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Montag, 20. April 2020

Body Count Review



Webmaster mit Ruggero Deodato am NIFFF - wo er auch die DVD signiert hat

Body Count

Story:

Julia und Robert Ritchie (Mimsy Farmer und David Hess) heissen ihren Sohn Ben (Nicola Farron) zu Hause willkommen. Dieser kehrt allerdings mit diversen Freunden zurück, welche vor Ort campen wollen. Das Camp wurde wegen mysteriösen Morden geschlossen. Mit der unfreiwilligen «Neueröffnung» gibt es auch bald wieder die ersten Toten. Der örtliche Sheriff (Ivan Rassimov) beginnt zu ermitteln…

Meine Meinung:

Body Count ist sicher nicht der beste Film von Ruggero Deodato – dazu gehören wohl Cannibal Holocaust, Der Schlitzer, Cut & Run sowie Jungle Holocaust. Dass man nicht mit jedem Film ein Meisterwerk abliefern kann, ist klar. Daneben hat Ruggero Deodato solide Durchschnittswerke im Genre-Sektor gedreht, z.B. The Washing Machine oder den sehenswerten und guten Ausflug ins Poliziotteschi Genre mit Eiskalte Typen auf heißen Öfen.

Body Count ist etwa auf dem The Washing Machine Level. Der Film von 1986 orientiert sich dabei an seinen US-Slasher Kollegen und wirkt sehr amerikanisch. Daher wird in Body Count schlussendlich auch rein gar nichts Neues geboten. Aber als 08/15 Slasher funktioniert der Film stellenweise, so dass man Body Count dem 80er Jahre Slasher-Fan durchaus empfehlen kann.

Nebst nackter Haut, typischen Genre Klischees, Kindheit-Traumata und einer coolen Alptraum-Szene gibt es blutige (in der deutschen Fassung jedoch stark abgedunkelte) Morde mit einem Killer mit cooler Fratze/Maske, einen schicken Soundtrack von Claudio Simonetti und immerhin Auftritten von Italo-Genre Stars wie David Hess (Der Schlitzer, Last House on the Left), Ivan Rassimov (Der Killer von Wien, Eaten Alive, Die Farben der Nacht) und John Steiner (The .44 Specialist, Magnum 45, Das Verfahren ist eingestellt, vergessen Sie’s!).

Fazit: Kein Highlight aber solider, guter Slasher-Duschschnitt!

Infos:

O: Camping del terrore

USA; Italien 1986

R: Ruggero Deodato

D: Mimsy Farmer, David Hess, Nicola Farron, Ivan Rassimov, Cynthia Thompson, Nancy Brilli, Luisa Maneri, John Steiner

Laufzeit der deutschen DVD: 83:17 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: 09.03.20

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von e-m-s vor = Uncut, Deutsch/Englisch, keine Subs, von Regisseur Ruggero Deodato originalsigniert (am NIFFF getroffen), leider stark abgedunkelt. Eine Blu-Ray scheint es noch nicht zu geben (Stand: März 2020).

Latitude Zero Review

Latitude Zero

Story:

Diverse Forscher werden bei einem Vulkanausbruch fast getötet und von Captain McKenzie (Joseph Cotten) gerettet. Dieser bewohnt eine Unterwasser-Welt, abseits der Menschheit. Der böse Dr. Malic (Cesar Romero) hingegen versucht, diese zu vernichten. Der Kampf beginnt…

Meine Meinung:

Von Latitude Zero war ich etwas enttäuscht. Der Film vom Godzilla und Half Human Regisseur Ishirô Honda (Space Monster Dogora, Matango - Attack of the Mushroom People, Frankenstein Conquers the World, Gorath, Weltraumbestien, The Space Amoeba) ist ausserhalb Japans als Uncut-Fassung eher teuer zu bekommen. Dies gilt sowohl für die vergriffene US- wie auch die deutsche Steelbook-DVD.

Ich habe vielleicht zu viel erwartet. Was mich störte:

Der Anfang (U-Boot Verfolgungsjagd, Flucht vor Torpedos) empfand ich als lahm. So auch den Mittelteil. Wenn der Film seinen Höhepunkt und die besten Szenen erreicht, ist er leider dann viel zu schnell zu Ende. Schade.

Der zweite grösste Negativpunkt ist folgender: die westlichen Darsteller und Figuren waren bis auf die Blondine und Dr. Malic unsympathisch und schlecht gespielt. Dass Japaner hier eher die 2. Geige hinter westlichen Idioten, in einem japanischen Film, spielen, störte mich.

Ansonsten kann ich mich über Latitude Zero nicht beklagen. Dies soll einer der teuersten Filme von Ishirô Honda für Toho gewesen sein (wegen den amerikanischen Schauspielern). Die Miniaturbauten und Effekte sind, wie gewohnt aus dem Genre und von Regisseur Ishirô Honda, eine Augenweide.

Vor allem die Rettung und Fluchtversuch von Dr. Malics Festung waren die Highlights des Filmes, in der auch sonderbare Monster wie auch andere Gefahren (Laser, Säure, Steinbrocken) vorkommen inklusive Mad Scientist Motive.

Fazit: Nicht der erhoffte Kracher wegen Längen und schwachem Cast, für Kaiju- und Toho-Fans dennoch ein gefundenes Fressen.

Infos:

O: Ido 0 daisakusen

Japan, USA 1969

R: Ishirô Honda

D: Joseph Cotten, Cesar Romero, Akira Takarada, Masumi Okada, Richard Jaeckel, Patricia Medina, Mari Nakayama

Laufzeit der US-DVD: 89:20 Min.

Gesehen am: 08.03.20

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Tokyo Shock vor = US- und Japan-Fassung an Bord (Die Original-Fassung aus Japan im O-Ton mit englischen Subs ist zu bevorzugen), sehr gute Bild- und Tonqualität. Gäbe es in Deutschland Uncut von Anolis als Steelbook (Out of stock = man muss tief in die Tasche greifen). Eine Blu-Ray scheint es noch nicht zu geben (Stand: März 2020).

Ghost of Guts Eater Review




Ghost of Guts Eater

Story:

Eine Grossmutter ist vom Krasue Fluch befallen – als fliegender Kopf mit daranhängenden Organen sucht sie nachts Hühner als Futterquelle auf, bis sie von aufgebrachten Dorfbewohnern tödlich verletzt wird. Es gelingt ihr, zu flüchten und den Fluch an ihre Enkelin Bua Klee (Pisamai Vilaisakoi) weiterzugeben. Diese und ihr Ehemann Muang (Sombat Methanee) werden nun vor diverse Prüfungen gestellt. Wird die Ehe bestehen können?

Meine Meinung:

Ghost of Guts Eater, ein sehr seltener Film, der in die Sparte Weird Asian Films gehört, ist nebst Mystics in Bali und The Witch with Flying Head sicherlich der bekannteste Krasue-Film = fliegender Kopf mit daran hängenden Organen sorgt für Angst und Schrecken. Tief in der asiatischen Mythologie verwurzelt (Thailand, Kambodscha, Indonesien) wird der Schrecken immer anders definiert.

In Ghost of Guts Eater hat es der Krasue vor allem auf Hühner und andere Krasue abgesehen. Ein Magier, eine Seele und ein Riese kommen auch vor was phänomenale und fantasievolle Szenen angehen. Der Schrecken, der die Protagonisten in Ghost of Guts Eater befällt, sind Prüfungen im Familienleben. Der soziale Zusammenhalt steht auf der Kippe. Was tun, damit sich der Schrecken positiv beeinflussen lässt? Trägt das Karma dazu bei?

Das sorgt dazu, dass Ghost of Guts Eater, vor allem im Vergleich zu The Witch with Flying Head (1982) und Mystics in Bali (1981), harmloser ist, weniger Effekte bietet und zuweilen mehr als Familiendrama durchgeht als echter Horror. Jedoch ist Ghost of Guts Eater auch deutlich älter (1973) und einer der frühsten Krasue Vertreter seiner Art.

Ich würde Ghost of Guts Eater als Gruselfilm mit melodramatischen Familienszenen benennen. Der Film lohnt sich für Fans trotzdem. Die wenigen Effekte-Szenen sind für das Herstellungsland- und Jahr beachtlich und durch das Cinemascope Breitbild bietet der Film einige wunderschöne Szenen und Natur-Settings (Wasserfälle, Sonnenblumen-Felder etc.).

Eines der optischen Highlights, sehr stimmungsvoll und absolut sehenswert, ist der Vorspann des Filmes mit gezeichneten Bildern. Stimmungsvoll, atmosphärisch, gruselig. Einfach herrlich schön. Ein grosses Plus des Filmes sind nebst erfahrenen Darstellern (Sombat Metanee war dazumal ein absoluter Top-Star, vor allem im thai. Actionfilm) die Tatsache, dass der Film vor allem ernst, düster und dramatisch ausgefallen ist (Schicksal Kind im Finale). Auf sonderbarem asiatischem Klamauk, der ansonsten auch oft im Kino aus Thailand zu sehen ist, wird in Ghost of Guts Eater glücklicherweise verzichtet.

Fazit: Für Krasue und Fans von sonderbaren, asiatischen Filmen zu empfehlen!

Infos:

O: Krasue Sao

Thailand 1973

R: S. Naowaratch

D: Sombat Metanee, Metta Rungrat, Sulaleewan Suwanatat

Laufzeit des schwedischen VHS: Ca. 105 Min.

Gesehen am: 08.03.20

Fassungen: Den seltenen Film gibt es nur in Schweden auf VHS von HB Videofilm Norrköping = Thai. gesprochen, schwedische Subs, Original Widescreen Format, sehr gute Bildqualität, Uncut. Andere Fassungen gibt es nicht (Stand: März 2020). Das VHS ist selten, ein begehrtes Sammelstück und wechselte in Vergangenheit teuer seine Besitzer (Preise von bis 500 USD wurden gezahlt).