Dieses Blog durchsuchen

Samstag, 19. August 2023

Thunder Cop

Thunder Cop

Story:

Draufgänger-Cop Lone (Nicky Wu), der mit seinen Vorgesetzen immer Probleme hat, gerät durch Zufall an Triaden-Boss Chiu (Winston Chao), der aus dem Geschäft aussteigen will. Beide freunden sich an. Dann soll Chiu von seinen eigenen Leuten (u.a. Ben Ng) getötet werden. Lone gerät zwischen die Fronten und rettet Chiu und wird darauf aus der Polizei suspendiert. Derweil bringt Chiu seine Freundin (Rene Liu) bei Lone unter, was zu neuen Problemen mit den anderen Mitbewohnerinnern (u.a. Carrie Ng) im Hause führt…

Meine Meinung:

Ich wusste im Vorfeld um die Schwächen von Clarence Foks (Naked Killer, Cheap Killers, Special ID) Film Thunder Cop, der übrigens mit Thunder Cops II nichts zu tun hat. So konnte ich meine Erwartungen anpassen. Ich schaue selten HK-Produktionen, die nach 1995 produziert/gedreht wurden. Die Schwächen machen einige Längen im Mittelteil, vor allem vor dem Finale, aus. Die Szenen bestehen aus komödiantischen und romantischen Szenen.

Wo der Film von Clarence Fok jedoch stark punktet sind die Actionszenen. Sichtlich beeinflusst von den John Woo Filmen The Killer, Hard-Boiled und A Better Tomorrow inszeniert Clarence Fok die Action-Szenen rasant, spektakulär und sehr stylisch. Ich fand die Actionszenen qualitativ besser als erwartet. Vor allem einfach cool gefilmt. Zwar rasant, aber nie unübersichtlich. Die Actionszenen bestehen aus Verfolgungsjagden, Stunts, Explosionen (wohl die spektakulärste Szene im ganzen Film), blutigen Shoot-Outs und coolen Kampfszenen.

Der Plot ist nichts Neues und der Film ein Genre-Mix aus Action, Triaden, Komödie und Liebesgeschichte. Ich habe nichts gegen den oft sonderbaren HK-Humor und Klamauk. Aber 1996 war der Humor bereits zahmer als in den älteren Filmen und daher traf dieser weniger meinen Geschmack. Nicky Wu (You Xia Er) hat mich in seiner Rolle überzeugt. Winston Chao hingegen fand ich schwach. Ben Ng (Red to Kill) war solide und die Mädels, u.a. Carrie Ng (Mountain Warriors), waren ebenfalls solide. Hätte es Clarence Fok durchgezogen und statt Romanze/Humor alternativ auf mehr Action gesetzt, hätte ein echter Leckerbissen entstehen können.

Fazit: So bleibt ein solider Beitrag mit starker Action. Die besten Momente hat der Film in den ersten 40 Minuten. Fans von Regisseur Clarence Fok können einen Blick riskieren!

Infos:

O: San Dip Huet Seung Hung

HK 1996

R: Clarence Fok

D: Nicky Wu, Winston Chao, Ben Ng, Rene Liu, Carrie Ng, Ivy Leung Si-Man

Laufzeit der HK-LD: 91:89 Min.

Gesehen am: 24.07.23

Fassungen: Mir lag die HK-LD von Mei Ah vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität. Von Mei Ah gibt es den Film auch auf VCD und VHS. Es gibt keine DVD, keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Juli 2023).

Freitag, 18. August 2023

The Virgin Sword

The Virgin Sword

Story:

Szu Ma Hung (Connie Chan) sucht nach den drei Mördern ihres Vaters. Auf ihrem Weg wird sie von Chin Chung Yu (Kenneth Tsang Kong) begleitet. Sie treffen auf Ah Hsiang und dessen Vater Hu Nun Chau (Sek Kin). Hu Nun Chau schickt Szu Ma Hung zu einem maskierten Meister, der ihr eine spezielle Kampftechnik beibringt und sie bewaffnet. Nun ist die Zeit der Rache gekommen, ehe Szu Ma Hung erfährt, dass die drei Killer von einer Drittperson bezahlt wurden, ihren Vater zu töten. Bezahlt von wem?

Meine Meinung:

The Virgin Sword ist für Fans, die gerne klassische Swordplay-Filme mögen, zu empfehlen! Der Ende der 60er Jahre Film aus Hong Kong ist auch aus der Hinsicht interessant, da auf Kantonesisch gedreht. Während viele andere klassische Eastern (z.B. der Shaw Brothers zu der Zeit) in Mandarin gedreht wurden, ist The Virgin Sword ein Kantonesischer Swordplay-Film. Der Film präsentiert eine der beliebtesten Hong Kong Darstellerinnen der 60er Jahre in der Hauptrolle: Connie Chan (Paragon of Sword and Knife, Paragon of Sword and Knife 2).

Sie stand in der Zeit oft nebst Namen wie Suet "Schmollmund" Nei oder Kenneth Tsang Kong (Police Story 3 Super Cop) vor der Kamera. Letzterer ist auch hier zu sehen wie auch Sek Kin (Enter the Dragon) als heimlicher Bösewicht. Der Film hat mir gefallen. Ich war aber sehr froh, eine Fassung mit verständlichen (zumindest meist) Untertiteln gesehen zu haben. Sonst hätte ich den Plot sehr wirr gefunden.

Es gibt nämlich viele Figuren und Charaktere. Einige Dinge sind mir auch jetzt noch unklar: z.B. warum Sek Kin Connies Filmvater töten liess. Das wird zwar am Ende erklärt, jedoch lagen ausgerechnet diese Szenen nur mit koreanischen Subs vor = für mich nicht verständlich. Ich erschrak auch, wie viele Szenen in der HK-Fassung fehlen, sowohl Handlung, Dialoge wie auch Gewalt! Der Film ist, wie einige andere Ende der 60er Jahre Eastern, recht blutig und kreativ.

Die Schwertkampf-Szenen sind solide. Nichts Spezielles. Besser wird es, wenn geflogen und/oder spezielle Waffen in die Kampfszenen integriert werden. Dann werden die Kampfszenen besser, interessanter und auch optisch cool. Die Kameraarbeit ist dabei teilweise originell.  Ich mochte zudem die Trainingsszenen vom Meister und Connie Chan in der Höhle mit den Laternen: optisch schick und sehr hypnotisch in Szene gesetzt! Sek Kin macht als Bösewicht eine gute Figur, Connie Chan gefällt als toughe, rächende aber dennoch reizvolle junge Kämpferin. 

Das Schauspiel des jungen Kenneth Tsang Kong hingegen fand ich doch (noch) relativ laienhaft. Interessant ist, dass diese 60er Jahre HK-Swordplay-Filme um Connie Chan, Suet "Schmollmund" Nei und Co. bei Fans scheinbar weniger beliebt sind als andere Filme dieser Art. Was The Virgin Sword angeht, finde ich (auf Englisch) praktisch nichts zum Film (Reviews z.B.). Interessant ist jedoch, dass Connie Chan und Suet Nei immerhin in Ric Meyers Buch Films of Fury: The Kung Fu Movie Book eine Erwähnung finden inklusive The Virgin Sword = das Buch wird auf die Wunschliste gesetzt!

Fazit: Wer klassische 60er Jahre Swordplay-Filme aus Hong Kong mag, sollte sich diese Sparte um die Filme mit Connie Chan, Kenneth Tsang & Suet "Schmollmund" Nei nicht entgehen lassen! Das gibt es noch Vieles zu entdecken!

Infos:

O: Juk Neoi Gim

HK 1969

R: Chan Lit-Ban

D: Connie Chan, Kenneth Tsang, Chan Ho-Kau, Shih Kein, Wong Oi-Ming

Laufzeit der Uncut Fassung: 85:18 Min.

Gesehen am: 23.07.23

Fassungen: Die HK-Fassung ist zensiert. In Korea gibt es drei verschiedene VHS. Die Fassungen sind leider Dubbed in Mandarin mit koreanischen Subs. Zwei VHS sind stark zensiert, haben aber auch Szenen, die in der TVB-Fassung fehlen. Ein VHS aus Südkorea ist jedoch Uncut. Ich zitiere meinen Kumpel C. aus Deutschland, der alle Fassungen Original zu Hause und verglichen hat:

"Bei den zwei gekürzten Virgin Swords rechts handelt es sich um echte Schwerverbrechen. Es fehlen 12 Minuten, viel wurde zensiert und den Vogel haben sie mit dem Intro abgeschossen. Es wurde ein neuer Vorspann erstellt mit Best-of-Szenen aus dem Film und währenddessen läuft noch der originale Ton samt Dialogen vom echten Intro des Films, man hört z.B. wie die zwei Typen ins Gras beißen, sieht aber nur den behämmerten neuen Vorspann. Sowas hab ich echt noch nie erlebt."

Ich habe den Film in Kantonesisch mit englischen Subs in einer Online Fassung gesehen. Fehlende Stellen wurden vom VHS aus Südkorea ergänzt = auch Uncut. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt. 


Donnerstag, 17. August 2023

Two Fists Against the Law

Two Fists Against the Law

Story:

Durch Zufall wird offenbart, dass Master Tai (Hwang Jang-Lee) Opium schmuggelt. Ein Polizist (Melvin Wong) und Co. (Chik Ngai-Hung & Alan Chui Chung-San) sagen ihm den Kampf an…

Meine Meinung:

Two Fists Against the Law ist eine von vielen Kung Fu Komödien, die Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre, vor allem in Hong Kong, erschienen sind. Two Fists Against the Law ist dabei sicherlich weniger bekannt als andere Titel dieser Art. Der Film hat auf den Filmdatenbanken imdb.com und letterboxd.com wenig schmeichelhafte Reviews erhalten. Es handelt sich um eine Seasonal Film Corporation Produktion von Ng See-Yuen (The Good and the Bad, Game of Death II).

In den Reviews auf Letterboxd wurde vor allem der Klamauk stark kritisiert. Ich fand Two Fists Against the Law solide und hatte damit meinen Spass. Ich hatte jedoch auch das Privileg, den Film im Originalton zu schauen. In Englisch synchronisiert, wäre der Film sicher kaum auszuhalten. Der Humor betrifft vor allem das übertrieben gezeichnete Aussehen und die Optik einiger Nebenfiguren (To Siu-Ming, Chiang Kam): Adipös, falsche Zähne, schielende Augen, Warzen mit Haaren etc. Der Vergleich mit Dean Shek trifft es ziemlich gut…

Abgesehen davon ist der Plot zunächst etwas wirr und episodenhaft. Wie so oft in dem Genre. Es gibt auch lahme Füllszenen. Die Musik war jedoch ok und der Cast sehr gut. Und die Kampfszenen waren erste Sahne. Der Film startet in der Hinsicht bereits spektakulär, wenn einige der Stars zum Film-Intro Kampfdemonstrationen vorführen. Alan Chui Chung-San (Crazy Horse and Intelligent Monkey, The 7 Grandmasters), der im November des Jahres 2022 verstorben ist, ist hier in einer seltenen Hauptrolle zu sehen. Für die Kampf-Choreographie zeichnete sich Chung Fat (Shadow Cop) verantwortlich, der auch in einer Nebenrolle zu sehen ist (mehr Gastauftritt).

Alan Chui Chung-San macht eine gute Figur. Was die Helden angeht ist er die Hauptperson gefolgt von Chik Ngai-Hung. Ein junger Melvin Wong (Above the Law) spielt mehr eine Nebenrolle. Aber er kämpft auch, u.a. gegen Hwang Jang-Lee, der im Finale auch zu einer fliegenden Waffe (à la Guillotine) greift. Hwang Jang-Lee (Hard Bastard) ist natürlich der Bösewicht und Star des Filmes. Er macht einen fantastischen Job und einige seiner spektakulären Kicks sind toll eingefangen worden inklusive Einsatzes von Zeitlupe. Ist der Film in den ersten ¾ lustig, so ist der Film im Finale ernst, blutig und hart – der Ton kippt, was im Eastern-Genre der damaligen Zeit so oft zu sehen war.

Fazit: Kein Kracher, aber durch und durch ok und gut! Old School Kung Fu Film-Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Shuang La

HK 1980

R: Chen Chuan

D: Alan Chui Chung-San, Hwang Jang-Lee, Chik Ngai-Hung, Melvin Wong, Chung Fat, To Siu-Ming, Chiang Kam

Laufzeit der HK-VCD: 55:56 Min. (1. Disc) / 34:03 Min. (2. Disc)

Gesehen am: 22.07.23

Fassungen: Mir lag die HK-VCD von Mei Ah vor = Vollbild, solide Bildqualität, Canto/Mandarin Audio, keine Subs, Uncut. Das VHS vom gleichnamigen Label hätte englische Subs. Auf Amazon Prime (US) gibt es eine English Dubbed Fassung. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juli 2023).