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Donnerstag, 25. Mai 2023

Accident Man: Hitman’s Holiday


Accident Man: Hitman’s Holiday 

Story:

 

Mike Fallon (Scott Adkins) wird gezwungen, den Sohn (George Fouracres) der mächtigen Gangsterbraut Mrs. Zuuzer (Flaminia Cinque) zu retten und diverse Killer (Beau Fowler, Faisal Mohammed, Peter Lee Thomas, Andreas Nguyen), die nach dessen Kopf trachten, auszuschalten. Als Druckmittel wird Mikes Kumpel Fred (Perry Benson) entführt…

 

Meine Meinung:

 

Auf Accident Man: Hitman’s Holiday freute ich mich seit der Sichtung des Trailers. Ich mochte bereits den Vorgänger, aus welchem nebst Scott Adkins (One Shot) noch Ray Stevenson und Perry Benson zurückkehren. Regie führt nicht mehr Jesse V. Johnson (Savage Dog, Triple Threat), sondern die mir unbekannten Kirby Brüder. Scott Adkins hat den Film auch mitfinanziert. Ich würde sagen, dass die Action etwas weniger gut in Szene gesetzt wurde, aber der Film von Beginn an jede Menge Spass macht.

 

Besonders die Kameraführung und optische Spielereien fielen mir in einigen der Kampfszenen negativ auf. Besonders in der ersten Kampfszene von Scott Adkins gegen Sarah Chang wurde mir das deutlich: durch die Kameraarbeit (etwas trostloser Versuch à la The Raid) wirkten die Kampfszenen unecht, fake, billig. Im Verlauf des Filmes werden die Kampf- und Action-Szenen aber besser und besser. Und die Kameraarbeit weniger negativ. Ohne es genug in Erinnerung zu haben würde ich auch sagen, dass der Vorgänger aufwändiger war. Das wird vor allem zu Beginn und Ende (die Explosionen) deutlich (ultramieses CGI). Wo der Film hingegen punktet ist der Humor, der grossen Unterhaltungswert, die diversen Killer und Scott Adkins ist einfach gut drauf.

Humorvolle Rollen stehen ihm, wie sie auch Van Damme (Desert Heat) gut getan haben. Zudem wird Scott Adkins Liebe und Verbindung zum HK-Actionkino deutlich, wenn in den Dialogen Wong Fei-Hung, Gweilo oder kantonesische Vulgärausdrücke wie pūk gāai verwendet werden. Scott Adkins startete seine Karriere, wenn auch in Klein- und Nebenrollen, im HK-Kino (z.B. Black Mask 2). Die Darsteller, die die Killer und Kämpfer spielen, sind auch in anderen Action-Filmen wie Boyka: Undisputed IV, Avengement oder Chinese Zodiac zu sehen. Aber es sind keine wirklich bekannten Namen (in der Filmwelt). In ein-zwei Szenen ist der Humor sehr pubertär (Link HK-Kino) und die Action-Szenen/Kills sehr splatterig. Was die Killer angehen, war der Clown fast am interessantesten, da dieser keinen Schmerz wahrnimmt.

Zara Phythian, die aufgrund sexuellen Missbrauchs an einer Jugendlichen zu acht Jahren haft verurteilt wurde, wurde nicht aus dem Film geschnitten. Aber sie wird in den Credits nicht erwähnt. Ray Stevenson, der überraschend 58jährig verstorben ist (21.05.23), ist in einer Nebenrolle zu sehen. Dass er im 1. Teil mitwirkte, hatte ich schon vergessen. Mir war er bekannt aus Rom, einer extrem guten und sehenswerten Serie von HBO. Absolut starke Leistung von ihm. Ich werde ihn immer mit Rom in Verbindung bringen. Seine Punisher-Version (Punisher: War Zone) fand ich ok, aber da hat er halt gegen den Dolph (Lundgren = The Punisher) keine Chance. Ihm zu Ehren wurde nun Accident Man: Hitman’s Holiday gesichtet, der auf der Wunschliste stand!

 

Fazit: Wer den ersten Teil mochte, kann bedenkenlos zugreifen! Amüsant, unterhaltsam und lustige Actionkomödie!

 

Infos:

 

O: Accident Man: Hitman’s Holiday

 

Großbritannien 2022

 

R: George Kirby, Harry Kirby

 

D: Scott Adkins, George Fouracres, Flaminia Cinque, Perry Benson, Sarah Chang, Ray Stevenson, Beau Fowler, Faisal Mohammed, Peter Lee Thomas, Andreas Nguyen

 

Laufzeit der VoD Fassung: Ca. 96 Min.

 

Gesehen am: 22.05.23

 

Fassungen: Den Film gibt es bisher nur als VoD-Fassung. Es gibt keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Mai 2023) bzw. nur in den USA gibt es mind. eine DVD (von Samuel Goldwyn Films in Englisch mit englischen Subs).

Mittwoch, 24. Mai 2023

Update

Zu Ehren von Helmut Berger, der am 18.05.23 verstorben ist, gab es eine Neusichtung zum Epos Salon Kitty und damit ein neues Review:


- Salon Kitty


Andere Filme mit Helmut Berger:


- Der Tollwütige

- Faceless



RIP Helmut Berger





 

Salon Kitty

Salon Kitty 

Story:

 

Berlin 1939: SS-Offizier Helmut Wallenberg (Helmut Berger) tauscht die Prostituierten von Kitty Kellermanns (Ingrid Thulin) Bordell mit Agentinnen des Nazi-Regimes aus. Zusätzlich verwanzt er die Räumlichkeiten, um Infos zu erlangen und Druckmittel zu besitzen. Doch als eine Prostituierte (Teresa Ann Savoy) hinter das Geheimnis kommt, planen sie und Kitty, Wallenberg das Handwerk zu legen…

 

Meine Meinung:

 

Zu Ehren des österreichischen Schauspielers Helmut Berger gab es eine Neusichtung von Tinto Brass Epos Salon Kitty, der auf einer wahren Begebenheit beruhen soll. Helmut Berger verstarb am 18. Mai dieses Jahres. Ihm zu Ehren gönnte ich mir eine Neusichtung von Salon Kitty, den ich bisher nur einmal (vor weitaus mehr als zehn Jahren) gesehen habe. Ich wusste nicht einmal mehr, dass Helmut Berger im Film mitwirkt…

 

Wer Tinto Brass andere Filme (Caligula) kennt, weiss, was ihn erwartet: schriller Glanz, Geschmacklosigkeiten, hohen Produktionsstandorts, Provokationen, wunderschöne Sets und Kostüme (von Ken Adam), Overacting, ein Euro-Cult Cast zum Zunge schnalzen. Einzelne Inhalte erinnern dabei an Gestapo's Last Orgy, Love Camp 7, Deported Women of the SS Special Section (aufgrund John Steiner), Private House of the SS-Girls oder Die 120 Tage von Sodom.

 

Im Vergleich ist Salon Kitty jedoch klar aufwändiger (Budget) aber auch harmloser (Gewalt, Effekte, Folterungen). Salon Kitty legt den Inhalt / das Gewicht nicht darauf, mit Gewaltexzessen und Folter zu "unterhalten". Der Film überzeugt durch die Bilder, die Ideen, die Dialoge und das Schauspiel. Helmut Berger, von dem ich nur ganz wenig gesehen habe, u.a. den grandiosen Der Tollwütige oder seine Rolle in Jess Francos Faceless inklusive Gastauftritt in der Kult-Serie Der Alte, ist der grosse Star des Filmes.

 

Jede Szene mit ihn ist ein Genuss! Starke Leistung von ihm! Der bereits kurz erwähnte John Steiner (The .44 Specialist, Tenebrae, Das Verfahren ist eingestellt, vergessen Sie’s!) mochte ich auch. Er hat mich schon in Deported Women of the SS Special Section überzeugt und tut das auch hier: seine Art den fiesen Nazi zu spielen ist sehr charismatisch und bleibt in Erinnerung. Bei den Frauen gibt es viel Schönes zu sehen. Wer mich jedoch nicht sonderlich überzeugt, sondern durch ihr Overacting (und den Englischen Dub, mehr dazu unter Fassungen) sehr nervte, war Ingrid Thulin. Die Puffmutter. Ihre Szenen oder jene ihrer Mitreiter waren mir oft zu schrill, zu tuntig, zu abgedreht. Cabaret mässig. Kein Setting für mich. Solche Szenen störten mich zuletzt schon in Die 120 Tage von Sodom, der jedoch deutlich laienhafter war.

 

Fürs Auge bieten dann die Damen wie Teresa Ann Savoy oder Tina Aumont etwas. Und wer Nazi-Settings mag, wird in dem Film voll auf seine Kosten kommen. Aber mehr in Sachen Kunstform. Ja, in einzelnen Szenen will der Film auch klar schocken, wenn Adolf Hitler mit Jesus vergleichen oder die Nazi-Agentinnen mit Behinderten oder Zwergen in Sachen Erotik ausgebildet werden. Aber die Szenen sind, wie das Schauspiel einiger Beteiligten, zu übertrieben, um wirklich zu schocken. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Laufzeit: mit einer Laufzeit von über zwei Stunden ist der Film dann doch auch zu oft zu lang geraten = es gibt auch lahme Füllszenen und Längen. Negativ wirkt sich der schlechte Englische Dub auf den Film und die Qualität aus. Mehr dazu unter Fassungen…

 

Fazit: Extrem starke Leistung von Helmut Berger! Wer das europäische Sexploitation-Kino der 70er voller Erotik, nackter Tatsachen, Schmuddel und Sleaze mag, wird in Salon Kitty voll auf seine Kosten kommen!

 

Infos:

 

O: Salon Kitty

 

Deutschland, Italien, Frankreich 1976

 

R: Tinto Brass

 

D: Helmut Berger, Ingrid Thulin, Teresa Ann Savoy, John Steiner, Tina Aumont, Dan van Husen

 

Laufzeit der US-DVD: Ca. 133 Min.

 

Neusichtung am: 21.05.23

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Blue Underground vor = Code Free, Englisch/Ital. mit englischen Subs, Uncut, gute Bild- und Tonqualität. Den englischen Dub fand ich, zuweilen mit dem hysterischen Gekreische im Film, mehrfach nervend, billig und unerträglich. Die deutsche Synchro ist, was ich anhand von Clips gesehen habe, qualitativ die beste Fassung und wertet den Film wohl zusätzlich auf. Mit anderen Worten: die US-DVD wird entsorgt und der Film bekommt in Zukunft in Deutsch nochmal eine Chance (die deutsche Blu-Ray ist auch erstmalig in Deutsch/Ital. mit Subs und Uncut erhältlich).