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Montag, 1. Juni 2020

The Avenging Eagle Review





The Avenging Eagle

Story:

Chik Ming Sing (Ti Lung) ist auf der Flucht vor seinem Ziehvater Yoh Xi Hung (Ku Feng) und dessen Adoptivsöhnen (u.a. Johnny Wang-Lung Fei, Eddy Ko, Dick Wei), die wie er zu gefühlslosen Killern ausgebildet wurden. Auf seiner Flucht trifft Chik Ming Sing auf Cheuk Yi Fan (Alexander Fu Sheng), der ebenfalls Rache an Yoh Xi Hung nehmen möchte…

Meine Meinung:

The Avenging Eagle ist ein sehenswerter Eastern der Shaw Brothers mit den Stars Ti Lung (Young Lovers on Flying Wheels, 7-Man Army), Alexander Fu Sheng (Heroes Two, The Naval Commandos) und Ku Feng (The Black Tavern, My Son) in den Hauptrollen. Für Shaw Brothers Fans ist der Film ein gefundenes Fressen.

Die simple Rache-Geschichte wird mit genug Tiefe, Story, Dramatik und starken Schauspielleistungen erzählt, was dem Film an Filmfestspielen mehrere Preise einräumte (u.a. gewann Ti Lung Preis für den besten Schauspieler am 25igsten Asian Film Festival) und überzeugt nicht nur durch die Action-Szenen, von welchen es auch einige sehr gute zu bestaunen gibt.

Ti Lung und der leider viel zu früh verstorbene Alexander Fu Sheng sind beide als «Helden» und «Rächer» zu sehen, die gegen Bösewicht Ku Feng und dessen Männer zu bestehen haben. Ku Feng gibt in The Avenging Eagle wohl seine beste Rolle als Endgegner und Bösewicht ab. Eine Wucht!

In Nebenrollen als Ku Fengs Killer sind zu sehen: Eddy Ko (The Thundering Mantis), Dick Wei (Who Cares) und Johnny Wang Lung-Wei (Martial Club). Ich war vor allem überrascht, Dick Wei in einem Shaw Brothers Film zu sehen – ich wusste nicht, dass auch er seine Filmkarriere bei den Shaw Brothers startete – so wie viele andere vor ihm! In noch kleineren Rollen zu sehen sind: Shih Szu (The Woman from Hell) und Fu Shengs damalige Frau Jenny Tseng.

Die Action-Szenen sind gut, vor allem die Kampfszenen von Ti Lung und Fu Sheng. Von den Eagle Killern hatten vor allem Dick Wei und Johnny Wang-Lung Fei am meisten zu bieten nebst den zwei einarmigen Leibwächtern von Ku Feng, die im Finale zeigen können, was sie draufhaben. Die Waffen der Stars sind interessant und das lange und harte Finale ist packend und eindrücklich gefilmt und choreographiert worden. Die beste Kampfszene im ganzen Film. Da kommen Shaw Brothers Fans voll auf ihre Kosten!

Fazit: Unbedingt sehenswert!

Infos:

O: Long Xie Shi San Ying

HK 1978

R: Sun Chung

D: Ti Lung, Alexander Fu Sheng, Ku Feng, Johnny Wang-Lung Fei, Eddy Ko, Dick Wei, Shih Szu, Jenny Tseng

Laufzeit der HK-DVD: 86:24 Min.

Gesehen am: / Review überarbeitet: 22.04.20 / Sichtung der Arrow Video Fassung: 11.04.25

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von Celestial / IVL vor = bis auf eine längere Kampfszene im Finale Uncut, O-Ton, hervorragende Bild- und Tonqualität. Warum die Szene fehlt, ist mir schleierhaft. Die Szene ist Uncut im deutschen VHS (welches wiederum stark zensiert ist) zu sehen. Alle legalen DVDs sind von diesem Zensurschnitt betroffen. Es handelt sich um ca. eine Minute Action im Finale = schade, dass die Szene fehlt. Eine Blu-Ray gibt es nicht (Stand: April 2020). Nachtrag 24.06.23: Inzwischen wurde der Film in Deutschland von filmArt auf Blu-Ray veröffentlicht. In Deutsch/Mandarin mit deutschen Subs. Von einer 35mm Kinorolle wurden die längeren Kampfszenen, die in der HK-Fassung immer gefehlt haben, restauriert und in den Film hinzugefügt = die Fassung ist also länger und den regulären Celestial Fassungen vorzuziehen, auch wenn im Gegensatz zum alten deutschen VHS hier und da paar unwichtige Momente plötzliche fehlen (war ja schon in filmArts Ti Lung – Die tödliche Kobra der Fall). Die deutsche Synchronisation ist gelungen und Bild- und Tonqualität sehr gut. Schon fast zu gut und zu glattpoliert. Die eingefügten Szenen aus dem 35mm Print haben deutlich mehr Charme als das Haupt-Master der Blu-Ray. Das Ding kommt mit Wendecover daher. Nachtrag April 2025: Gesehen via Shawscope Vol. 3 von Arrow Video. Ku Feng Hommage. Für mich wohl seine eindrücklichste Darbietung als ein Bösewicht in einem Kung-Fu-Film. Mit seinen Krallen aus Stahl ist er nur schwer zu besiegen. Ti Lung und Fu Sheng geben im Finale alles, um ihn zu besiegen. Toller Film. Auch Fans von Ti Lung und Fu Sheng kommen voll auf ihre Kosten. Die Kämpfe sind toll anzusehen, gut choreographiert und die individuell eingesetzten Gimmicks und Waffen der einzelnen Kämpfer machen die Kampfszenen abwechslungsreich. Erstmal gibt es hier eine Uncut-Fassung (ohne Frame-Cuts) in einem Stück zu sehen. Die FilmArt Disc (angeblich sollen in dieser die Subs zum O-Ton misslungen und/oder asynchron sein) musste die fehlenden 90 Sek. des Finalkampfes aus einer deutschen 35mm Rolle einfügen. Die Arrow Video Fassung hingegen hat eine bessere und auch hellere Bildqualität, aber leider praktisch nichts an Extras zu bieten, was wiederum leicht schade ist. In Nebenrollen sind Namen wie Dick Wei, Johnny Wang Lung-Wei & Eddy Ko zu sehen. 

Sonntag, 24. Mai 2020

Update

Neue Reviews und neue Buch Empfehlung

 

Information:

Ab 1. Juni gibt es für einen Monat ein Shaw Brothers Spezial! Das heisst: es wird täglich ein Review zu einem Shaw Brothers Film geben:-)



- Der goldene Handschuh




- Inheritor of Kung Fu

- The Bloody Judge

- Iceman Cometh

- Guns of Dragon

- Freddy's Dead: The Final Nightmare

- The Devil's Owl

- Return of the Family Man

- The Return of Ringo



 

Der goldene Handschuh

Der goldene Handschuh

Inhalt:

Zitat Back-Cover des Buches:

«Fritz Honka, ein minderbemittelter Frauenmörder aus der Unterschicht, erlangte 1976 schaurige Berühmtheit. Seine Opfer nahm er aus der Hamburger Kneipe «Zum Goldenen Handschuh» mit. Strunks Roman taucht tief ein in die dunkle Welt von Kiez, Tresen, Abbruchquartier, deren Bewohnern das mitleidlose Leben alles Menschliche zu rauben droht. Er führt uns aber auch in die oberen Etagen der Gesellschaft, wo es nicht unbedingt menschlicher zugeht. Am Ende treffen sich Arm und Reich im «Handschuh»: Menschen allesamt, bis zur letzten Stunde geschlagen mit dem Wunsch nach Glück.»

Meine Meinung:

Auf den Roman Der goldene Handschuh von Heinz Strunk wurde ich durch die spätere True-Crime Verfilmung Der Goldene Handschuh aufmerksam (= siehe Review). Der Film gefiel mir bereits, der Roman war nochmal ein ganzes Stück besser!

Ich war beeindruckt, die viel Tiefe und Menschlichkeit die Figuren im Roman bekommen. Alles arme Seelen, Schlucker und Teufel, denen das Leben nicht gut mitspielte (Missbrauch, arme Verhältnisse, Verarbeiten der Kriegszeit…). Wie das im Roman dargestellt wird, kam viel besser, intensiver, eindrücklicher, tragischer, gar rührender aber auch mehr zum Schmunzeln anregend rüber als im Film.

Das Setting Der goldene Handschuhe (eine Kneipe) und die asoziale Unterschicht, die darin verkehren, sind unglaublich in Szene gesetzt und beschrieben. Und dessen Dialog erst (natürlich ihrem Niveau angepasst). Muss man gelesen haben, um es zu glauben! Ich fühlte mich bestens unterhalten!

Es gibt eine 2., parallellaufende Geschichte, welche in dem Ausmass nicht im Film vorkam. Dort rechnet Heinz Strunk auch mit der Oberschicht ab. Ob diese Story-Schlaufe auch auf wahren Begebenheiten beruht, ist mir nicht bewusst. War aber ebenso unterhaltsam. Was Geld und Reichtum aus einem machen kann – sagenhaft. Schützt nicht vor Negativem im Leben…

Nach dem Ende des Romans präsentiert Heinz Strunk noch Tatsachenfakten, was aus Fritz Honka wurde. Es werden Aussagen aus dem Gericht zitiert und es gibt chronologisch weitere Infos bis zum Tode von Fritz Honka. Interessant, dass er unter falschen Namen in einem Alters- und Pflegeheim leben durfte. Ob das die Pflegenden wussten? Schauerlich…

Im Vergleich zum Film geht es im Roman zu 90% um die Figuren und ihre trostlosen Leben. Nur zu 10% werden die Morde beschrieben. Dies war im Film auch anders gewichtet würde ich meinen (den Gewalt- und Mordszenen wird mehr Zeit beigesteuert als im Roman). Ich empfand dies nicht als negativ, im Gegenteil: die Beschreibung der Figuren und ihrer Tagesstruktur empfand ich als äusserst informativ, spannend, amüsant, tragisch und schwarzhumorig = sehr unterhaltsam!

Fazit: Den Roman zum Film kann ich jedem Fan des Filmes nur ans Herz legen! True Crime Fans sollten so oder so zugreifen!

Infos:

Anzahl Seiten: 253

Sprache: Deutsch

In Deutschland erschienen: Ja

Autor: Heinz Strunk

Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag

Art: Taschenbuch

Roman/Sachbuch: Roman, auf wahren Begebenheiten beruhend

Erschienen: Feb. 2019 (7. Auflage)