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Freitag, 19. Oktober 2018

Deathdream Review

Horroktober 2018 Spezial
Deathdream

Story:

Die Familie von Soldat Andy (Richard Backus) kann ihren Augen nicht glauben, als Andy vor ihnen steht – immerhin erhielten sie zuvor vom Militär die Info, dass ihr Andy gestorben sei. Doch Andy ist verändert und mit seinem Auftauchen startet eine mysteriöse Mordserie in der Umgebung…

Meine Meinung:

Deathdream, der im Original eigentlich Dead of Night heisst (auch der On-Screen Titel lautet so), hat mir nach der 2. Sichtung im Gegensatz vor elf Jahren deutlich besser gefallen. Ich wusste eigentlich nichts mehr über den Film. Ich wusste nur, dass ich den Film damals nicht prächtig gelungen und relativ lahm fand. Mehr nicht.

Das Wissen, dass der Film ruhig ist und die damit realistischen Erwartungen, welche ich angepasst habe, sorgten nun dazu, dass mir Deathdream sehr gut gefallen hat. Der Film ist in der Tat langsam – der Inhalt wird quälerisch langsam und ruhig erzählt! Manchmal ist das Ruhige Auftreten viel schlimmer und unheimlicher als wenn mit dem Holzkammer gegruselt wird – siehe Vergleich langsame Zombies in Night of the Living Dead vs schneller Zombies aus Dawn of the Dead. Was wirkt gruseliger, unheimlicher? Die langsame Bedrohung oder der Actiongehalt?

Deathdream ist per se für meinen Geschmack auch kein reiner Horrorfilm. Ich würde den Film als Drama betiteln mit Zombie-Motiven und Sozialkritik (posttraumatische Störungen von ehemaligen Militärs). Der Film bietet sehr überzeugende Darsteller. Ihre Leistungen sind sehr gut. Es sind viele Emotionen im Spiel, die stark gespielt sind (Todesmeldung, Gefühle, die sich zeigen, als Andy doch auftaucht, innere Wut und zwischenmenschliche Konflikte, da Andy anders ist, das Eskalieren im Finale). Hut ab vor den Darstellern und ihren Leistungen. Wer Action sehen will, muss bis ins Finale warten – dort wird man für die «mangelnden Horrorparts während dem Film» entschädigt. Wer gerne Hunde hat, wird in einer Szene nichts zu lachen haben.

Horrorfans werden den Film mit einem bekannten Namen in Verbindung bringen, der ggf. falsche Erwartungen schnüren kann: Tom Savini, ein Meister seines Fachs, wenn es darum geht, für Horrorfilme blutige Effekte oder Monstermasken zu kreieren. Er war selbst im Krieg (Vietnam) und hielt dort das Grauen auf der Kamera fest – dies inspirierte ihn später, Maskenbilder zu werden. Seine Arbeit in Deathdream stellt sein Debüt als Make-Up Künstler dar – und dieses kann sich durchaussehen lassen.

Sehr solide Leistungen von einem Mann, der später weltweit mit sehenswerten Effekten in Filmen wie Dawn of the Dead (inklusive Nebenrolle), Nightmare, Creepshow 2, Necronomicon (Episodenhorror), Deranged (Ed Gein Verfilmung), Maniac (Original), Freitag der 13., The Burning (80er Jahre Slasher), The Prowler (weiterer 80er Jahre Slasher), Day of the Dead, Freitag der 13. – Das letzte Kapitel (für viele einer der blutigsten Fortsetzungen der Kultreihe), Till Death Do We Scare (HK Gruselkomödie), Invasion U.S.A. (Chuck Norris Highlight), The Texas Chainsaw Massacre 2 (immerhin in den Effekten enttäuscht der Film nicht), Bloodsucking Pharaohs in Pittsburgh (wer fast alle Effekte Uncut sehen möchte, muss zum VHS aus Japan greifen), Two Evil Eyes (George A. Romero und Dario Argento Zusammenarbeit nach Dawn of the Dead), Killing Zoe oder Nightmare City (kommendes Remake zu Großangriff der Zombies in welchem Tom Savini auch Regie führen soll) zuständig war.

Fazit: Ich bin froh, dem Film eine 2. Chance gegeben zu haben: heute gefällt mir Deathdream, ein Horrordrama, spannend, tragisch und quälend langsam auf ein eskalierendes Finale zusteuernd, dazu hervorragend gespielt, sehr gut. Stimmungsvoll und sehenswert!

Infos:

O: Dead of Night

USA, Großbritannien, Kanada 1974

R: Bob Clark

D: John Marley, Lynn Carlin, Richard Backus, Henderson Forsythe, Anya Ormsby, Jane Daly

Laufzeit der US-DVD: 87:59 Min.

Gesehen am: Dez. 2007 / Review überarbeitet: 19.10.18

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Blue Underground vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, englischer Ton, keine Subs. Die inzwischen erhältliche Blu-Ray von Blue Underground hätte, wie auch die deutsche Blu-ray von Subkultur, Subs (US Ausgabe = Englisch, deutzsche Ausgabe = Deutsch). O-Ton liegt der deutschen Blu-Ray auch vor.

Donnerstag, 18. Oktober 2018

Blood Feast 2: All U Can Eat Review




 Horroktober 2018 Spezial - Webmaster mit Herschell Gordon Lewis am NIFFF 2011, wo Lewis paar Cover, Poster und Booklet signiert hat

Blood Feast 2: All U Can Eat

Story:

Fuad Ramses III (J.P. Delahoussaye) eröffnet in derselben Kleinstadt, in welcher sein Vorfahre ein Massaker veranstaltete, ein Restaurant. Schnell zieht er die Skepsis der Polizei (Mark McLachlan, John McConnell) auf sich. Wie auch sein Vorfahre gerät Fuad Ramses III durch eine Statue einer ägyptischen Gottheit in den Blutbann und beginnt, Frauen zu ermorden. Die Polizei beginnt zu ermitteln…

Meine Meinung:

Ich glaube Blood Feast 2 war damals mein allererster Herschell Gordon Lewis Film, den ich gesehen habe. Und bis heute ist Blood Feast 2 in meinen Augen der beste Herschell Gorden Lewis Film. Deutlich besser als Teil 1 und alle anderen Filme des Regisseurs!

Der Film ist eine direkte Fortsetzung zu Teil eins – erzählt die gleiche Geschichte, nur viele Generationen später. Man kann fast von einem Remake sprechen. Interessant ist, dass Herschell Gordon Lewis nach The Year of the Yahoo! von 1972 keinen Film mehr drehte, bevor er 2002 seinen besten Film drehte – nach so langer Pause. Das ist Herschell Gordon Lewis, der 2016 verstarb, hoch anzurechnen.

Der Film könnte, kennt man sich im Herschell Gordon Lewis Universum nicht aus, für ungeübte Zuschauer billig, übertrieben und theatralisch wirken (gerade das Overacting der Schauspieler, die Figurenzeichnung und den Humor betreffend), aber im Vergleich zu seinen alten Werken ist Blood Feast 2 deutlich aufwändiger, technisch besser, bietet deutlich bessere Leistungen der Darsteller und die Effekte sind die besten, die Herschell Gordon Lewis je auf die Leinwand gebracht hat – dazu, was die Anzahl angeht, auch am höchsten und am blutigsten, was den Blutgehalt angehen.

Mir hat der Humor wie auch die sympathischen Figuren, der Kleinstadt-Charme, der Soundtrack, beigesteuert von der Band Southern Culture on the Skids, sehr gut gefallen. Genau nach meinem Geschmack – wie auch die vielen total blutigen Splattereffekte, die ihresgleichen suchen. Diese werden zum Teil sehr ausführlich und lange gezeigt, in Nahaufnahme – keine schnellen, hektischen Schnitte. Noch nach alter Schule à la Lucio Fulci und Co. Der Gore und die Darbietung und Präsentation der Effekte wird in Blood Feast 2 gefeiert und zelebriert. Für diese war Joe Castro zuständig – ein mir unbekannter Effektekünstler. Ich kenne sonst auch keine Filme, in welchen er mitgewirkt hat (vor allem Low-Budget und Indie-Produktionen wie es scheint).

Die Darsteller sind mir unbekannt (Ausnhame: John Waters in einem Kurzauftritt als Priester) - die meisten haben nur in paar wenigen, unbekannten Filmen mitgewirkt. Gerade die zwei Cops oder J.P. Delahoussaye als Fuad Ramses III haben mir sehr gut gefallen – sehr charismatisch und mit viel Freude dabei. Die Mädels hingegen schauen durch die bank toll aus und könnten praktisch alle aus dem Pornogeschäft stammen – diesbezüglich gibt es auch viel nackte Haut zu sehen – etwas, dass in einem Film von Herschell Gordon Lewis nicht fehlen darf.

Fazit: Herschell Gordon Lewis bester Film! Kann ich nur empfehlen wie noch folgende Filme von ihm: Blood Feast (sollte man als Splatterfan schon gesehen haben), Two Thousand Maniacs (wobei mir das Remake mehr zusagt), The Gruesome Twosome (hat mir gefallen – erinnert ein wenig an Maniac), Wizard of Gore (hier finde ich das Original besser), The Gore Gore Girls (erinnert ein wenig ans Giallo Genre) und The Uh-oh Show (vorletzter Film bevor er starb).

Infos:

O: Blood Feast 2: All U Can Eat

USA 2002

R: Herschell Gordon Lewis

D: J.P. Delahoussaye, Mark McLachlan, John McConnell, Toni Wynne, Christy Brown, Christina Cuenca, Kristi Polit, Jill Rao, John Waters

Laufzeit der US-DVD: 99:14 Min.

Gesehen am: Erstsichtung war vor 2006 / Review überarbeitet am: 18.10.18

Fassungen: Mir lagen die DVDs aus den USA von Shriek Show und aus England von Arrow Video vor (u.a. mit Poster). Poster und Cover habe ich von Herschell Gordon Lewis am NIFFF signieren lassen, siehe Fotos. Weltweit scheinen alle DVDs nicht anamorph zu sein. Die US und UK DVDs bieten keine englischen Subs, auf den deutschen Scheiben (gibt mehrere Uncut Anbieter) sind nebst Deutsch/Englisch auch deutsche Subs vorhanden. In Deutschland beschlagnahmt! Eine Blu-Ray scheint es bisher nicht zu geben (Stand: Okt. 2018).

Mittwoch, 17. Oktober 2018

My Bloody Valentine Review

Horroktober 2018 Spezial
My Bloody Valentine

Story:

In einer Kleinstadt:

Der Valentinstag nähert sich und mehrere Personen verschwinden und/oder werden von einem unbekannten Killer umgebracht. Ob es damit zu tun hat, dass vor 20 Jahren bei einem Grubenunglück eine Tragödie geschah und seither der Valentinstag nie mehr gefeiert wurde? Die Polizei beginnt zu ermitteln…

Meine Meinung:

My Bloody Valentine, ein Anfang 80er Jahre Slasher aus Kanada, braucht sich hinter seinen US-Kollegen à la Freitag der 13., Halloween, Prom Night, The Mutilator, Killer Workout, Hide and Go Shriek, Happy Hell Night, Madman, Witchtrap und Co. nicht zu verstecken. Im Gegenteil: im Vergleich zu einigen US-Slashern bietet My Bloody Valentine in Sachen Schauspiel, Härtegrad und Effektearbeit ein deutliches Plus.

Die Story ist simpel – wie in vielen anderen Slashern und/oder Filmen aus dem Giallo Genre, ist ein Traumata Ursache der Morde. Eine Kleinstadt (ich mag Kleinstadt-Stimmung) hat seit 20 Jahren am Valentinstag auf Feste und Partys verzichtet – doch dies soll sich nun ändern und prompt nimmt eine Mordserie ihren Lauf. Wer ist der Täter? Damit ist für solide Spannung garantiert.

Der Film, der trotz Herstellungsland Kanada sehr amerikanisch wirkt, baut eine grundsolide Stimmung auf. Die Figuren sind okay – nerven weniger, nerven mehr oder gar nicht. Schön zu sehen, dass auch erwachsene Figuren eine Rolle spielen und nicht nur Teens. Der Soundtrack ist bis auf den Song im Abspann, den ich sehr mag (erinnert mich an den Song vom Abspann aus Madman), nichts Spezielles. Auf Klischees wie Drogen und Sex darf der Slasher-Fan alleridngs nicht hoffen.

Dafür gibt es einige originelle, aufwändig getrickste, blutige und handgemachte Splattereffekte zu sehen, welche die Highlights des Slashers darstellen. Zudem stellt My Bloody Valentine in der Hinsicht das perfekte Beispiel dar, dass beweist, dass ehemals zensierte Szenen doch noch vorhanden und aufzutreiben sind – selbst wenn vor über 20 Jahren die Schere angesetzt wurde! Da können sich andere Majors und Studios eine Scheibe abschneiden, wenn ich da an zensierte Filme wie Total Recall, Sex oder stirb, The Crow, Stirb langsam 2, The Cliffhanger, Freitag der 13. Reihe (vor allem die Teile 2, 4, 5, 6, 7 und 8), Schrei, wenn du kannst oder Picking Up the Pieces denke – wo es in vielen Fällen bis heute keine echten Uncut Fassungen gibt.

Fazit: Wer alte Slasher mag, kommt um My Bloody Valentine, der 2009 ein gutes Remake erfahren hat, nicht hinweg. Lohnt sich!

Infos:

O: My Bloody Valentine

Kanada 1981

R: George Mihalka

D: Paul Kelman, Lori Hallier, Neil Affleck, Keith Knight

Laufzeit der US-DVD: 92:55 Min.

Gesehen am: Nov. 2006 / Review überarbeitet am: 17:10.18

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Lions Gate / Paramount vor = Special Edition im Schuber, englischer Ton, englische Subs, weltweit das erste Mal Uncut = Unrated Fassung. Alle anderen Fassungen, die seit VHS Zeiten das Licht der Welt erblickten, entsprachen der stark zensierten R-Rated Kinofassung, in welcher viel Gewalt zensiert wurde. Erst 2009 wurde die Unrated Fassung veröffentlicht, welche es bis dato nur in den USA und Kanada zu kaufen gibt. In Deutschland bisher nur als R-Rated Fassung auf DVD zu haben (Stand: Okt. 2018). Die DVD und auch Blu-Ray, die 2009 veröffentlicht wurden, sind kaum mehr zu bekommen. Nur noch gebraucht und zu Preisen von ca. 140-500 USD! Die Blu Ray wäre, zumindest laut Cover, sogar Region All. Die DVD hat eine sehr gute Bildqualität, während die eingefügten, ehemals zensierten Stellen qualitativ leicht abfallen aber noch immer eine ausreichend gute Bildqualität bieten (bis auf eine eingefügte Szene im Finale, die ist deutlich schlechter).