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Dienstag, 21. Juli 2020

Revolver – Die perfekte Erpressung Review

Revolver – Die perfekte Erpressung

Story:

Vito Cipriani (Oliver Reed) ist Stellvertretender Gefängnisdirektor. Seine Ehefrau Anna (Agostina Belli) wird entführt. Die Entführer fordern, dass Vito einen Gefangenen, Milo Ruiz (Fabio Testi), freilässt. Wenn nicht, so sterbe die Ehefrau…

Meine Meinung:

Von Sergio Sollima, dem Vater von Stefano Sollima (Suburra), habe ich einige Tomas Milian Italo Western gesehen, die sehr lohnenswert sind. So auch sein Ausflug ins Poliziotteschi-Genre mit Oliver Reed und Fabio Testi (Dealer Connection – Die Strasse des Heroins, Orgie des Todes, Verdammt zu leben – verdammt zu sterben). Die wunderschöne Agostina Belli (Der Todeskuss des Paten) darf Oliver Reeds Ehefrau spielen.

Die deutsch-ital.-spanische Co-Produktion gefällt durch eine interessante und spannende Story, die den Figuren mehr Entwicklung und Tiefe lässt, als andere Poliziotteschi-Titel seiner Art. Die Story ist spannend und führt den Zuschauer zuerst in die Strassen Italiens, bevor es später nach Frankreich wechselt. Die Story und den Verlauf zu verraten wäre sehr schade – daher sollte man am besten gar nicht zu viel über den Film im Voraus wissen.

Es gibt dementsprechend viel Handlung und weniger Action-Szenen. Dies ist aber nicht negativ. Mir gefallen Poliziotteschi-Titel, die viel Wert auf sozialkritische Handlungen Wert legen, teilweise ausserordentlich gut – so z.B. Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert, A Man to Respect, Die Rache bin ich oder Das Verfahren ist eingestellt, vergessen Sie’s!. Revolver – Die perfekte Erpressung reiht sich nahtlos in diese Highlights ein und wartet mit einem bitterbösen und fiesen Ende auf.

Die Darsteller machen alle, bis in die kleinste Rolle, eine extrem gute Figur. Oliver Reed, der mir schon in The Devil sehr gut gefallen hat, wiederholt seine starke Leistung hier. Besonders im Finale. Das gleiche gilt für Fabio Testi, den ich noch nie so gut habe schauspielern sehen. Dies hätte ich ihm gar nicht zugetraut. Die wenigen Action-Szenen sind spektakulär und sind sehenswert. Ebenso der Soundtrack von Ennio Morricone.

Fazit: Must See Titel für jeden Poliziotteschi-Fan!

Infos:

O: Revolver

Deutschland, Frankreich, Italien 1973

R: Sergio Sollima

D: Oliver Reed, Fabio Testi, Agostina Belli, Frédéric de Pasquale, Daniel Beretta

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 109:32 Min.

Gesehen am: 25.04.20

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von FilmArt vor = Uncut, Deutsch/Ital./Englisch mit deutschen Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität, Booklet. Einzelne Dialoge, die es nie in Deutsch gab, sind Englisch Dubbed mit deutschen Subs.

Zombi 2 Review

Zombi 2

Story:

Nachdem ein Schiff mit einem Zombie in New York ankommt, reisen Reporter und Co. auf eine Antillen Insel, wo der Ursprung des Schiffes vermutet wurde. Und tatsächlich: auf der Insel treiben Zombies ihr Unwesen…

Meine Meinung:

Meine erste Erfahrung mit Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies, so der deutsche Titel zum Lucio Fulci (Don’t Torture a Duckling) Klassiker, hatte ich als Jugendlicher. Urlaub in Deutschland – meine Mutter hat damals Horror-VHS für uns minderjährige aus der Videothek ausgeliehen. Ein Titel war: Blutgericht in Texas. Trailervorschau: Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies (glaube war ein Marketing VHS).

Schon damals war ich von einzelnen Szenen (Hai Vs. Zombie) hin und weg und der Film gefällt mir bis heute. Ein wahrer Klassiker in Lucio Fulcis Karriere nebst Titeln wie The Beyond oder City of the Living Dead und allgemein im ital. Zombie- und Horrorfilm. Der Film, der in Italien als «Fortsetzung» zu George A. Romeros Dawn of the Dead verkauft wurde, war nach dem Erfolg des hiesigen US-Zombiefilmes schnell beschlossene Sache.

Die Ital. Filmemacher waren immer schnell darin, Filmtrends zu erkennen und daraus eigene Filme und somit Kasse zu machen. Zombi 2 ist da keine Ausnahme. Der Film ist sicherlich einer der besten, wenn nicht der beste Zombiefilm aus Italien. Wie viele andere Ital. Filme (z.B. Eaten Alive, Cannibal Holocaust) startet die Story in New York, bevor die Geschichte ins exotische Inselparadies wechselt. Stars wie Tisa Farrow (Man-Eater), Al Cliver (Zwei Supertypen räumen auf) oder Ian McCulloch (Contamination) waren durch und durch solide in ihren Rollen.

Der Film bietet einige unvergessliche Szenen: Ein echter Hai im Kampf mit einem Zombie inklusive Gore-Effekten, die Auferstehung der Zombies mit lebenden Würmern, in dem Zombie in der Augenhöhle wuseln (herrlich coole Szene), die berühmt berüchtigte Szene mit dem «Splitter im Auge» sowie die apokalyptische Schlussszene mit den Zombies auf der Brooklyn Bridge (ohne Drehgenehmigung).

Nebst diesen Szenen und der Exotik überzeugt der Film durch einen wunderbaren Italo-Soundtrack und wunderbare Spezialeffekte seitens Giannetto De Rossi (Killer Crocodile, Let Sleeping Corpses Lie) und Gino De Rossi (Weapons of Death, Cannibal Ferox). Der Film bietet stimmungsvolle und fantastische Splattereffekte, die ihresgleichen suchen. Auch die Zombie-Make-Up Effekte und Masken sind der Wahnsinn. Wenn man diese mit Dawn of the Dead vergleicht muss man sagen, dass Tom Savinis Zombies dagegen absolut abstinken und lächerlich wirken. Da waren die Ital. Effekte-Künstler dem US-Klassiker Lichtjahre voraus…

Fazit: Dieser Klassiker ist jedem Lucio Fulci, Horrorfilm- und Zombiefan zu empfehlen!

Infos:

O: Zombi 2

Italien 1979

R: Lucio Fulci

D: Tisa Farrow, Ian McCulloch, Richard Johnson, Al Cliver, Auretta Gay

Laufzeit der US-DVD: 91:14 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet: 22.04.20

Fassungen: Mir liegen diverse DVD-Fassungen vor: Frankreich (von Neo Publishing), Japan (JVD), USA (Shriek Show und Blue Underground). Die aktuelle Sichtung fand mit der Code Free DVD von Blue Underground statt = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, Englisch/Ital. mit englischen Subs. Die Shriek Show hat sehr viel Bonusmaterial. Inzwischen gäbe es auch diverse Blu Ray Fassungen: USA (von Blue Underground, sogar mit deutschen Subs) oder England (Arrow Films). In Deutsch nur über Österreich von XT Video zu haben (als Blu-Ray).

One Missed Call Review


 Webmaster mit Takashi Miike am NIFFF, wo die DVD signiert wurde


One Missed Call

Story:

Eine Gruppe Jugendliche erhält mysteriöse Text- und Sprachnachrichten von ihren eigenen Telefonen aus der Zukunft, welche ihnen ihren Tod voraussagen. Yumi (Ko Shibasaki) und Hiroshi (Shin'ichi Tsutsumi) versuchen dem tödlichen Geheimnis auf die Spur zu kommen, während sich Yumis Freundeskreis mehr und mehr verkleinert…

Meine Meinung:

Ganz in der Tradition von japanischen Horrorfilmen à la Ringu, Dark Water, The Hypnotist, Ju-On: The Grudge und Co. sehenswerter 2003er Gruselfilm von Takashi Miike (Ichi the Killer), der es auf eine Filmreihe bestehend aus drei Filmen (die Fortsetzungen sind nicht mehr von Takashi Miike) und einem US-Remake, welches ich mir nie ansehen werde, geschafft hat.

One Missed Call überzeugte mich auch bei der aktuellen Sichtung. Man muss sich aber auf diese Art Film einlassen können, damit es klappt. Die Story erinnert an Ringu und Co. Es ist irgendwie oft ähnlich, aber Dank Takashi Miikes solider Handschrift (vor allem das Ende war typisch für den Regisseur) schaut die Mainstream-Produktion gut aus. Die Story ist rätselhaft und spannend.

Zudem ist es angenehm, dass der Film weniger mit Jump-Scares schockt. Stattdessen wird versucht, durch langsame und unheimliche Bilder Spannung und Grusel zu erzeugen. Dies gelingt teilweise – es lief mir mehr als nur einmal eiskalt den Rücken runter und ich bekam eine Gänsehaut. Wie ich das liebe! Was gibt es Schöneres, als sich gruseln zu lassen?

In One Missed Call geht es eher harmlos zu. Miike hat Filme wie Ichi the Killer, Fudoh oder Visitor Q hinter sich gelassen und war zuletzt mehr und mehr im kommerziellen Mainstream-Kino unterwegs. Mit One Missed Call legte Takashi Miike den Weg für zukünftige Produktionen und blieb seiner Linie treu, was hier und da auch leicht schade anmutet. Die Machart und provokanten Inhalte seiner früheren Filme machten definitiv auch viel Spass.

Kô Shibasaki als Lead hat mir sehr gut gefallen. Die Schauspielerin, die auch später wieder mit Takashi Miike zusammenarbeiten sollte (in Over Your Dead Body) ist am meisten für ihre in Erinnerung bleibende Rolle und Charakter in Battle Royale bekannt. Das gleiche gilt für den männlichen Hauptdarsteller Shin'ichi Tsutsumi: ihn sah man in Miikes verrückter Manga-Verfilmung The Mole Song: Undercover Agent Reiji plus Fortsetzung The Mole Song: Hong Kong Capriccio (wo bleiben da eigentlich englisch oder deutschuntertitele Fassungen?).

Wer japanische Gruselfilm à la Ringu und Co. mag, kann sich problemlos an One Missed Call wagen!

Gefolgt von: One Missed Call 2

Infos:

O: Chakushin ari

Japan 2003

R: Takashi Miike

D: Kô Shibasaki, Shin'ichi Tsutsumi, Kazue Fukiishi, Anna Nagata, Atsushi Ida

Laufzeit der US-DVD: 113:46 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet: 22.04.20

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Tokyo Shock vor (von Miike am NIFFF originalsigniert) = Uncut, Doppel DVD mit Schuber, sehr gute Bild- und Tonqualität, Jap. O-Ton und englische Subs vorhanden. Auf Disc zwei hat es Bonusmaterial. Gibt es in Deutschland von e-m-s.