Dieses Blog durchsuchen

Dienstag, 5. November 2019

Gewebte Welt


Gewebte Welt

Story:

Liverpool: Cal Mooney und Suzanna jagen hinter einem Teppich her, der eine geheime Welt, Zauber, ein Volk und eine gewebte Welt beinhaltet. Doch auch die Bösewichte, der gierige Händler Shadwell mit seinem magischen Jackett und Immacolata und ihre Hurenkinder (vom Volk der Seher) sind ebenfalls hinter dem Teppich/der Fuge her…

Meine Meinung:

Was für ein Buch! Was für ein kleines Epos! Nebst den Büchern des Blutes (Band eins und zwei) ist dies das beste Werk, welches Clive Barker abgeliefert hat (gefiel mir besser als z.B. Hellraiser) wobei ich gar nicht viel von ihm gelesen habe (aktuell ist Cabal dran). Ich begann es im Sommer (am NIFFF) zu lesen und sofort hat mich die Fantasy-Geschichte in ihren Bann gezogen.

Das Werk ist komplex und erzählt eine spannende und unterhaltsame Geschichte, die fesselt und begeistert. Vor allem den Fantasy-Anteil mochte ich sehr. Die detaillierten Beschreibungen der Fuge, der Zauberer und vor allem auch der Monster d.h. von Immacolata und ihren Hurenkindern (werde auch so im Buch genannt) und/oder das Monster am Ende (Uriel) haben mir extrem gut gefallen.

Interessanterweise fand ich die bösen Figuren (z.B. der fiese und hinterlistige Händler Shadwell, oder der sadistische Cop Hobart) und Geschöpfe interessanter als die guten Zauberer – als Ausnahme bleiben die Menschen-Figuren Cal (sehr sympathisch) und Suzanna (Powerfrau) zurück – die gefielen mir beide auch. Auch die Darstellung des Horrors, von alptraumhaften und surrealen Szenarien bis hin zu den Schauplätzen in und rund Liverpool mochten mich zu überzeugen.

Auch die wechselnden Settings fand ich super – das Kopfkino liess erahnen, hätte man daraus einen Film gemacht, wäre es eine sehr düstere, bisweilen wunderschöne, märchenhaft und stimmungsvolle Szenerie geworden mit ultraspannendem Finale im weissen Schnee (mit einem Detail, welches jedoch vorhersehbar war).

Man sollte sich von der Anzahl Seiten (fast 700) nicht abschrecken lassen und sich an das Fantasy-Werk wagen – ihr werdet es nicht bereuen! Klare Empfehlung für jeden Clive Barker Fan!

Infos:

Autor: Clive Barker

Herausgeber: Phantasia Paperback Horror

Sprache: Deutsch

Buchart: Taschenbuch

Anzahl Seiten: 687

In Deutschland erschienen: Ja.

Roman/Sachbuch: Roman

Donnerstag, 31. Oktober 2019

Spider Labyrinth Review




Horroktober 2019
Spider Labyrinth

Story:

Dozent Alan Whitmore (Roland Wybenga) soll in Budapest zu einem Mitarbeiter Kontakt aufnehmen, dessen Kommunikation mit dem Arbeitgeber in den Staaten zusammengebrochen ist. Als Alan in Budapest ankommt dauert es nicht lang, bis dieser Mitarbeiter ermordet aufgefunden wird. Alan kommt einem tödlichen Geheimnis auf die Spur…

Meine Meinung:

Ende der 80er Jahre kam mit Spider Labyrinth nochmal ein echter Kracher des Italo-Kinos. Der zuerst in den USA und danach in Budapest spielende Film ist typisch «Italienisch», auch wenn hier und da ruhiger im Aufbau als seine Film-Kollegen (Filme von Lucio Fulci und Co). Inhalt: mysteriöse Sekten und ein Hauptprotagonist, der sich nicht mehr sicher fühlen und niemandem mehr vertrauen kann.

Wird er verrückt oder sind alle um ihm herum Angehörige einer Sekte? Eines Spinnenkultes? Da kommt mehr als einmal Dead & Buried, Die Körperfresser kommen, Rosemaries Baby und The Sentinel Stimmung auf. Die Bilder aus Budapest (Film wurde auch von dort mitfinanziert) und der stimmige Soundtrack haben gut zum Gezeigten gepasst.

Die mir unbekannten Darsteller waren ebenso überzeugend und für ihre Rollen gut gewählt. Wie gesagt handelt es sich bei Spider Labyrinth um einen ruhigen Film. Es gibt nicht sonderlich viele Morde und es gibt dazwischen viel Story und Füllszenen. Interessant ist, dass Regisseur Gianfranco Giagni danach mehr oder weniger nur noch im TV-Geschäft und/oder als Doku-Filmer Karriere machte. Schade, denn mehr Filme à la Spider Labyrinth wären wünschenswert gewesen.

Den einzigen Namen, der mir bekannt war, ist folgender: Sergio Stivaletti, der für die hervorragenden Effekte verantwortlich war. Damit sind auch Make-Up Masken, etwas Splatter und am Ende Verwandlungsszenen und Monster-Puppen gemeint (im Finale kann an schon fast von einer The Thing Hommage sprechen). Die Effekte, vor allem im Finale, sind der Wahnsinn, genau nach meinem Geschmack und mehr als sehenswert, da schön skurril und bizarr (und auch Spinnen beinhaltend).

Fazit: Sehr schade, dass der Film eher unbekannt und so wenig veröffentlicht wurde (mehr dazu unter Fassungen). Wo bleibt eine würdige Fassung zu diesem sehenswerten Genre-Film aus Italien? Kann ich jedem Italo-Horrorfilm-Fan ans Herz legen!

Infos:

O: Il Nido del ragno

Italien 1988

R: Gianfranco Giagni

D: Stéphane Audran, William Berger, Bill Bolender, Arnaldo Dell'Acqua

Laufzeit der jap. VHS: Ca. 86 Min.

Gesehen am: März 2015 / Review überarbeitet: Okt. 2019

Fassungen: Mir lag das VHS aus Japan von Columbia und die Laserdisc aus Singapur (oder Taiwan, habe schon beides gehört) vor = Das VHS ist Uncut, bietet eine gute Ton- und Bildqualität, Englisch mit jap. Subs. Die LD aus Singapur stammt von City Entertainment. Die LD sah ich nur einmal. 100% garantiert ob Uncut, bin ich nicht (müsste dazu vergleichen, bin ich zu faul für). Englischer Ton, feste chinesische Subs, Bildqualität aber weniger hell als beim VHS aus Japan = dieses ist zu bevorzugen, auch wenn einmalig Fogging Zensur bei einer Sexszene. Es gibt den Film in Deutschland nur auf VHS (Uncut). Es gibt weltweit nach wie vor keine DVD oder Blu-Ray (Stand: Okt. 2019). Nachtrag 11.03.24: Severin films haben 2024 mit ihrer Vö von Spider Labyrinth eine Lücke geschlossen und für eine der besten Vös im aktuellen Jahr gesorgt. Denn bis dato gab es den Film nur auf VHS oder LD. Es gab weltweit keine DVD und jetzt kommt ein Set mit Postkarte, Schuber, Soundtrack-CD, UHD-Disc und einer Region All Blu-Ray. Der Film ist Uncut und kann in Englisch oder Ital. mit Subs gesehen werden. Es gibt viele exklusivproduzierte Extras und die Bild- und Tonqualität sind absolut fantastisch und hervorragend! Der Film hat die Neusichtung auch bestanden: tolle Optik, schöne Farben, stimmungsvoll und tolle Effekte (vor allem im Finale).