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Samstag, 26. Januar 2019

Gewalt über der Stadt Review

Gewalt über der Stadt

Story:

In Turin kommt es zu Morden, Überfällen, Erpressungen und Vergewaltigungen. Die zwei Cops Danieli (Emanuele Cannarsa) und Moretti (George Hilton) machen es sich zur Aufgabe, die Stadt sicherer zu machen. Moretti wendet im Geheimen auch illegale Mittel an, um die Gangster zu erledigen…

Meine Meinung:

Gewalt über der Stadt hat mir als Fan des Ital. Polizei- und Gangsterfilmes sehr gut gefallen. Die Story ist zunächst etwas verworren und die vorgestellten Taten wirken fast episodenhaft. Doch mit der Zeit findet man sich anhand der Plots und Figuren gut zu recht. Dass Moretti jedoch der Henker ist, der Selbstjustiz verübt und sich dabei indirekt auch seinen Partner zum Feind macht, beschränkt sich nur auf das letzte Viertel des Filmes. Die Idee hat mir aber gefallen, zumal ich Selbstjustiz-Inhalte à la Ein Mann sieht rot, Naked Vengeance und Co. einfach mag.

Der Film überzeugt weniger durch seine Action, als durch seine Stimmung. Der Film zeichnet von Beginn an ein trostloses und düsteres Gemälde, in dem nur Negatives, Mord und Gewalt herrschen und regieren. Die düstere Grundstimmung hat mir sehr gefallen, zumal sich diese auch auf die Figuren auswirkt (z.B. Beziehung von Polizist Danieli zu seiner Frau). Auch das Ende, eigentlich kein echtes Happy End, entsprach genau meinem Geschmack!

Auch die Dialoge, in der deutschen Fassung natürlich absolut grandios, machen Spass und regen hier und da zum Schmunzeln an. Die Darsteller, sowohl die Cops als auch die Mädels oder Gangster, passen perfekt zu ihrem Rollen. Der Film hat mich wegen dem Sleaze-Inhalt sogar teilweise an Der Tod trägt schwarzes Leder erinnert. Die Musik von Stelvio Cipriani tut ihr übrigens dazu (und hat mir gut gefallen).

George Hilton ist mir nicht bekannt. Er agiert aber sehr gut. Es ist sicher kein Zufall, dass sein Äusseres (Schnurrbart, Frisur) und seine Taten an Figuren erinnern, die zu genüge von einem Maurizio Merli und Franco Nero gespielt wurden. George Hilton war vor allem im Italo Western zusehen, gelegentlich auch im Giallo und fast nie im Poliziotteschi – da stellt Gewalt über der Stadt eine willkommene Ausnahme dar.

Fazit: Jedem Poliziotteschi Fan zu empfehlen!

Infos:

O: Torino violenta

Italien 1977

R: Carlo Ausino

D: George Hilton, Giuseppe Alotta, Emanuel Cannarsa, Laura Ferraro, Annarita Grapputo

Laufzeit der deutschen Blu Ray: 84:41 Min.

Gesehen am: 25.11.18

Fassungen: Siehe Stadt in Panik!

Cry of a Woman Review

 
Cry of a Woman

Story:

Korea während der Joseon-Dynastie:

Ein Geist sucht eine Familie heim, um ihren ursprünglichen Mörder zu rächen. Auf einen nach dem anderen der Familie hat sie es abgesehen…

Meine Meinung:

Cry of a Woman ist ein südkoreanischer Gruselfilm aus dem Jahre 1986 und ist ausserhalb des Landes scheinbar nie erschienen. Dementsprechend selten und im Westen unbekannt ist dieser Film bei uns. Das ist schade, denn Korea hätte einige interessante Filme dieser Art zu bieten, die jedoch ausserhalb Koreas kaum veröffentlicht wurden:

Thousand Year Old Wolf, Tyranno's Toenail (okay – das ist hingegen kein Gruselfilm), Suddenly in the Dark (dank Mondo Macabro veröffentlicht worden), Ghost Story of Chosun Dynasty (Ghost Cat), My Sister's Regrets (Geisterfrau), Resentment of Daughter-in-Law, A Horrible Double-Faced Man, Living Dead Girl (wird von Mondo Macabro kommen), Strange Dead Bodies (Remake zu Let Sleeping Corpses Lie), The Afterworld (à la Jigoku), The Vengeful Vampire Girl (Vampirhorror), Two Women from the Nether World (Genremix), Cemetery of Regret (Geister), The Neckless Murderess (ein über 1000 USD VHS) und viele mehr! Da kann man ganze Wunschlisten von seltenen Titeln erstellen, wenn man möchte…

Wer mehr über das Korea Kino der Zeit wissen möchte, dem empfehle ich diesen Blog: HIER KLICKEN!

Cry of a Woman, der Anfang November 2018 ein effektegeladenes Remake wiederfuhr (The Wrath), hat mir gut gefallen. Bis auf die Filme Suddenly in the Dark und Thousand Year Old Wolf kenne ich mich mit koreanishcen Gruselfilmen aus dieser Zeitspanne gar nicht aus. Bin ich ein Neueinsteiger, Anfänger, Greenhorn. Cry of a Woman hat mir jedoch gefallen und zugesagt.

Der Film, der dank der Zeitspanne (Joseon-Dynastie) im klassischen Setting spielt, bietet viel Suspense und stimmungsvolle Bilder. Allgemein ist der Film sehr schön gefilmt worden und einige Kameraeinstellungen hüllen den Zuschauer und die Szenerie in ein unheimliches Szenario. Dabei tragen auch die Settings viel zur unheimlichen Atmosphäre dabei (Nacht, Wälder, Friedhof, viel Nebel…).

Die Make-Up Effekte sind für heutige Standards simpel, aber der Film war trotz allem effektiver als ich das erwartet hätte. Und ich hatte an jedem Effekt, sei es nun ein Dämonen-Gesicht, etwas rotes Blut oder lange Fingernägel (oder der Effekt mit der langen Zunge oder die vampirähnliche Angriffsszene, in welcher dem Opfer Blut abgezapft wird) Freude.

Der Film hat hier und da paar Längen, was aber auch daran liegt, dass die Fassung keine Untertitel hatte. Man kann der Story trotzdem irgendwie folgen – ein Geist fährt in diverse Körper, um eine Familie zu dezimieren um am Ende den Hauptschuldigen, der für ihren früheren Tod verantwortlich ist, zu rächen. Die Figuren kann man gut unterscheiden (z.B. der alte Hausherr, dessen Frau, der Diener) und auch die junge Frau mit dem Hakenkreuz Symbol, welches sie vor dem Geist schützt, kann man somit gut erkennen und auseinanderhalten.

Die Darsteller waren auch insgesamt mehrheitlich überzeugend in ihrer Darstellung. Nur der Diener war schwächer, da in paar Szenen auch komisch asiatischer Klamauk in Verbindung bringend, der nicht so Recht zum ernsten, düsteren Grundton des Filmes passen wollte. Aber nur ein kleines Detail – als HK Filmfan der alten Schule ist man «schlimmeren» Slapstick gewohnt.

Fazit: Interessanter Gruselfilm aus Korea – bitte mehr davon! Das Remake werde ich mir wohl, interessenhalber und wegen dem Vergleich, auch ansehen!

Infos:

O: Yeogokseong

Südkorea 1986

R: Hyeok-Su Lee

D: In-Soo Sok, Gi-Jong Kim, Kye-In Lee, Yun-Hui Kim, Yun-Jeong Hong, Du-Yeol Choe, Myeong-Jin Hong, Mi-So Kim, So-Yeon Kim

Laufzeit der koreanischen VHS: Ca. 95 Min.

Gesehen am: 25.11.18

Fassungen: Mir lag das VHS aus Korea vor (Label unbekannt, da sämtliche Anschriften des VHS in koreanischer Sprache) = wahrscheinlich Uncut, recht gute Bildqualität (sah ich einige schlechtere aus Korea), in Koreanisch ohne irgendwelche Subs. Andere Fassungen scheint es nicht zu geben (Stand: Nov. 2018). Das VHS ist ein rares Sammelstück. Ich habe es von einem Schweizer Sammler abgekauft (170 CHF).

Return Engagement Review

Return Engagement

Story:

Lung (Alan Tang) wandert wegen Mordes in Kanada ins Gefängnis. Nach seiner Entlassung will er mit dem Triadenleben nichts mehr zu tun haben. Er reist nach Hong Kong, wo er seine Tochter finden möchte. Dort gerät er zwischen die Fronten von Gangstern (Simon Yam, Ku Feng) was die Suche nach seiner Tochter erschwert…

Meine Meinung:

Return Engagement überzeugt nur durch die Action und Simon Yam. Der Film bleibt auch nur deswegen und nur knapp in der Sammlung. Grund: in der ersten Stunde gibt es kaum Action, viele Längen und unglaublich nervige und kitschige Dramatik. Dies geht von Lo Mei-Mei aus, die Alan Tang hilft, seine Tochter zu finden. Lo Mei-Mei ist absolut nervig und wenig sympathisch. Dazu kommen Nebenplots (mit dem Sänger), die für die Story und den Verlauf völlig irrelevant sind. Diese hätte man zugunsten einer kürzeren Laufzeit streichen können (114 Min. Laufzeit).

Ab einer Stunde wird es hingegen besser: die Dramatik nimmt ab (leider nicht ganz), die Actionszenen nehmen zu. Diese kommen inszenatorisch zwar nicht an John Woo und Co. heran (auch viele unblutige Shoot-Outs und/oder unübersichtliche Szenen in den Massen-Shoot-Outs im Finale), aber der Film wird besser. Die Actionszenen im Hotel (Anschlagsversuch) fand ich intensiver, spannender und besser als das überladene Finale. Die Begegnung vor dem Finale (Friedhof) fand ich köstlich und sehenswert! Das liegt daran, dass Alan Tang und vor allem Simon Yam sehr gut agieren.

Vor allem Simon Yam bietet einmal mehr eine starke Leistung als hinterhältiges, ultrafieses Ekel und Bösewicht, der auch vor Mord an Kindern und dem Schänden von Frauen nicht zurückschreckt. Overacting vom Feinsten, aber ohne lächerlich zu wirken. Simon Yam sehe ich unglaublich gerne als Bösewicht. Da gibt es paar erwähnenswerte Filme mit ihm, z.B. Tiger Cage (Crime Action), Dr. Lamb (Category III), Full Contact (Ringo Lam), Run and Kill (erneut: Category III), Can't Stop My Crazy Love for You (als Stalker), Awakening (Vs. Anthony Wong), Mrs K (Vs Kara Hui), Wake of Death (Vs Van Darm), Final Run (von Philip Ko) oder The Plot (ziemlicher Kracher).

Alan Tang war auch gut. Ku Feng, Shaw Brothers Legende (The One-Armed Swordsman), war in einer Nebenrolle ohne Action als alter Gangsterboss zu sehen. Er machte eine gute Figur. Durchschnittlich und auch nur in einer Nebenrolle zu sehen: Andy Lau (Shock Wave, Proud & Confidence, Chasing the Dragon). Er kommt nur am Anfang und im Finale vor. Lo Mei-Mei war eine Katastrophe, Carrie Ng hat eine Mini-Rolle (als Ehefrau idie zu Beginn erschossen wird) und Melvin Wong (The Rape After) ist einmal mehr als Cop zu sehen (Friedhofszene).

Mix aus Drama (negativ) und Heroic Bloodshed (positiv). Die negative Dramatik hat aber Spuren hinterlassen und gewichtete das Sehvergnügen stark negativ (ich musste sogar 2-3x spulen, was selten der Fall ist), so dass der Film nur dank dem Aufdrehen von Simon Yam und Actionszenen ab einer Stunde knapp in der Sammlung bestehen bleibt.

Fazit: Erwartungen anpassen, dann werdet ihr beim Schauen weniger enttäuscht! Kein Kracher!

Infos:

O: Zoi Zin Gong Wu

HK 1990

R: Joe Cheung Tung-Cho

D: Alan Tang, Simon Yam, Ku Feng, Andy Lau, May Lo Mei-Mei, David Wu, Tse Wai-Kit, Dennis Chan Kwok-San, Melvin Wong, Carrie Ng

Laufzeit der koreanischen DVD: 114:23 Min.

Gesehen am: 25.11.18

Fassungen: Mir lag die Code Free DVD aus Südkorea von Magic Sign vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Nov. 2018).