruder» (RZA) sowie der Schweizer Daniel Bernhardt. Letzterer spielt natürlich eine neue Rolle aber erneut einen Bösewicht. Er spielt diesmal eine grosse Nebenrolle und er war erneut für die Action-Szenen (Kämpfe und Choreographie) zuständig.

Zudem holte man sich Alt-Stars wie Sharon Stone (Nico) und den Indonesier Timo Tjahjanto (May the Devil Take You, Codename 13, Headshot, The Night Comes for Us) an Bord. Von dem Film, der erneut eine angenehm kurze Laufzeit aufweist, ging ich ohne grosse Erwartungen an die Sichtung. Ich sah mir einige Tage zuvor nochmals den Vorgänger an, den ich wirklich toll finde. Und das Niveau kann Nobody 2 in jeder Hinsicht nicht mehr erreichen.

Nobody 2 ist  eine unnötige Fortsetzung, auch wenn per se kein schlechter Film. Nobody 2 ist lustig, unterhaltsam und kurzweilig. Aber der Funke springt nicht mehr gleich rüber, wie bei Nobody. Zudem ist der Film zu lustig und die Actionszenen können mit jenen des Vorgängers nicht mithalten. Geniale Szenen wie die Bus-Szene, sucht man hier vergebens. Ich empfand eigentlich nur die Kampfszenen im Arcade-Saal und auf dem Boot als gut. Der Rest war zu billiges John Wick Getue. Einzelne Action-Momente (der Kampf von Daniel Bernhardt gegen RZA) waren sogar richtig schlecht (totale Wackelkamera).

Vom Aufbau her ist Nobody 2 seinem Vorgänger sehr ähnlich. Das ist zuerst Mal sympathisch und bringt die Vibes gekonnt mit in die Fortsetzung. Allerdings ist der Film mehr eine Action-Komödie als ein Actionfilm mit satirischem Unterton. Die Familienmitglieder bekommen viel mehr Screentime (cool war der Name der Katze = Lasagne). RZA mag ich noch immer nicht. Peinliche Darbietung von ihm (als schwarzer Ninja aus Osaka zurückgekehrt). Schade, hat man ihn nicht weggelassen. Die Bösewichte waren im 1. Film besser.

Sharon Stone war ein Witz. Eine Mumie. An Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Kann man als Bösewicht nicht ernst nehmen. Colin Hanks, bekannt aus Dexter, war hingegen gut (stirb am blutigsten). Der Film ist ok und wie gesagt unterhaltsam und kurzweilig, aber gerade im Vergleich zu seinen früheren Werken ist der Werdegang von Timo Tjahjanto (Wechsel nach Hollywood) nicht gelungen. Nach wie vor sind Headshot und The Night Comes for Us seine besten Filme. Danach ging es, zwar langsam aber sicher, bergab. Asiaten verschwenden, wie schon zuvor Jackie Chan und Co., ihr Talent in Amerika.

Fazit: Erreicht nicht die Klasse des Vorgängers!

Infos:

O: Nobody 2

USA 2025

R: Timo Tjahjanto

D: Bob Odenkirk, Connie Nielsen, Christopher Lloyd, Gage Munroe, Paisley Cadorath, Sharon Stone, Colin Hanks, Megan Hui, Rochelle Okoye, Daniel Bernhardt, RZA

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 89 Min.

Gesehen am: 24.08.25

Fassungen: In Bern im Kino gesehen: Originalton mit deutschen Untertiteln, Uncut, ab 16 Jahren freigegeben. Soll in Deutschland (DVD, Blu-Ray, UHD) am 31.12.25 erscheinen.

Mittwoch, 26. November 2025

18 Bronzemen


18 Bronzemen

Story:

Wan (Carter Wong) und Tang (Tien Peng) lernen im Shaolin Tempel 20 Jahre Kung Fu Techniken. Beide verfolgen Motive der Rache. Tang will den Tod von Herrscher Hei (Yi Yuan), der für den Tod seines Vaters (Chang Yi) verantwortlich ist, rächen. Hilfe bekommt er von seiner Schwester (Polly Shang-Kuan Ling-Feng). 

Meine Meinung (Rekonstruierte Originalfassung):

18 Bronzemen dürfte wohl der bekannteste Eastern von Regisseur Joseph Kuo (The Death Duel, The Mighty One, The 36 Deadly Styles) sein. Ich dachte immer, dass wäre die taiwanesische Antwort auf den Shaw Brothers Klassiker Die 36 Kammern der Shaolin. Aber wenn die Daten (der HK-Filmdatenbank) stimmen, wurde dieser erst ein Jahr nach 18 Bronzemen realisiert. Somit war 18 Bronzemen wohl einer der ersten seiner Art. Noch für den Shaw Brothers oder weiteren Arbeiten durch Dritte (Lo Wei und Jackie Chan mit Wooden Man).

Der Inhalt war wegweisend und eine Inspiration. Das harte Training im Shaolin Tempel dient der Rache, es gibt Bronzemänner und am Ende wird ausserhalb des (Shaolin) Klosters gekämpft. Ich sah den Film bisher nur einmal. Das ist sehr lange her (Okt. 2007). Damals sah ich die reguläre HK-Fassung, welche jedoch einer stark veränderten Fassung entspricht, die für den japanischen Markt kreiert wurde. Viele Szenen aus der Original-Fassung, die es früher nur auf VHS und Co. gab, wurden entfernt. Joseph Kuo hat den Film für den jap. Markt mit Szenen aus Filmen wie The Unbeaten 28, Der Bronzeschwur der Shaolin sowie The Blazing Temple aufgepeppt.

Der Film ist solide, aber dennoch kein Kracher. Die Kampfszenen sind gut, aber nicht überragend und zudem waren mir die Helden zu wenig charismatisch. Tien Peng (The Elimination Pursuit) kann sein Talent erst gegen Ende abrufen, Polly Shang (Seven to One) kommt nur im letzten Viertel vor und Carter Wong (The Legendary Strike) war mehrheitlich sehr unsympathisch. Chang Yi (The War of the Boundary) spielt leider nur in einer Flashback-Szene mit d.h. einen sehr kleinen Auftritt. Dennoch: solide und viele Trainings- und Kampfszenen erwarten den Zuschauer = es wird kaum langweilig.

Fazit: Für Kung Fu Fans zu empfehlen!

Gefolgt von: The Return of the 18 Bronzemen

Infos:

O: Shao Lin Si Shi Ba Tong Ren

Taiwan 1975

R: Joseph Kuo Nan-Hong

D: Carter Wong, Tien Peng, Yi Yuan, Chang Yi, Polly Shang-Kuan Ling-Feng

Laufzeit der UK-Blu: 100:50 Min.

Gesehen am: Okt. 2007 / Neusichtung: 18.08.25

Fassungen: Früher sah ich den Film als HK-Fassung via Koch Media DVD. Diese «HK-Fassung» entsprach aber einer massiv stark veränderten Fassung, die dazumal für den japanischen Markt erstellt wurde. Diese wurde mit Szenen aus The Unbeaten 28, Der Bronzeschwur der Shaolin sowie The Blazing Temple integriert. Die Originalfassung gab es nur als VHS-Fassungen. Eureka haben mit ihrer Cinematic Vengeance Box nebst der japanischen Fassung im durchgängigen HD auch eine rekonstruierte Uncut Fassung gebastelt. 90% HD, aber es wurden auch Szenen aus 35mm Prints und VHS (Vollbild-Inserts) integriert. O-Ton mit englischen Subs. Löblich.