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Donnerstag, 31. Oktober 2019

Spider Labyrinth Review




Horroktober 2019
Spider Labyrinth

Story:

Dozent Alan Whitmore (Roland Wybenga) soll in Budapest zu einem Mitarbeiter Kontakt aufnehmen, dessen Kommunikation mit dem Arbeitgeber in den Staaten zusammengebrochen ist. Als Alan in Budapest ankommt dauert es nicht lang, bis dieser Mitarbeiter ermordet aufgefunden wird. Alan kommt einem tödlichen Geheimnis auf die Spur…

Meine Meinung:

Ende der 80er Jahre kam mit Spider Labyrinth nochmal ein echter Kracher des Italo-Kinos. Der zuerst in den USA und danach in Budapest spielende Film ist typisch «Italienisch», auch wenn hier und da ruhiger im Aufbau als seine Film-Kollegen (Filme von Lucio Fulci und Co). Inhalt: mysteriöse Sekten und ein Hauptprotagonist, der sich nicht mehr sicher fühlen und niemandem mehr vertrauen kann.

Wird er verrückt oder sind alle um ihm herum Angehörige einer Sekte? Eines Spinnenkultes? Da kommt mehr als einmal Dead & Buried, Die Körperfresser kommen, Rosemaries Baby und The Sentinel Stimmung auf. Die Bilder aus Budapest (Film wurde auch von dort mitfinanziert) und der stimmige Soundtrack haben gut zum Gezeigten gepasst.

Die mir unbekannten Darsteller waren ebenso überzeugend und für ihre Rollen gut gewählt. Wie gesagt handelt es sich bei Spider Labyrinth um einen ruhigen Film. Es gibt nicht sonderlich viele Morde und es gibt dazwischen viel Story und Füllszenen. Interessant ist, dass Regisseur Gianfranco Giagni danach mehr oder weniger nur noch im TV-Geschäft und/oder als Doku-Filmer Karriere machte. Schade, denn mehr Filme à la Spider Labyrinth wären wünschenswert gewesen.

Den einzigen Namen, der mir bekannt war, ist folgender: Sergio Stivaletti, der für die hervorragenden Effekte verantwortlich war. Damit sind auch Make-Up Masken, etwas Splatter und am Ende Verwandlungsszenen und Monster-Puppen gemeint (im Finale kann an schon fast von einer The Thing Hommage sprechen). Die Effekte, vor allem im Finale, sind der Wahnsinn, genau nach meinem Geschmack und mehr als sehenswert, da schön skurril und bizarr (und auch Spinnen beinhaltend).

Fazit: Sehr schade, dass der Film eher unbekannt und so wenig veröffentlicht wurde (mehr dazu unter Fassungen). Wo bleibt eine würdige Fassung zu diesem sehenswerten Genre-Film aus Italien? Kann ich jedem Italo-Horrorfilm-Fan ans Herz legen!

Infos:

O: Il Nido del ragno

Italien 1988

R: Gianfranco Giagni

D: Stéphane Audran, William Berger, Bill Bolender, Arnaldo Dell'Acqua

Laufzeit der jap. VHS: Ca. 86 Min.

Gesehen am: März 2015 / Review überarbeitet: Okt. 2019

Fassungen: Mir lag das VHS aus Japan von Columbia und die Laserdisc aus Singapur (oder Taiwan, habe schon beides gehört) vor = Das VHS ist Uncut, bietet eine gute Ton- und Bildqualität, Englisch mit jap. Subs. Die LD aus Singapur stammt von City Entertainment. Die LD sah ich nur einmal. 100% garantiert ob Uncut, bin ich nicht (müsste dazu vergleichen, bin ich zu faul für). Englischer Ton, feste chinesische Subs, Bildqualität aber weniger hell als beim VHS aus Japan = dieses ist zu bevorzugen, auch wenn einmalig Fogging Zensur bei einer Sexszene. Es gibt den Film in Deutschland nur auf VHS (Uncut). Es gibt weltweit nach wie vor keine DVD oder Blu-Ray (Stand: Okt. 2019). Nachtrag 11.03.24: Severin films haben 2024 mit ihrer Vö von Spider Labyrinth eine Lücke geschlossen und für eine der besten Vös im aktuellen Jahr gesorgt. Denn bis dato gab es den Film nur auf VHS oder LD. Es gab weltweit keine DVD und jetzt kommt ein Set mit Postkarte, Schuber, Soundtrack-CD, UHD-Disc und einer Region All Blu-Ray. Der Film ist Uncut und kann in Englisch oder Ital. mit Subs gesehen werden. Es gibt viele exklusivproduzierte Extras und die Bild- und Tonqualität sind absolut fantastisch und hervorragend! Der Film hat die Neusichtung auch bestanden: tolle Optik, schöne Farben, stimmungsvoll und tolle Effekte (vor allem im Finale). 

Mittwoch, 30. Oktober 2019

Seeding of a Ghost




Horroktober 2019
Seeding of a Ghost

Story:

Chows (Phillip Ko Fei) Ehefrau Irene (Maria Yuen Chi-Wai) wird von zwei jungen Männern (u.a. Foo Ling-Kei) vergewaltigt und getötet. Da die Polizei unfähig ist, setzt Chow auf die Hilfe eines Magiers (Yee Muk Kwan San), der mittels schwarzer Magie den Geist von Irene heraufbeschwört, um sich an den zwei jungen Männern und Anthony (Norman Chu Siu-Keung), mit dem sie eine Affäre hatte, zu rächen…

Meine Meinung:

Seeding of a Ghost ist jedem Shaw Brothers Horrorfilmfan zu empfehlen. Mir gefiel der Film aktuell besser als bei Erstsichtung vor 12 Jahren. Vor allem hatte ich den Film mit mehr Längen und weniger Action in Erinnerung. Im Vergleich zu anderen Horrorfilmen (z.B. The Boxer’s Omen) der Shaw Brothers braucht der Film zwar länger, um in Fahrt zu kommen, doch die Entwicklung der Story empfand ich heuer nicht mehr als langweilig, vor allem, da es zwischen durch doch auch die ein oder andere sehenswerte Szene gibt.

Die Figuren werden zuerst länger eingeführt, danach die Sachlage und Motive. Das braucht Zeit. Als Füllmaterial dienen viele Sex- und Nacktszenen, die jedoch mit billiger Mucke unterlegt wurden. Die bekannten Namen im Werk werden von Phillip Ko (The Green Jade Statuette, Der Tiger mit der Todeskralle, The Cyprus Tigers, Fatal Chase) als «Held» und von Norman Chu (Blood Ritual, Dream Home, That’s Money, Dirty Kung Fu, Wing Chun) gespielt.

Die Frauen, die im Film mit ihren Reizen den Männern den Kopf verdrehen, haben nur in wenigen Filmen, vor allem im Horror, Fantasy und Erotik-Kino mitgewirkt (Dead Curse, Curse, Devil Cat, The Boxer’s Omen, Sex Flower…). 

Regie führte nicht der horrorfilmerfahrene Kuei Chih-Hung (The Bamboo House of Dolls, Ghost Eyes, The Killer Snakes, Fearful Interlude, Spirit of the Raped, The Criminals Part 5, Hex, Bewitched, Corpse Mania, Curse of Evil, Misfire) sondern Richard Yeung Kuen, der nebst regulären Genre-Filmen (The Revenge of Angel, Gambling Baron, Duel of the 7 Tigers, Hot Blood) auch weitere Horrorfilme gedreht hat (Ghost's Lover, Bloody Beast, Hell Has No Boundary).

Der Film bietet Inhalte wie: Rache, Rape & Revenge, Geister, Rituale, Priester, schwarze Magie, asiatische Naivität der Figuren etc. Man muss nicht erwähnen, dass die HKer Filmemacher diesbezüglich einige der besten waren! Da gibt’s für westliche Zuschauer viele Szenen, die fremd, eigenartig, komisch und ekelhaft sein könnten – egal ob Gehirnmasse gegessen, lebende Würmer erbrochen, Sex mit Leichen und weitere bizarre und skurrile Szenen, die sich im Verlauf der Story mehr und mehr steigern, bis der Film am Ende komplett überrascht und ein kleines Gore-Fest wird – inklusive Szenen, die an japanische Tentakel-Animes und an John Carpenters The Thing erinnern.

Die Effekte sind unglaublich gut (vor allem die Kreatur am Ende sucht ihresgleichen!) und genau nach meinem Geschmack! Sehr schade, dass ich nicht weiss, wer diese getrickst hat. Stab-Angaben diesbezüglich liegen mir keine vor (und finde ich auf die Schnelle auch keine). Man muss aber sagen: Hut ab, die Person(en) haben ihr Handwerk in Sachen Effekten und Make-Up Masken mehr als verstanden!

Fazit: Jedem Shaw Brothers Horrorfilm-Fan zu empfehlen!

Infos:

O: Chung Gwai

HK 1983

R: Richard Yeung Kuen

D: Phillip Ko Fei, Norman Chu Siu-Keung, Foo Ling-Kei, Yee Muk Kwan San

Laufzeit der HK-DVD: 85:41 Min.

Gesehen am: Okt. 2007 / Review überarbeitet: Okt. 2019 / Sichtung der UK-Blu: 27.02.26

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von IVL vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Gibt es in England von 88 Films auf Blu-Ray. Eine deutsche Fassung gibt es nicht (Stand: Okt. 2019). Nachtrag Feb. 2026: Inzwischen lag mir für eine neue Sichtung die UK-Blu-Ray von Arrow Video (Shawscope Volume Four) vor. Der Film ist Uncut, im O-Ton (Kantonesisch) mit englischen Subs. Die Bild- und Tonqualität sind sehr gut, auch wenn es im Finale die ein oder andere Sequenz gibt, die ich leicht zu dunkel fand. Der Film liegt ohne Frame-Cuts vor. Sehr schade, dass es ausser einem Audiokommentar keine weiteren Extras zum Film gibt. Mehr Infos (auch über die Effekte und deren Entstehung) wären wünschenswert gewesen. Der Film hat die Neusichtung ansonsten bestanden, auch wenn die ersten 30 Minuten etwas lahm sind (Beziehungsmomente, paar Nacktszenen, paar Prügeleien). Aber wenn die ersten 40 Min. rum sind, driftet der Film mehr und mehr ins Phantastische ab inklusive Ekel-Szenen und tolle Monster-, Make-Up und Verwandlungsszenen im Finale, die an John Carpenters The Thing und/oder japanischen Animes erinnern. Top. Horrorfans der Shaw Brothers greifen zu! 

Dienstag, 29. Oktober 2019

Dellamorte Dellamore Review

Horroktober 2019
Dellamorte Dellamore

Story:

Francesco Dellamorte (Rupert Everett) und sein Gehilfe Gnaghi (François Hadji-Lazaro) arbeiten auf dem Friedhof. Wer hier begraben wird, steht innert sieben Tagen als Zombie wieder auf. Francesco und Gnaghi nehmen sich dem Problem an. Doch die Liebe zu einer mysteriösen Frau (Anna Falchi), Morde, Ermittlungen durch die Polizei und Bürgermeister-Wahlen erschweren ihre Mission…

Meine Meinung:

Obwohl das Ital. Genre-Kino Mitte der 90er Jahre nahezu tot war (Ende der 90er folgten noch Das Phantom der Oper von Dario Argento und Wax Mask von Sergio Stivaletti), folgte 1994 mit Dellamorte Dellamore einer der besten Ital. Genre-Filme und der beste Film von Michele Soavi überhaupt!

Soavi, ein Schüler von Dario Argento und selbst Regisseur von Filmen wie The Church, The Sect, Stagefright oder Uno Bianca, hat mit Dellamorte Dellamore ein fantastisch Schönes Stück Film geschaffen, der mir nicht nur unglaublich gut gefällt, sondern auch zu meinen Lieblingsfilmen zählt. In Dellamorte Dellamore, inspiriert von Ital. Comics (Dylan Dog), stimmt einfach alles:

Unterhaltsame, kurzweilige, abwechslungsreiche, originelle und spannende Story. Das Ende, welches mir extrem gut gefällt, wurde erst gedreht, nachdem 90% des Filmes bereits im Kasten war. Den Link zum Anfang des Filmes (Schneekugel), kam Soavi spontan, dies stand so nicht im Drehbuch und man hat diverse Enden (Szenarien) im Kopf gehabt. Nur in der Ital. Sprachfassung (UK Disc) wird klar, dass die zwei Freude am Ende einen Körpertausch vollzogen haben, während in anderen Fassungen (Deutsch/Englisch) die Antwort nur "nein" lautet.

Mir gefiel vor allem die mystische, naive, märchenhafte Stimmung des Filmes, in der die Realität (oder Fantasie) nicht hinterfragt wird, sondern es zur Verschmelzung kommt – einige surrealistische Szenen, die Trauminhalten ähneln, lassen darauf schliessen. Inhalte des Films sind interpretierbar. Antworten gibt es nicht. Das Annehmen solcher unlogischen Szenen, die jedoch als real und ungefragt dargestellt werden, geben dem Film das Gewisse Etwas.

Dazu kommen Motive des Zombie-Filmes, wichtige Themen wie Einsamkeit, Tod, Liebe, Freundschaften und auch eine herzige Liebesgeschichte ist in einem Nebenplot Inhalt des Filmes (Gnaghi und Valentina). Man darf den Film nicht ernst nehmen d.h. nicht nach Logik suchen (das Motorrad, welches z.B. als Grab-Dekoration herhalten muss). Der Film ist keine Komödie, aber es gibt einige Momente, die mich immer zum Schmunzeln bringen.

Der Film hat nicht viele Effekte. Diese wurden von Sergio Stivaletti ansehnlich getrickst. Den Soundtrack des Filmes mag ich auch sehr – jede Musikuntermalung passt perfekt zu den Bildern und den sonderbaren, wunderschönen Kameraeinstellungen eines Michele Soavis, dem man sein Mentor/Vorbild (Dario Argento) in jeder Sekunde ansieht. Die mir unbekannten Darsteller sind alle, bis in die kleinsten Nebenrollen, perfekt besetzt.

Fazit: Dellamorte Dellamore ist ein unglaublich schöner Filmgenuss! Schade, dass Soavi erst so spät so bekannt & erfolgreich wurde – aber dessen Filme und allen voran Dellamorte Dellamore zu entdecken, lohnt sich definitiv!

Infos:

O: Dellamorte Dellamore

Italien, Frankreich, Deutschland 1994

R: Michele Soavi

D: Rupert Everett, François Hadji-Lazaro, Anna Falchi

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 103:07 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet: Okt. 2019

Fassungen: Mir lagen vor: die deutsche DVD von Laser Paradise (Nostalgie, da für Red Edition Verhältnisse eine eher bessere Disc), die UK-Disc (da Ital. Ton und Audiokommentar mit Regisseur) und die deutsche Blu-Ray von 84 Film (da qualitativ besser als die LP Disc und da Soundtrack als Bonus).