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Donnerstag, 15. November 2018

If You Meet Sartana…Prey for Your Death Review

If You Meet Sartana…Prey for Your Death

Story:

Zwei Banker (Sydney Chaplin und Gianni Rizzo) lassen ihre eigene Kutsche und Ladung Gold überfallen und stehlen. Doch die durchführenden Gangster (William Berger und Klaus Kinski) spielen ein doppeltes Spiel und versuchen, sich gegenseitig zu betrügen. Dazu kommt, dass auch ein mexikanischer General (Fernando Sancho) und der mysteriöse Sartana (Gianni Garko) hinter dem Gold her sind. Ein Katz und Maus Spiel beginnt…

Meine Meinung:

Dieser Italo Western und Auftakt zur 5teiligen Sartana Reihe hat mir sehr gut gefallen. Ich fühlte mich bestens unterhalten und der Film war unterhaltsam und zu keiner Sekunde langweilig. Wie sich die ganzen Parteien versuchen, unschädlich zu machen, ein doppeltes Spiel spielen oder sich gegenseitig versuchen «zu betrügen», ist schon köstlich und amüsant in Szene gesetzt – dem Treiben hätte ich sogar noch länger, als die Laufzeit hergibt, zusehen können.

Dazu kommt, dass der Film mit vielen sympathischen Figuren die Geschichte, die im Genre sicher nicht neu ist, erzählt. Nicht nur Gianni Garko als geheimnisvoller Sartana ist sympathisch, sondern auch der restliche Cast. Den Figuren zusehen, macht einfach viel Spass. Sartana kündigt sein Kommen mit einer Uhr, die beim Öffnen eine Melodie abspielt, an. Das hat mich an Henry Silvas Figur aus Die Rache des Paten erinnert (dort kündigt das Antiheld sein Kommen mit pfeifen an).

Fast noch charismatischer war William Berger als Gegner von Sartana – und die ganze Zeit über steigt die Vorfreude und Spannung, wenn sich beide die Finale endlich gegenüberstehen. Er spielt sehr gut, nahe dem Overacting, aber ohne peinlich oder lächerlich zu wirken. Sehr sympathischer Auftritt. William Berger ist ein Schauspieler, der mir zuvor nichts sagte. Der Österreicher spielte in seiner langen Karriere aber in vielen Italo-Filmen unterschiedlichen Genres mit. Egal ob Horror (Spider Labyrinth, Maya, Der Monster-Hai), Italo-Western (Djangos Rückkehr, Keoma - Das Lied des Todes), Ausflüge ins Jess Franco Universum (Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne, The Sinister Eyes of Doctor Orloff, Im Schatten des Mörders), Giallo (Five Dolls For An August Moon) oder im Poliziotteschi (Der Tag der Cobra, Ich, die Nonne und die Schweinehunde) Genre. Ein gefragter Mann.

Ein gefragter Mann war auch Klaus Kinski (Creature, The Hand That Feeds the Dead) – der hier aber nur in einer Nebenrolle zu sehen ist (wäre wohl zu teuer geworden als Hauptrolle). Er macht aber trotzdem einen fanatischen Job. Die beste Szene, die vor Spannung und Intensität nur so knistert, ist jene, in der sich die drei Männer alle beim Barbier treffen! Spannend war auch die Gamble-Szene. Auch die Nebenrollen sind perfekt besetzt – sehr passende Darsteller für ihre Rollen (Gianni Rizzo als fetter, schmieriger Banker oder Fernando Sancho als mexikanischer General).

Die Action-Szenen sind sehr solide und effektiv (paar blutige Shoot-Outs, man darf aber keine John Woo oder Sam Peckinpah Qualitäten erwarten und manchmal gibt es auch gar keine Einschusslöcher zu sehen) inszeniert. Der Soundtrack ist solide und der Film ist überdurchschnittlich gut gefilmt. Die Actionszenen stellen zufrieden, sind aber nicht das Highlight des Filmes. Der Film lebt von der unterhaltsamen Story und die tolle Zeichnung seiner Figuren, so dass als Highlights die Dialog-Szenen statt die Action-Szenen zu gefallen wissen. 

Fazit: Jedem Italo Western Fan zu empfehlen! 

Gefolgt von: I Am Sartana, Your Angel of Death

Infos:

O: Se incontri Sartana prega per la tua morte

Italien, Deutschland, Frankreich 1968

R: Gianfranco Parolini

D: Gianni Garko, William Berger, Klaus Kinski, Fernando Sancho, Sydney Chaplin, Gianni Rizzo

Laufzeit der UK Blu: Ca. 96 Min.

Gesehen am: 11.08.18

Fassungen: Mir lag die Sartana Box aus England von Arrow Video vor = alle fünf Filme (neue Master), Englisch/Ital. mit englischen Subs, viele Extras, Booklet, Uncut Fassungen, Wendecover etc. Schickes Sammelstück. Teil eins gibt es auch in Deutschland Uncut (Blu-Ray) von Colosseo Film (Deutsch/Ital. und deutsche Subs).

Legal Innocence Review

Legal Innocence

Story:

Kitty (Ivy Leung) und Patrick (Francis Ng) werden wegen eines angeblichen Mordes zum Tode verurteilt. Die labile Sozialarbeiterin Shirley (Cecilia Yip), die sich in Patrick verliebt, kämpft für dessen Freilassung. Der Fall wird aufgerollt und Patrick kommt tatsächlich Frei, der inzwischen Shirley geheiratet hat. Ein Cop (Anthony Wong) ermittelt weiterhin gegen Patrick…

Meine Meinung:

CAT. III True Crime Film (Fall soll auf einem echten Verbrechen beruhen) den man sich als Fan des Genres ansehen kann. Im Gegensatz zu vielen andren True Crime und CAT. III Streifen dieser Zeit (Brother of Darkness, Ebola Syndrome, The Untold Story etc.) gibt sich Legal Innocence düster und ernst und verzichtet auf sonderbaren HK-Humor und Klamauk (bis vielleicht auf das Verhalten der HKer Polizei, als man zu Beginn des Filmes die Überreste in der Kiste finet). Das kommt dem Film gut zu stehen.

Der Film gibt inhaltlich wenig her. Diverse Abläufe werden mehrfach gezeigt und erzählt – in Rückblenden und aus Sicht von diversen Personen oder Möglichkeiten. Dabei bleiben allzu grosse Überraschungen aus. Das sorgt hier und da für lahme Momente. Zudem braucht der Film nach dem tollen Beginn (finden der Überreste, stimmungsvoll) relativ lange Zeit, bis die Figuren eingeführt und sich die Story entwickelt. Es gibt zudem mehrere Genres, wie im HK Kino der damaligen Zeit nicht unüblich (Krimi, CAT. III Film, Thriller, Gerichtsfilm), die in den Film einfliessen.

Die Horrorparts sind nebst hier und da stimmungsvollen Bilden und der Darstellung von Francis Ng (The Dragon Fighter, Satan Returns, Proud & Confidence) die Höhepunkte des Filmes. Die Längen und wenig Abwechslung im Inhalt sind Schwächen wobei hier noch die Figur Shirley erwähnt werden muss: extrem unsympathisch, extrem unrealistisch, extrem nervend. Extrem grosser Minuspunkt im Film. Sicherlich auch Geschmackssache, aber ich habe mich an ihr und dem Schauspiel von Cecilia Yip tierisch genervt. Macht viel vom Film kaputt, so dass der Film nur knapp in der Sammlung bleibt.

Infos:

O: Yung Si Kei On

HK 1993

R: Cha Chuen-Yee

D: Francis Ng, Cecilia Yip, Anthony Wong, Ivy Leung

Laufzeit der TW DVD: Ca. 95 Min.

Gesehen am: 10.08.18

Fassungen: Mir lag die DVD aus Taiwan von Scholarship vor = Gute Bildqualität, nur Mandarin Dubbed (ohne O-Ton Option Kantonesisch), englische Subs vorhanden, Ton zum Teil merklich asynchron, k.A. ob zensiert oder Uncut (in der Szene mit dem Messer und den Beinen der Frau gabs einen deutlichen Tonsprung und Szenenwechsel). DVD sehr billig auf Ebay gekauft (schon vor einem Jahr oder so, wird immer wieder zwischen 7-10 CHF angeboten). Mir fehlen Vergleichsmöglichkeiten. Es gäbe in HK eine LD (mit O-Ton und Subs aber nur Vollbild), eine VHS aus Taiwan (von einem Deutschen zum Verkauf angeboten worden) und eine VHS aus Japan (Ebay). Eine deutsche Fassung gibt es nicht (Stand: Aug. 2018).

The Song of Solomon Review

The Song of Solomon

Story:

Diverse Priester führen einen Exorzismus an einer vom Teufel besessenen Frau durch…

Meine Meinung:

Der zuerst in der «American Guinea Pig» Reihe angedachte Film hat sich als Blindkauf nicht gelohnt. Stephen Biro, Chef des US-Labels Unearthed Films, führte hier Regie. Er hat schon einige Independent Produktionen an den Mann gebracht und erweist sich dabei als Multitalent. Er produziert (A Serbian Documentary, Philosophy of a Knife), führt Regie (American Guinea Pig: Bouquet of Guts and Gore und American Guinea Pig: Bloodshock), schreibt Bücher (Hellucination, Dialogue With the Devil, Satan Reborn), gibt Independent Regisseuren einen Markt, indem er dessen Filme auf DVD / Blu-Ray vertreibt (Atroz, Francesca, Red Krokodil, Lung, Lilith's Hell, Nails, Bone Sickness) oder das Sicko-Asia Genre dem US-Fan näher bringt (Unearthed Films Veröffentlichungen zu Filmen wie der Original Guinea Pig Reihe, Junk, Evil Dead Trap 2, Black Sun – The Nanking Massacre, Red Room, Harakiri Box) und fördert Special Make-Up Künstler bei deren Arbeit (z.B. Marcus Koch, der für Effekte für Filme wie 100 Tears, Mohawk, Lung II, Frankenstein Created Bikers oder Citizen Toxie: The Toxic Avenger IV verantwortlich war).

The Song of Solomon ist technisch gut gemacht. Dies gilt für Beleuchtung, Kameraführung, Einsatz von Musik und vor allem die Spezialeffekte. Man muss sich jedoch nichts vormachen: es geht dem Film und den Machern vor allem um die ausgewalzten Spezialeffekte. Alles andere ist deutlich zweitrangiger und nicht wichtig. Das ist nicht immer gut aber auch nicht immer schlecht. Doch leider ist es in diesem Fall nicht gut.

Gründe: der Film erzeugt keine stimmungsvolle Atmosphäre. Eine Spannung ist inhaltlich sowieso nicht gegeben. Das ist schade. Harte, gut gemachte Effekte in Kombination mit einer düsteren oder nihilistischen Stimmung oder Bildsprache wäre wünschenswert gewesen. Schlecht ist zudem, dass der Inhalt nur billige Kopien von grossen Vorbildern darstellt. Noch schlimmer hingegen ist, dass viele der Figuren (leider auch die besessene Frau) grottenschlecht, dilettantisch und unfreiwillig komisch spielen – in einem Film, der versucht, todernst zu sein. Die Figurenzeichnung und miese Qualität der «Schauspieler» sind die grössten Negativpunkte, warum sich der Film nicht lohnt. Jim Van Bebber (Manson) habe ich zudem gar nicht erkannt.

Die Spezialeffekte hingegen (Film wirkt wie ein Lehrvideo für angehende Spezialeffekte Künstler) sind gut bis sehr gut in Szene gesetzt. Zudem gibt es sogar eine Hommage an Lucio Fulcis City of the Living Dead. Nett.

Fazit: Nur bedingt zu empfehlen. Fans von Independent Produktionen und reine Gore-Fans werden ggf. Freude haben, aber alle anderen regen sich ab den Schwachpunkten des Film auf. Daher: fliegt wieder aus der Sammlung!

Infos:

O: The Song of Solomon

USA 2017

R: Stephen Biro

D: Jessica Cameron, Jim Van Bebber, David E. McMahon, Scott Alan Warner, Andy Winton

Laufzeit der US-Blu Ray: Ca. 86 Min.

Gesehen am: 10.08.18

Fassungen: Mir lag das 3er Set aus den USA von Unearthed Films vor (Digipack) = Soundtrack CD, Film auf DVD, Film auf Blu-Ray. Uncut, gute Bildqualität, gute Tonqualität, keine Subs (nur englischer O-Ton), viele Extras. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2018).