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Montag, 27. September 2021

Wooden Man Review


Wooden Man

Story:

 

Ein stummer Shaolin-Kämpfer (Jackie Chan) lässt sich heimlich von diversen Meistern (u.a. Chin Kang, Chang Ping-Yu) ausbilden, um den Tod seines Vaters zu rächen…

 

Meine Meinung:

 

Wooden Man ist eine sehr solide Jackie Chan (Fearless Hyena II, Eagle Shadow Fist) und Lo Wei (Summons to Death, The Kung Fu Kid) Zusammenarbeit. Die beiden haben zusammen vor Jackie Chans Durchbruch mit Snake in the Eagle’s Shadow und Drunken Master mehrere solide Filme gedreht, unter anderem Dragon Fist, Spiritual Kung Fu, Magnificent Bodyguards, To Kill with Intrigue, The Killer Meteors oder New Fist of Fury.

 

Bis auf Dragon Fist sah ich diese Titel seit Ewigkeiten nicht mehr und weiss so gut wie nichts mehr. Wooden Man hat mir gut gefallen und die Neusichtung bestanden. Der Film bietet mehrere typische Inhalte, die Kung Fu-Film Fans bestes kennen: Shaolin Kloster, "36 Kammern der Shaolin" Prüfungen, Schüler-Meister Story, Rache-Motive, aus Freunden werden Feinde oder wie aus einem vermeintlichen Schwächling am Ende der Held wird. Solche Inhalte mag ich in dem Genre.

 

Der Film ist durch und durch solide, unterhaltsam und kurzweilig. Es gibt wenig Klamauk. Der Film versucht mit Ausnahme von Chiang Kams Rolle eher ernst zu sein. Jackie Chan als Rächer macht seine Sache ordentlich, wie auch Chin Kang (Thou Shall Not Kill ... But Once) als Bösewicht. Die Choreographie ist gut und i.O. Jackie Chan war u.a. dafür zuständig. Der Final-Kampf ist die beste Action-Szene.

 

Der Vorspann mit den Kämpfen im dunklen Raum kommt auch einem vielversprechenden Start gleich und die Szene, in welcher Jackie gegen die «Wooden Man» kämpft, sieht man leider aufgrund der miesen Bildqualität der deutschen DVD kaum etwas. Die filmischen Rückblenden zum Rache-Motiv von Chans Figur sind qualitativ auch nicht wirklich gelungen. Einziges Manko: Doris Lung Chun-Erh (The 18 Bronze Girls of Shaolin) darf vor allem nur hübsch aussehen, aber nicht viel kämpfen. Schade…

 

Fazit: Old School Kung-Fu und Jackie Chan Fans greifen zu!

 

Infos:

 

O: Shao Lin Mu Ren Xiang

 

Englischer Titel: Shaolin Wooden Men

 

HK 1976

 

R: Lo Wei

 

D: Jackie Chan, Chin Kang, Doris Lung Chun-Erh, Chiang Kam, Chang Ping-Yu, Wu Te-Shan, Chang I-Fei, Lee Siu-Chung

 

Laufzeit der deutschen DVD: 103:15 Min.

 

Neusichtung am: Ende Juli 2021 / Neusichtung: 07.04.24

 

Fassungen: Mir lag die alte deutsche DVD von Splendid vor = Uncut, Deutsch/Canto mit deutschen Subs, durchschnittliche bis schlechte (zu dunkel) Bildqualität und nicht anamorph. Da muss ein Upgrade her = 88 Films UK Blu-Ray. Nachtrag 07.04.24: Für eine Neusichtung lag mir die US-Blu-Ray von Shout Factory vor = "The Jackie Chan Collection Vol. 1" von Fortune Star. Eine US-Vö. In der Box sind nebst Wooden Man folgende Filme enthalten: Dragon Fist, The Killer Meteors, To Kill with Intrigue, Snake & Crane Arts of Shaolin, Battle Creek Brawl und Dragon Lord. Den Film im richtigen Bildformat, im O-Ton, mit englischen Subs und restauriert zu geniessen, war schon lohnenswert. Macht mehr Spass als mit der alten deutschen DVD. 

Chivalry Deadly Feud Review


Chivalry Deadly Feud

Story:

 

Yung Chung-Cheng (Wang Kuan-Hsiung), der als Kind adoptiert wurde, verliebt sich in die Tochter seines «Vaters». Jahre später: die ganze Familie bis auf die Tochter (Hao Man-Li) werden von unbekannten Killern getötet. Yung Chung-Cheng versteckt die Tochter, die danach an einem Trauma leidet, an einem unbekannten Ort und begibt sich auf einen Rachefeldzug an den Tätern. Dies sorgt bei anderen Familien auch für böses Blut, so dass zwei Killer (Tsung Hua, Pai Ying) auf Yung Chung-Cheng angesetzt werden…

 

Meine Meinung:

 

Chivalry Deadly Feud ist eine taiwanesische 1980er Produktion und eine Verfilmung einer Gu Long Geschichte und bietet alles, was Gu Long Verfilmungen brauchen: eine verworrene Story, viele Figuren, coole Kämpfe, originelle Waffen, stimmungsvolle Sets, überraschendes eigentlich auch fieses und dramatisches Ende!

 

Im Vergleich zu anderen Gu Long Verfilmungen konnte Chivalry Deadly Feud jedoch deutlich klarer gefolgt werden, was Plot und Verläufe angehen. Auch die Anzahl der Figuren hält sich im Vergleich zu anderen Produktionen in Grenzen. Die Sets waren grossartig, stimmungsvoll und genau nach meinem Geschmack. Ich bekam genau das, was ich erwartet hatte.

 

Die Action- und Kampfszenen waren fantasievoll, abwechslungsreich, rasant gefilmt aber nie unübersichtlich choreographiert. In einer Szene gibt es sogar eine Art Hommage an 2001: Odyssee im Weltraum, auch wenn die Szene am Ende nicht komplett zu sehen ist (Jump-Cut, Masterfehler). Aufgrund der Kampfszenen, die in regelmässigen Abständen auf den Zuschauer losgetreten werden, werden Längen reduziert.

 

Im Gegenteil: Chivalry Deadly Feud ist unterhaltsam und rasant. Der Einsatz der fantasievollen Waffen hat mich ans damalige Kino der Shaw Brothers erinnert. Diese haben auch mehrere Gu Long Geschichten verfilmt (Killer Clans, The Magic Blade, The Sentimental Swordsman oder Full Moon Scimitar). Apropos Shaw Brothers: in einem Kurzauftritt ist Ricky Cheng Tien-Chi zu sehen, der Star aus Chang Chehs The Demons oder Five Element Ninjas. Ansonsten beherrschen Wang Kuan-Hsiung  (Shaolin Heroes), Tsung Hua (The Silver Spear) und Pai Ying (A Touch of Zen) die Szenerie plus zwei Mädels und ein kleiner Junge.

 

Wer auf die klassischen, fantasievollen aber manchmal auch etwas verworrenen Wuxia und Kostümfilme aus HK/Taiwan abfährt, sollte sich den Streifen nicht entgehen lassen!

 

Infos:

 

O: 月異星邪, Yue yi xing xie

 

Taiwan 1980

 

R: Tang Chen-Dah

 

D: Wang Kuan-Hsiung, Hao Man-Li, Tsung Hua, Pai Ying, Ricky Cheng Tien-Chi

 

Laufzeit der DVD-R: 84:15 Min.

 

Gesehen am: 14.07.21

 

Fassungen: Ich sah beim Kollegen einen Abzug des 35mm Prints auf DVD-R = Bis auf Jump-Cuts Uncut, schönes Widescreen Bildformat, schöner Ton, O-Ton und feste englische Subs, die natürlich auch nicht abgeschnitten sind. Die Bildqualität ist aber optimierungsbedürftig, hat aber auch seinen Charme. Diese Fassung wurde 2011 das erste Mal weltweit ausserhalb Taiwans in London gezeigt. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juli 2021).

Gambling for Gold Review

Gambling for Gold

Story:

 

Das japanische Militär hat China okkupiert. Auf einer Mission wird den Japanern Gold gestohlen. Held Chung Kuo-Chiang (Chang Yi) beginnt zu ermitteln, wie auch eine mysteriöse junge Dame (Wang Ping). Der Verdacht fällt bald auf das Casino von Chin Ko-Yen (Melvin Chang Yun-Wen)

 

Meine Meinung:

 

Gambling for Gold ist ein Anfang 70er Jahre Basher aus Taiwan von Sun Shing-Yuan, der sich als Regisseur schlussendlich nicht grossartig durchsetzen konnte und nur wenig Filme realisierte. Gambling for Gold ist für Basher-Fans jedoch interessant. Als Setting fungiert das von Japan okkupierte China.

 

Böse Japaner sind aber nur Nebenschauplatz der Krimi-Kung-Fu Handlung. Es geht um Gold, das verschwunden ist, und mehrere mysteriöse Personen, die danach suchen und mehrere mysteriöse Personen, die hinter dem Coup stecken könnten. Nach der Action-Szenen zu Beginn ist der weitere Verlauf der Geschichte erst Mal ruhig.

 

Es wird sich Zeit genommen, die Figuren und Motive in Spiel zu bringen inklusive Gamble-Szenen (daher auch der Titel «Gambling for Gold», wobei der Titel auch für das Finale des Filmes stehen könnte). Da fühlte ich mich an Filme aus Japan und Co. erinnert (Zatoichi-Reihe). Wer gerne Gamble-Szenen mag, wird auch diese Szenen mögen.

 

Chang Yi (The Great Hunter) spielt den Helden, Wang Ping (King Boxer) bringt Weiblichkeit in den Film und Ma Chi (Return of the Chinese Boxer) gibt einen wunderbaren Bösewicht ab (auch wenn seine Szenen etwas vorhersehbar waren). Shih Chung-Tien (The Death Duel) hat hingegen nur eine Nebenrolle. Die Musik gefiel auch und wurde aus westlichen Filmen (z.B. Italo-Western) zusammen geklaut.

 

Zu den Kung-Fu Szenen: diese waren absolut i.O. und teilweise sogar schicker choreographiert als erwartet. Hat der Film nach der ersten Action-Szene vor allem Handlung und Story, so nehmen ab einem gewissen Zeitpunkt die Kampfszenen mehr und mehr zu. Es gibt Kampfszenen ohne und mit Waffen, was ich cool fand. Highlights waren die Kampfszenen im letzten Viertel des Filmes inklusive des Finales. Das war cool! Teilweise kam gar Italo-Western und/oder Samurai-Stimmung auf (so wie es gefilmt war). Einziges Manko: der Endkampf zwischen Chang Yi & Ma Chi hätte gerne länger sein dürfen (dafür gab es davor lange Kämpfe).

 

Fazit: Für 70er Jahre Kung-Fu- und Basher-Fans zu empfehlen! 

 

PS: Blacky Ko Shou-Liang (Im Würgegriff der gelben Schlange) spielt einen der Kämpfer im Finale = Kanonenfutter!

 

Infos:

 

O: Huang Jin Du Ke

 

Taiwan 1973

 

R: Sun Shing-Yuan


D: Chang Yi, Melvin Chang Yun-Wen, Wang Ping, Shih Chung-Tien, Chang Shao-Chun, Ma Chi, Blacky Ko Shou-Liang

 

Laufzeit des libanesischen VHS: 81:16 Min.

 

Gesehen am: 14.07.21

 

Fassungen: Ich habe den Film beim Kumpel als VHS aus dem Libanon gesehen. Interessant: in Mandarin mit festen englische und libanesischen (?) gelben Subs, die somit gut lesbar sind. Auch wenn nur 90% d.h. nicht ganz alle Dialoge übersetzt wurden. Die Bildqualität ist angenehm gut. Gute Schärfe. Daneben dürfte es noch eine SECAM VHS aus Frankreich geben. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juli 2021).