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Samstag, 17. Juni 2023

V.I.P.

V.I.P. 

Story:

 

Gangster-Boss Steven (Bill Lake) plant in Jakarta einen grossen Coup. Dafür arbeitet er mit den vier Gangstern Miss Tina (Pei Ju-Hua), Peter (Michael Chan Wai-Man), Yamaha (Yasuaki Kurata) und Negro (Boy Tirayoh) zusammen. Doch die Interpol Agenten Jack (George Rudy) und Co. (Debby Cynthia Dewi) sind schon hinter ihnen her…

 

Meine Meinung:

 

Bei V.I.P. aka The Mad, the Mean and the Deadly aka Bandit Bandit International handelt es sich um einen seltenen Gangster-Actionfilm aus den 70ern, in Jakarta gedreht. Es ist schwer zu sagen, ob es sich um eine reine indonesische Produktion oder um eine Co.-Produktion zwischen Hong Kong und Indonesien handelt. Es finden sich im Netz verschiedene Angaben zu Regisseuren (F. Soetrisno, Joseph Kuo Nan-Hong, Sutrisno Wijaya) und auch verschiedene Produktionsfirmen wie Chin Tsai (nichts darüber gefunden) oder PT Metro 77 (dies ist eine offizielle indonesische, private Kompanie).

 

Auf jeden Fall ist der Cast sehr international besetzt. Chinesen (Michael Chan Wai-Man), Indonesier (Boy Tirayoh), Japaner (Yasuaki Kurata) oder Kanadier (Bill Lake) sind im Film in Haupt- und Nebenrollen zu sehen. Ich wurde natürlich durch meine Michael Chan Wai-Man Wunschliste auf den Film aufmerksam. Der Film ist selten, ich habe bisher keine offizielle Fassung gefunden bzw. ich kenne Menschen, die solche haben, aber nicht bereit sind, zu verkaufen oder zu tauschen, was ich nachvollziehen kann.

 

Daher guckte ich mir den Film auf Youtube an. V.I.P. hat mir gut gefallen. Der Film ist besonders für Fans der 70er Jahre Michael Chan Wai-Man-Filme interessant, sehenswert und zu empfehlen. Das Jakarta-Setting und der internationale Cast sind eine willkommene Abwechslung zum sonstigen HK-Kino der Zeit. Zudem wirkt der Film dadurch exotisch. Und seltene waren Männer cooler als in dem Film hier. Besonders Michael Chan Wai-Man (Carry On Yakuza, Crimson Street) und Yasuaki Kurata (Heroes of the East, Aces Go Places II) geben alles und Fans der zwei kommen voll auf ihre Kosten, vor allem wenn sich beide in einem langen Kampf bekämpfen.

 

Ansonsten gefällt der Film durch sein Low-Budget, eine ganz eigene 70er Jahre Stimmung, einige herrlich naive Liebesgeschichten am Rande, dem Sightseeing von Jakarta und soliden Action-Szenen wie wenigen blutigen Shoot-Outs, Verfolgungsjagden und coolen Kampfszenen, die teilweise auch in Zeitlupe gefilmt wurden. Am Ende darf Michael Chan Wai-Man noch einen "hängt mit Seil vom Helikopter" Stunt absolvieren wie einst Jackie Chan in Police Story 3 oder Yuen Biao in Above the Law inklusive Sprung ins Wasser. Und seine Schlussszene mit Leder-Bike-Outfit war zum Brüllen komisch. Die 70er halt!

 

Fazit: Für Fans von Michael Chan Wai-Man zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: Bandit-bandit internasional, 男猛

 

Indonesien, HK 1977 (je nach Quellen)

 

R: F. Soetrisno, Joseph Kuo Nan-Hong, Sutrisno Wijaya (je nach Quellen)

 

D: Michael Chan Wai-Man, Yasuaki Kurata, Pei Ju-Hua, Boy Tirayoh, George Rudy, Debby Cynthia Dewi, Bill Lake

 

Laufzeit der TW-VHS: 86:53 Min.

 

Gesehen am: 04.05.23

 

Fassungen: Gesehen via Youtube = Upload des seltenen VHS (oder Beta) aus Taiwan = Mandarin mit englischen und chinesischen Subs. Vollbild. Es fehlt eine erotische Tanzszene. Diese gibt es in der Fassung aus dem Libanon (Betamax, Englisch Dubbed) zu sehen. Die Tanzszene fehlt auch in der indonesischen 16mm Print Fassung (die dafür in Widescreen wäre). Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Mai 2023). 

 

So sähen die Fassungen aus Taiwan und dem Libanon aus:

 

 




Freitag, 16. Juni 2023

Shaolin – Eine Faust die tötet

Shaolin – Eine Faust die tötet 

Story:

 

Lung Chun-San (Chi Kuan-Chun) wird von einem Mann, der sein Gesicht hinter einer goldenen Maske verbirgt, beauftragt und bezahlt, einen Mord zu verüben. Gesagt, getan. Dumm nur, dass sich das Opfer als Lungs Bruder herausstellt. Lung sinnt nun auf Rache. Doch wer ist der Mann hinter der goldenen Maske?

 

Meine Meinung:

 

Aka The Golden Mask. Auf Shaolin – Eine Faust die tötet freute ich mich. Die Bilder zum Film liessen mich auf einen fantasievollen Taiwan-Eastern mit hübschem Trash-Gehalt hoffen. Coole Waffen, coole Gimmicks. Die Maske und die Waffen, welche ich auf den Bildern sah, entsprachen genau meinem Geschmack. Dazu Shaw Brothers Star Chi Kuan-Chun (Relentless Broken Blade, The Naval Commandos, Crazy Horse and Intelligent Monkey). Was will man mehr?

 


Der Film beginnt auch stark. Die deutsche Synchronisation ist zum Glück gelungen, so dass das Sehvergnügen trotz fehlendem O-Ton nicht beeinträchtigt wird. Die gestohlene Musik (z.B. aus James Bond Filmen) passt auch gut dazu. Und die Kampfszenen waren erste Sahne. Der Film wirkt am Anfang wie ein Videospiel, in welchem Chi Kuan-Chun von einem Gegner zum nächsten hetzt, um "ein Level weiterzukommen". So weit, so gut.

 

Leider gibt es danach Längen. Im Mittelteil, aber auch vor dem Finale bremst der Film immer wieder unangenehm aus. Der Krimi-Plot ist lahm, hier und da wirr und eigentlich wenig interessant. Da wäre mir ein unkonventioneller Plot lieber gewesen. Plus mehr Action. Chi Kuan-Chun macht seine Sache sehr gut. Er darf viel von seinem Können zeigen und in den Kämpfen braucht er oft nur einen Arm. Wang Kuan-Hsiung (Dirty Trick, Chase Step by Step, Chivalry Deadly Feud) ist der mysteriöse Fremde. Feind oder Freund?

 

Doris Lung Chun-Erh (Eunuch of the Western Palace, The Secret of Shaolin Poles, 7 Men of Kungfu), unglaublich schön anzusehen, bekommt leider zu 99% keine Kampfszenen spendiert. Das war schade! In einer Nebenrolle überzeugt hat Stephen Tung Wai (Hard Boiled), der auch für die Choreographie zuständig war. Wie es der Zufall will, sah ich vor kurzem einen weiteren Film mit ihm: Killer Wears White! Ein doch unterschätzter und zu wenig bekannter Martial Arts-Star. Die Highlights an Verrücktheit bietet das Ende, in dem auch die fliegende Guillotine mitmischen darf. Eine Waffe, die Eastern Fans aus The Flying Guillotine und dem Jimmy Wang Yu Klassiker The One-Armed Boxer vs. The Flying Guillotine kennen.

 

Fazit: Nicht der perfekte Eastern aus Taiwan, aber ein Film, der seine Momente hat und den sich Fans des Genres gut ansehen können!

 

Infos:

 

O: Hong Yi Leng Xue Jin Mian Ren

 

Taiwan 1977

 

R: Ting Chung

 

D: Chi Kuan-Chun, Wang Kuan-Hsiung, Stephen Tung Wai, Doris Lung Chun-Erh

 

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: Ca. 93 Min.

 

Gesehen am: 03.05.23

 

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von TVP vor = restauriertes 35mm (?) Master, Deutsch/Englisch, keine Subs, Uncut, Mediabook mit Blu-Ray, DVD und Booklet. Schade, dass kein O-Ton dabei ist! Die deutsche Synchro ist jedoch mehr als gelungen. Die Edition ist auf 333 Stück limitiert (es gibt mehrere Cover-Motive).

Donnerstag, 15. Juni 2023

Killer Wears White



Killer Wears White 

Story:

 

Detektiv Cheung (Roy Chiao Hung) nimmt den Kung Fu Kämpfer Keung (Stephen Tung Wai) unter seine Fittiche. Zusammen lehren sie den Bösewichten das Fürchten. Die beiden sind Master Mang (Yen Shi-Kwan) ein Dorn im Auge. Ein Mordversuch an Keung scheitert. Danach taucht ein unbekannter, in weiss gekleidetem Killer auf und es kommt zu einer Reihe von Morden…

 

Meine Meinung:

 

Aka The Killer in White. Diese First Films Produktion aus dem Jahr 1980 startet wie viele andere Hong Kong Filme dieser Zeit: episodenhafter Plot, billige Musik, grauenhafter Dub, Mix aus Kung Fu und Komödie à la Jackie Chan, am Anfang lahm und sehr auf Klamauk bedacht. Teilweise nur schwer zu ertragen! Die ersten 50 Minuten sind abgesehen von paar wenigen Kampfeinlagen von Stephen Tung Wai (Die Schlitzaugen mit dem Superschlag) relativ lahm und unspektakulär.

 

Doch ab der ca. 50. Minute ändert sich die Qualität des Filmes aber auch der Grundton des Filmes massiv. Der Plot kristallisiert sich langsam heraus, die Parteien sind geklärt, die Mordversuche und Suche nach dem Killer nehmen mehr und mehr Platz ein. Dazu gibt es weniger Längen und weniger Klamauk. Kampfszenen und Härte nehmen steigend zu. Diese 40 Minuten bis zum Ende sind dann wirklich toll anzusehen und entschädigen für den lahmen Start.

 

Stephen Tung Wai macht in den Kampfszenen nebst Yen Shi-Kwan und Huang Ha die beste Figur. Er hat die Kampfszenen zudem zusammen mit Lam Ching-Ying (Slickers Vs Killers) choreographiert. Stephen Tung Wai gibt einen würdigen Jackie Chan Klon ab. A Touch of Zen Star Roy Chiao Hung darf in der Hinsicht nicht kämpfen. Dafür tun das andere. Yen Shi-Kwan (Iron Monkey) spielt den Bösewicht und macht dies ebenfalls toll, während Huang Ha (Encounters of the Spooky Kind 2) nur in einer Nebenrolle als "Mann in weiss" zu sehen ist. In seinen wenigen Szenen überzeugt auch er in den Kampfszenen.

 

Sind die ersten 50 Minuten relativ harmlos, so wird dies danach anders. Die blutigen Messer-Morde könnten direkt aus einem Giallo stammen. Der Verlauf bleibt humorlos, brutal und blutig. Das Finale ist derb und die Härte ist eine willkommene Abwechslung zum ansonsten so lustigen Ton, den solche Kung Fu Komödien oft mit sich bringen. Das war schon eine tolle Nummer. In einer Nebenrolle als Comic-Charakter mit falschen Zähnen ist noch Addy Sung Gam-Loi (Unreal Dream) zu sehen.

 

Fazit: Hat man die ersten lahmen 40 Minuten überstanden, wartet danach ein sehenswerter und brutalter Mix aus Kung Fu und Giallo-Motiven auf den Fan! Empfehlenswert!

 

Infos:

 

O: Bok Chat

 

HK 1980

 

R: Joe Cheung Tung-Cho

 

D: Roy Chiao Hung, Yen Shi-Kwan, Stephen Tung Wai, Fung Ging-Man, Addy Sung Gam-Loi

 

Laufzeit des holländischen VHS: 91:36 Min.

 

Gesehen am: 03.05.23

 

Fassungen: Mir lag das holländische VHS von Lightline Video vor = Uncut, Englisch Dubbed, 1,78:1 Bildformat. Es gibt keine deutsche Fassung, keine DVD, keine Blu-Ray. Das HK-VHS wäre in O-Ton mit englischen Subs aber in Vollbild. Der Englische Dub ist furchtbar. Die Bildqualität ist gut.