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Mittwoch, 10. Juni 2020

Rendezvous with Death Review



 Mit Chen Kuan-Tai in Amsterdam, wo er meine DVD signiert hat

Rendezvous with Death

Story:

Xinshuan (Wong Yu) wird von Prinz Yan (Ku Feng) beauftragt, einen Escort-Service anzubieten und einen mysteriösen Inhalt in eine andere Stadt zu bringen. Dafür soll Xinshuan reich beschenkt werden. Davon bekommen auch andere Kämpfer in der Martial Arts Welt mit und somit bekommt es Xinshuan auf seinem Weg mit unzähligen Gegnern (u.a. Chen Kuan-Tai, Yuen Wah, Lo Lieh, Tang Ching, Lam Sau Kwan, Jamie Luk Kim Ming, Chan Shen, Wong Mei Mei, Yeung Hung) zu tun…

Meine Meinung:

Die Shaw Brothers Produktionen ab 1980-1985 mag ich allgemein sehr. Da macht Rendezvous with Death von Sun Chung (My Rebellious Son) keine Ausnahme. Einige seiner Filme habe ich als extrem gut in Erinnerung (The Master Strikes Back) und andere habe ich erst vor nicht allzu längerer Zeit gesehen (Revenge of the Corpse, The Avenging Eagle, Human Lanterns) um sagen zu können, dass Sun Chungs Filme höchst interessant sind – gerade auch von der optischen Seite her sind es nicht selten echte Leckerbissen!

In dieser Produktion darf der sympathische Held Wong Yu (war auch nicht immer selbstverständlich) eine Kiste mit mysteriösem Inhalt (à la Pulp Fiction) transportieren und lockt damit unzählige Kämpfer an – potenzielle Freunde, potenzielle Feinde, Verräter und Personen mit eigenen Interessen an der Kiste und dem Inhalt…mit anderen Worten: Wong Yu (Dress Off for Life, Dirty Kung Fu, Spirit of the Raped, Indecent Beast) kann niemandem Vertrauen!

Die Sets und die Bildsprache sind wunderschön und stimmungsvoll eingefangen worden! Eine Wucht! Quasi das Auge isst mit. Diese sind auch wechselhaft, wie auch die Personengruppen, auf auftauchen und Wong Yu oder anderen Dritten das Leben schwer machen. Chen Kuan-Tai (Butcher, Heroes Two, The Master) ist quasi der Endgegner von Wong Yu und bekommt einige superbe Actionszenen spendiert. Die beste ist diese, wo er mit seinem Speer/Stock gegen eine ganze Gruppe von Kämpfern antritt. Eindrucksvoll und schön choreographiert. Auch die Waffe von Wong Yu fand ich sehr cool: einen Metall-Regenschirm!

Der ca. 7minütige Finalkampf ist auch sehenswert, vor allem auch Dank der Kulisse, der Kameraführung und dem Einsatz von Zeitlupe. Die zwei Stars geben sich nichts. Nur wie Chen Kuan-Tai besiegt wird, fand ich leicht enttäuschend. Ku Feng (A Taste of Cold Steel) spielt den übergeordneten Bösewicht. Er bekommt jedoch keine Actionszene spendiert. In weiteren Rollen sind zu sehen: Lo Lieh (The Handcuff), Yuen Wah (Killer Constable, Eastern Condors) oder Johnny Wang Lung-Wei (Clan of the White Lotus). Lo Lieh hat nebst Wong Yu und Chen Kuan-Tai am meisten Screentime erhalten und seine Motive sind lange im Dunkeln.

Fazit: Sehr gute Arbeit der Shaw Brothers und sicherlich eine der besten Rollen von Wong Yu! Und Chen Kuan-Tai Fans dürfen mir ihrem Liebling auch zufrieden sein, da viele Kampfszenen zeigend!

Infos:

O: Qing Tie

HK 1980

R: Sun Chung

D: Wong Yu, Ku Feng, Chen Kuan-Tai, Yuen Wah, Lo Lieh, Tang Ching, Lam Sau Kwan, Jamie Luk Kim Ming , Chan Shen , Wong Mei Mei , Yeung Hung

Laufzeit der HK-DVD: 98.11 Min.

Gesehen am: Dez. 2010 / Review überarbeitet: 25.04.20

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von IVL/Celestial vor = Erstklassige Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs. In Deutschland nur zensiert (ca. 15 Minuten, soll nur Handlung fehlen) auf VHS erhältlich. Eine Blu-Ray gibt es bisher auch nicht (Stand: April 2020).

Dienstag, 9. Juni 2020

Clan of the White Lotus Review


Mit Gordon Liu in Amsterdam, wo er meine DVD signiert hat
Clan of the White Lotus

Story:

Nach dem Ende von Executioners from Shaolin geht es wie folgt weiter:

Den Shaolin Helden Hung (Gordon Liu) und Ah Piao (King Lee King-Chu) gelingt den, den bösen Priest White Brow (Wilson Tong) zu töten. Derweil erlaubt die Regierung den Wiederaufbau von Shaolin Kloster und lässt Gefangene Shaolin Kämpfer Frei. Sehr zur Missgunst von Governor Kao Ting Chun (Johnny Wang Lung-Wei). Dieser will Rache am Tod von Priest White Brow und beauftragt dessen Bruder Priest White Lotus (Lo Lieh) die Shaolin Kämpfer heimlich zu töten…

Meine Meinung:

Die Fortsetzung zu Executioners from Shaolin stammt von und mit Lo Lieh. Dieser hat für Fans von klassischer Shaolin-Martial Arts und in Sachen Shaw Brothers einen sehr schönen Beitrag abgeliefert – sowohl als Regisseur wie auch als Hauptdarsteller und weisshaariger Bösewicht (à la seine Rolle in Shaolin Abbot).

Die Story ist alles andere als originell, dafür gibt es unzählige spektakuläre Kampf- und Trainingsszenen zu sehen. Mit einer List schlüpft Lo Lieh erneut in die Rolle des Bösewichts, indem er sich einfach als Bruder der durch ihn gespielten Person (zumindest in Executioners from Shaolin wurde die Figur durch Lo Lieh gespielt, in Clan of the White Lotus wird Priest White Brow hingegen von Wilson «Daggers 8» Tong gespielt) Priest White Brow ausgibt.

Lo Lieh mag ich als Bösewicht immer sehr. Bei den Shaw Brothers war es nicht selten, dass die Stars auch selbst Regie führten wobei dies weniger oft der Fall war als dass man auf erfahrene Regisseure wie Wu Ma, Chang Cheh und Co. setzte. Lo Lieh hat nur eine kleine Anzahl von Filmen als Regisseur realisiert, so z.B. den Horrorfilm The Black Magic with Buddha. Gordon Liu realisierte als Regisseur nur zwei Filme, Jimmy Wang Yu war hingegen fleissiger (The Chinese Boxer) wie auch David Chiang (The Drug Addict) während Ti Lung auch nur zwei Filme als Regisseur auf dem Konto hat (u.a. Young Lovers on Flying Wheels).

Lo Lieh macht, wie auch Johnny Wang Lung-Wei (Chinatown Kid), einmal mehr eine gute und charismatische Figur als Bösewicht. Was die Helden angehen bleiben nach dem Verlauf des Filmes nur Kara Hui (Inspector Wears Skirts IV), Gordon Liu und der mir total unsympathische und nervende Lam Fai-Wong übrig, wobei nur Gordon Liu immer wieder ins Action-Geschehen einsteigt und sich ca. 3-5 Duelle mit Lo Lieh liefert. Nach jeder Niederlage muss er neue Techniken lernen und sich anpassen und seine Kampfstile erweitern, damit er am Ende gegen Lo Lieh bestehen kann.

Yeung Ching-Ching, die mich vor kurzem in The Treasure Hunters, eine weitere Shaw Brothers Produktion, zu überzeugen vermochte, tut dies auch hier. Sie spielt eine der Heldinnen und bekommt auch einige Action-Szenen spendiert (an der Seite von Kara Hui). Jedoch scheidet sich nach dem Beginn des Filmes schnell aus dem Film aus. Ihr Kampf gegen Wilson Tong in The Treasure Hunters war zudem noch einen ganzen Tick spektakulärer. Yeung Ching-Ching war auch in den 90ern noch aktiv und lieferte sich z.B. in Angel Terminators 2 einen wunderbaren Show-Kampf gegen Moon Lee.

Fazit: Wer klassische Shaw Brothers Kung Fu / Shaolin-Filme mag (oder Teil eins Executioners from Shaolin mochte), sollte sich diesen Klassiker nicht entgehen lassen! 

PS: Die Kampf-Choreographie steuerte Liu Chia-Liang (New Killers in TownPedicab Driver, Martial Club) bei! 

Infos:

O: Hong Wen Ding San Po Bai Lian Jiao

HK 1980

R: Lo Lieh

D: Lo Lieh, Gordon Liu, Johnny Wang Lung-Wei, Kara Hui, King Lee King-Chu, Wilson Tong, Yeung Ching-Ching, Lam Fai-Wong

Laufzeit der HK-DVD: 89.23 Min.

Gesehen am: März 2010 / Review überarbeitet: 25.04.20 / Sichtung Shout Factory Blu-Ray: 04.12.24

Fassungen: Mir lag die von Gordon Liu originalsignierte DVD aus HK von IVL/Celestial vor = Erstklassige Bild- und Tonqualität, Uncut, O-Ton, englische Subs. Es gibt bisher keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: April 2020). Nachtrag Dez. 2024: Für eine weitere Sichtung dieser Quasi Fortsetzung von Executioners from Shaolin lag mir die neue US-Blu-Ray von Shout Factory vor (Shaw Brothers Classics Vol. Three Box). Lo Lieh kehrt hier als Bösewicht zurück und Chen Kuan-Tai und Wong Yue werden durch Gordon Liu und Lily Li durch Kara Hui ersetzt. Johnny Wang Lung-Wei ist in einer Nebenrolle als Bösewicht zu sehen. Den Vorgänger mochte ich etwas mehr. Die drei Kämpfe von Gordon Liu gegen Lo Lieh sind jedoch erstklassig. Als Bonus gibt es u.a. ein 28minütiges Feature von David West (White Terror – Film Critic And Author David West Looks Back At The Chaotic Career Of Action-Director Lo Lieh) zu sehen. Das war ok, aber irgendwie relativ lahm vorgetragen. Nicht so fesselnd und vor allem ging es nicht wirklich um die "chaotische Karriere von Lo Lieh". Daneben gibt es noch Audiokommentare und Trailer als Bonus. Der Film ist Uncut, O-Ton und englische Subs liegen vor und die Bild- und Tonqualität sind hervorragend. 

Montag, 8. Juni 2020

Chinatown Kid Review



Chinatown Kid

Story:

Tang Dong (Alexander Fu Sheng), ein Immigrant aus China, versucht in Hong Kong Fuss zu fassen. Dies gelingt nicht, da sich Tang mit Gangster Xu Hao (Johnny Wang Lung-Wei) anlegt, der ihm Drogen unterjubelt und die Polizei auf ihn hetzt. Tang flüchtet nach San Francisco und arbeitet zusammen mit dem Studenten Yang (Sun Chien) im Restaurant von Chen (Yang Chi-Ching). Es dauert nicht lange, bis Tang zwischen die Fronten zweier Clans (u.a. Phillip Kwok, Lo Meng, Dick Wei, Robert Tai, Tsai Hung) gerät und feststellen muss, dass ihn die Vergangenheit (Gangster Xu Hao aus Hong Kong) auch vor Ort eingeholt hat…

Meine Meinung (bezieht sich auf die Uncut Fassung):

Wie viele andere HK-Stars (Bruce Lee in The Way of the Dragon, Bruce Leung in Kidnap in Rome, Jet Li in Dragon Fight, Simon Yam und Conan Lee in Dragon Killer, Jackie Chan in Rumble in the Bronx, John Liu in In the Claws of the C.I.A., Ray Lui in Guns of Dragon, Andy Lai in China White, Alexander Lo Rei in Ninja in U.S.A.) zog es auch Shaw Brothers Star Alexander Fu Sheng nach Amerika bzw. ins Ausland. In diesem Klassiker von Chang Cheh darf Alexander Fu Sheng in einer ungewöhnlichen, da modernen Rolle, auftrumpfen.

Den Film, den man unbedingt in der Uncut Originalfassung ansehen sollte (wirkt einfach runder), hat mir in dieser Form sehr gut gefallen. Chang Cheh bleibt seiner Linie treu und der Film ist auf seinen Hauptstar Alexander Fu Sheng zugeschnitten und dieser macht seine Sache mehr als ordentlich. Fans von ihm werden voll auf ihre Kosten kommen.

Man drehte teilweise vor Ort in San Francisco, was dem Film einen exotischen Bonus gibt. Zudem ist die Stadt schön – ich war selbst dort im Urlaub und Aufnahmen von dort zu sehen, liess schöne Erinnerungen an den vergangenen Urlaub wach werden. Trotz zwei Stunden Laufzeit wird es zu keiner Sekunde langweilig. Die Story ist zwar ein alter Hut, strotzt vor Klischees und zuweilen einer gewissen Naivität, aber das tut dem Unterhaltungswert des Filmes nicht weh.

Der Film überzeugt nicht nur durch seine Stars, sondern auch durch harte Kampfszenen, die realistisch angehaucht sind – immerhin erzählt der Film eine realistische Geschichte in einem realistischen Setting und spielt in der Gegenwart. Alexander Fu Sheng, der in den Kampfszenen eine starke Leistung abruft, ist der schier unbesiegbare Held des Filmes. Die Choreographie und Kameraführung der Kampfszenen waren sehr gut (Robert Tai war u.a. als Action Director tätig und spielt einen Mini-Part als einer von Lo Mengs Männern).

Nebst Setting, Fu Sheng und den Action-Szenen gefällt der Film durch Stars wie: Johnny Wang Lung-Wei (The Treasure Hunters) als Bösewicht im Anzug, Dick Wei (wie Robert Tai als einer von Lo Mengs Männern), Jenny (Heaven and Hell), Yang Chi-Ching (The Black Tavern) und den drei Venom-Stars Phillip Kwok (Demon of the Lute), Lo Meng (Spike Drink Gang)und Sun Chien (The Plot). Es war cool, die Stars in einem modernen, ernsten Setting zu sehen, Frei vor jeglichem Klamauk. Zu gute kommt dem Film die erstklassige deutsche Sprachfassung, die ebenfalls zum Schmunzeln einlädt.

Fazit: Klassiker von Chang Cheh mit Alexander Fu Sheng in einer seiner besten Rollen! 

PS: Kara Hui (That’s Money) ist in einer Kurzrolle zu sehen (die Prostituierte, die von Fu Sheng gerettet wird). 

Infos:

O: Tang Ren Jie Xiao Zi

HK 1977

R: Chang Cheh

D: Alexander Fu Sheng, Johnny Wang Lung-Wei, Sun Chien, Yang Chi-Ching, Phillip Kwok, Lo Meng, Dick Wei, Robert Tai, Tsai Hung, Jenny Tseng, Kara Hui

Laufzeit der deutschen Blu-Ray (Uncut Fassung): Ca. 115 Min.

Gesehen am: März 2010 / Review überarbeitet am: 25.04.20 / Sichtung der Arrow Video Blu-Ray: 13.05.25

Fassungen: Mir liegen drei Fassungen vor:

1. Die stark zensierte und nicht zu empfehlende HK-DVD von IVL/Celestial (Erstsichtung erfolgte in dieser Form).

2. Die US-Bootleg DVD mit der Uncut Fassung (ungesehen)

3. Für die 2. und damit Neusichtung lag mir die deutsche Blu-Ray von Koch Media vor = Wendecover, drei Fassungen an Bord. Interessant ist natürlich nur die Uncut Fassung. Diese liegt in Deutsch vor (3/4 Deutsch, ¼ in Englisch mit deutschen Subs). Die deutsche Synchronisation ist erstklassig und die Bildqualität würde ich als gute VHS Bildqualität bezeichnen (Master = US VHS). Hätte ich eine schlechtere Bildqualität erwartet. Weiter positiv: ein Widescreen Print. Die anderen Fassungen auf der Blu-Ray sind uninteressant. Fassungen Nr. 1 und 2 (HK und Bootleg US DVD) werden entsorgt. Die Uncut Fassung läuft ca. 115 Minuten, während die HK-DVD nur 86 Min. läuft (plus Zensur von Gewalt und neues, harmloses Ende). 

Nachtrag Mai 2025: Für eine weitere Sichtung lag mir die UK-Blu-Ray von Arrow Video vor. Diese wurde in der Shawscope Vol. 1 Limited Edition veröffentlicht. Interessant ist, dass hier erstmals die Uncut-Fassung in einem Stück und komplett restauriert zu sehen ist. Der O-Ton besteht aus 80% Kantonesisch und 20% Mandarin. Es gibt englische Subs. Während die deutsche Blu-Ray Inserts aus einer VHS benötigte, um eine Uncut-Fassung zusammen zu stellen (wobei eine Szene vergessen ging), gibt es in der Arrow Video Version keine Qualitätsunterschiede die Bildqualität betreffend. Als Extras gibt es diverse Trailer, einen Audiokommentar, ein Celestial Spezial zu Fu Sheng (ca. sieben Minuten) und Kommentare von Schauspielerin Susan Shaw, die im Film mitwirkt (ca. 20 Minuten). Die deutsche Blu-Ray bleibt vorerst, auch aufgrund einer hervorragenden deutschen Synchro, in der Sammlung bestehen. Toller Film von Chang Cheh mit Alexander Fu Sheng. Die Bösewichte des Filmes (zwei Venoms sowie Johnny Wang Lung-Wei) überzeugen ebenso wie die realistisch inszenierten Kampfszenen.