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Donnerstag, 16. Juli 2020

Murderer Review

NIFFF 2010 Spezial
Murderer

Story:

Inspektor Ling Guang (Aaron Kwok) wird ohnmächtig und mit Erinnerungslücken an einem Tatort vorgefunden. Das Opfer: Lings Partner Tai (Chen Kuan-Tai), der Wunden von einem Handbohrer aufweist – wie schon diverse Opfer vor ihm. Ling Guang und sein Team beginnt zu ermitteln. Mysteriöse Hinweise verdeutlichen, dass Ling Guang etwas mit den Morden zu tun haben muss…

Meine Meinung:

Murderer schien mir 2010, als ich den Film am NIFFF sah, gefallen zu haben. Dies entnehme ich meinem alten Review und der Tatsache, dass ich mir die DVD aus Hong Kong zulegte. Zehn Jahre später erst, kams nun zur Neusichtung und Murderer gefällt mir gar nicht mehr und die DVD fliegt aus der Sammlung. Warum mir der Film damals zusagte, ist mir aktuell ein absolutes Rätsel.

Murderer bietet nämlich leider kaum etwas, was gefällt. Es gibt nur zwei Aspekte, die mir aktuell gefallen haben:

1. Schöne Bilder aus Hong Kong

2. Shaw Brothers Legende Chen Kuan-Tai (The Master) in einer Nebenrolle.

Letzterer darf den Film mit einem blutigen Effekt und Stunt starten (die offene Bein-Fraktur war sehenswert und schmerzhaft anzusehen), danach geht es bergab.

Der 2stündige Film ist absolut langweilig und es passiert kaum etwas. Die Story ist uninteressant, lahm und nicht wirklich spannend. Die ganzen Flashbacks nerven und erinnern an billige TV-Serien wie CSI und Konsorten-Schrott.

Der Film fängt zwar sehr vielversprechen an, kann das Tempo jedoch nicht halten, welches der Film zunächst vorgibt. Nebst Längen überzeugen auch Story und Aufklärung, die sichtlich überraschend sind, nicht. Diese sind an Lächerlich- und Unglaubwürdigkeit kaum zu überbieten. Dazu kommt teilweise grottenschlechtes Schauspiel von Aaron Kwok (Close Escape, China Strike Force, Port of Call), welches schon beinahe unfreiwillig komisch wirkt.

Kaum zu glauben, dass er für die Rolle des besten Schauspielers nominiert war und Regisseur Roy Chow Hin-Yeung für den besten Regisseur – dies zeigt nur, wie tief das Kong Kong Kino im Vergleich zu früher gesunken ist. Roy Chow Hin-Yeung ist mir bis auf den zwei Jahre entstandenen Rise of the Legend auch unbekannt.

Besser machten es Chen Kuan-Tai und Dream Home Star Josie Ho in einer Nebenrolle. In einer weiteren Nebenrolle ist ein alternder Chin Ka-Lok zu sehen, der im HKer Kino der goldenen Generation oft zu sehen war (The Vengeance of Six Dragon, The Tantana, Operation Scorpio, Drunken Master 2 etc.). Er bleibt unauffällig.

Fazit: Murderer lohnt sich in keiner Art und Weise. Stinklangweilig und schlechter Film…

Infos:

O: Saat Yan Faan

HK 2009

R: Roy Chow Hin-Yeung

D: Aaron Kwok, Janine Chang, Josie Ho, Eddie Cheung, Chen Kuan-Tai

Laufzeit der HK-DVD: Ca. 121 Min.

Gesehen am: NIFFF 2010 / Review überarbeitet am: 16.04.20

Fassungen: Mir lag die Code drei DVD von Edko aus Hong Kong vor = Schuber, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: April 2020).

Tricky Brains Review

Tricky Brains

Story:

Macky (Waise Lee) will Chi (Andy Lau) aus der Firma haben. Gründe: Chi wurde befördert und er und die Tochter der Chefs, Lucy (Rosamund Kwan), mögen sich. Für Mackys Geschmack zu sehr. Er begehrt Chis Platz und will Lucy an seiner Seite sehen. Daher beauftragt Macky Jing Koo (Stephen Chow), um Chi und dessen Vater (Ng Man Tat) zu täuschen und durch Tricks und List aus der Firma zu mobben…

Meine Meinung:

Stephen Chow (The Mermaid) hat seine besten Filme Anfang der 90er gedreht. Die Sichtungen der Filme sind bei mir schon mehrere Jahre her. Aber ich erinnere mich an sehenswerte, lustige und unterhaltsame Filme wie When Fortune Smiles, Fist of Fury 1991, die Fight Back to School Reihe, The Magnificent Scoundrels, Justice, My Foot!, From Beijing with Love, Love on Delivery, Out of the Dark oder The God of Cookery. Seine besten Filme hatte er von Anfang bis Mitte der 90er Jahre. Dazu zählt auch Tricky Brains.

Wem oben genannte Filme zusagten, kann sich bedenkenlos an Tricky Brains wagen. Der Film von und mit Wong Jing (The New Legend of Shaolin, The Last Hero in China) ist höchst spassig, unterhaltsam und bietet viel Abwechslung und trotz Humor auch genug Herz, um zu überzeugen. Wong Jing, der auch eine kleine Nebenrolle spielt, lässt einen sympathischen Haufen auflaufen, dem es einfach nur Spass macht, zuzuschauen!

Stephen Chow und sein komödiantisches Talent und sein Spiel mit seiner Mimik ist einfach unglaublich. Er ist voll in seinem Element und man bekommt als Fan gar nicht genug von ihm! Ng Man Tat (Tiger Cage, My Heart Is That Eternal Rose), der in unzähligen Filmen Seite an Seite mit Stephen Chow spielte, harmoniert blind mit ihm. Andy Lau (Shock Wave, Proud & Confidence), Rosamund Kwan (Vengeance Is Mine, The Last Duel) und Chingmy Yau (Satan Returns, Deadly Dream Woman) sind die weiteren Hauptrollen, während Waise Lee (Mountain Warriors, Fatal Chase) als Bösewicht und Nebenrolle als einziger etwas blass und unterkühlt bleibt. Shing Fui-On (Who’s Killer, Ghost Killer) als Gastauftritt leitet den Film mit einer amüsanten und sehenswerter Eröffnungssequenz ein.

Wer es gerne lustig, verrückt, originell, rasant und mit Gefühl und Herz mag, ist mit dieser Stephen Chow Komödie bestens dran! Gehört zu seinen Top-Rollen/Filmen = Klare Empfehlung von meiner Seite her!

Infos:

O: Jing Gu Jyun Ga

HK 1991

R: Wong Jing,

D: Stephen Chow, Andy Lau, Ng Man Tat, Waise Lee, Wong Jing, Rosamund Kwan, Chingmy Yau

Laufzeit der HK-DVD: Ca. 108 Min.

Gesehen am: 15.04.20

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von Vicol vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs. Gibt bisher keine Blu-Ray und/oder eine deutsche Fassung (Stand: April 2020).

Karate King Review

Karate King

Story:

Lu Fu (Chin Han) büsst seine Freiheitsstrafe ab. Als er aus dem Gefängnis kommt wird er mit den Tatsachen der unschönen Wahrheit konfrontiert: sein Bruder (Lung Fei) arbeitet mit den Russen zusammen und nimmt das Dorf und die Bewohner aus. Er tyrannisiert diese. Zudem hat er Lu Fus Freundin (Shih Szu) entführt. Lu Fu macht es sich zur Aufgabe, seinen Bruder zu stoppen. Und dann sind da noch die Japaner (Lee Wai, Shih Chung-Tien), die auch mitmischen wollen…

Meine Meinung:

Karate King war ein seltener Film der Shaw Brothers. Grund: dieser wurde zwar von Celestial wie die meisten anderen Titel restauriert, aber nicht veröffentlicht. Zu VCD/DVD Zeiten kam Karate King, dessen englischer Titel The Champion lautet, nicht raus. Ebenso wenig in der Ziieagle-Box. Erst ein deutsches Label sorgte nun dafür, dass der Film eine Blu-Ray Weltpremiere erfuhr und machte damit viele Shaw Brothers Fans glücklich!

Karate King empfand ich als sehr solide. Die erste Filmhälfte gefiel mir etwas schlechter. Die Story um den Bruderkonflikt war phasenweise etwas zäh und die Action-Szenen zwar vorhanden, aber nur wenig spektakulär. Sieht aus wie in vielen anderen 70er Jahren Kung Fu Filmen. Von den Shaw Brothers ist man andere Qualitäten gewohnt. Doch ab Mitte des Filmes wird der Film besser.

Nach dem Bruderkonflikt kommen die bösen Japaner und diese sind ein anderes Kaliber: dem Helden werden die Hände verletzt, so dass er damit nicht mehr kämpfen kann. Ein Handicap, ein gern gesehenes Motiv im Eastern/Kung Fu Film – siehe Filme wie The One-Armed Swordsman, Wu Xia, Six Kung Fu Heroes oder King Boxer. Und die damit verbundenen Action-Szenen gewinnen an Intensität, da sich der Held neu erfinden muss, um gegen den Gegner bestehen zu können.

Die Actionszenen werden ab Mitte des Filmes qualitativ besser. Ausserdem tritt nun auch Shih Szu mehr in Erscheinung in Sachen Action-Szenen. Ihre Kampfszenen haben mir gut gefallen. Chin Han war halt in seiner Ausführung gegen Ende limitiert aufgrund des Drehbuchs. Am besten gefallen haben mir die Bösewichte:

Lung Fei (The Green Jade Statuette, Kung Fu Mama, Im Würgegriff der gelben Schlange), Lee Wai als japanische Schwertkämpferin und Shih Chung-Tien als Japaner. Auf Shih Chung-Tien wurde ich zuletzt und erst vor kurzem aufmerksam (The Death Duel von Joseph Kuo) – aber er hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen, so dass er mir in Karate King gleich bekannt vorkam. Und er passt gut in die Rolle von Bösewichten.

Fazit: Wer die 70er Jahre Kung Fu Filme mag (vor allem Basher), in denen vor allem klassisch und ohne Waffen gekämpft wird, der wird an Karate King sehr grosse Freude haben! 

Infos:

O: Hao Ke

HK 1973

R: Chu-Got Ching-Wan, Yang Ching-Chen

D: Lung Fei, Lee Wai, Shih Chung-Tien, Shih Szu, Chin Han

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: Ca. 91 Min.

Gesehen am: 07.04.20

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Koch Media vor. Premiere – den Film gab es bisher weder auf VCD, DVD, Blu-Ray und auch nicht in der Ziieagle-Box. Zur Koch Media Disc = Uncut plus Langfassung (= Uncut plus Frame-Cuts Szenen hinzugefügt), O-Ton, deutsche Subs, erstklassige Bild- und Tonqualität. Ausnahme: die eingefügten Szenen (Frame-Cuts) stammen von einer VHS. Es sind aber auch Action-Szenen oder Dialoge, die für die Story wichtig sind, von Frame-Cuts betroffen, so dass ich klar die Langfassung empfehle. Beim Authoring der Disc scheint es Probleme gegeben zu haben: einige Szenen, immer wieder durch den ganzen Film, werden plötzlich in Zeitlupe gezeigt – immer für ganz kurze Zeit bis das Bild wieder die normale Geschwindigkeit erreicht. Sicher kein Stilmittel, sondern eine technische Panne…