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Mittwoch, 14. Juni 2023

Django

Django 

Story:

 

Ein Einzelgänger mit Sarg, Django (Franco Nero) ist sein Name, mischt ein kleines Städtchen auf. Im Schlepptau hat er nicht nur den Sarg, sondern auch eine Prostituierte (Loredana Nusciak), die er auf dem Weg in die Stadt befreit hat. Vor Ort legt sich Django mit dem mächtigen Major Jackson (Eduardo Fajardo) an…

 

Meine Meinung:

 

Django war zwar nicht der 1. Italo-Western, aber sicher einer der erfolgreichsten, seinerzeit härteren und vor allem einflussreichsten Filme in dem Genre. Es gab unzählige Django-Nachahmer und Quentin Tarantino huldigte dem Italo-Western Genre und insbesondere Django mit seinem Django Unchained. Der Film machte Franco Nero auch weit über das Italo-Western Genre weltbekannt.

 

Franco Nero wirkte nicht nur in weiteren Italo-Western (Compañeros) mit, sondern auch in vielen anderen Genres (Die Klette, High Crime, Ein Bürger setzt sich zur Wehr, Der Schwarze Tag des Widders, Das Verfahren ist eingestellt, vergessen Sie’s!, Wenn Du krepierst - lebe ich, Die Mafia Story, Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert) und im Ausland (Stirb langsam 2, John Wick: Chapter 2 oder aktuell gerade im Kinofilm The Pope's Exorcist) stand er ebenso vor der Kamera.  

 

Der Film von Sergio Corbucci (Leichen pflastern seinen Weg) gilt als wegweisender Klassiker. Der Film beginnt mit dem starken Django-Theme. Die Musik von Luis Bacalov (Auge um Auge) ist in einzelnen Szenen der Wahnsinn und passt gut zur Einöde und zum dreckigen Schlamm, in welchem die Stadt zu versinken droht – nebst Diktatur, Mord und Anarchie. Da kommt ein Antiheld wie Django, der mit dem mysteriösen Sarg auf Reisen ist, gerade recht.

 

Andere Filme liessen sich davon inspirieren – z.B. der japanische Film Death Trance. Da kommt ebenso ein mysteriöser Typ vor, der mit einem Sarg die Gegend unsicher macht. Und was ist mit Antonio Banderas in Desperado? Kein Sarg, aber auch ein mysteriöser Inhalt in seinem Gitarrenkoffer. Es gibt sicher unzählige weitere Beispiele.

 

Franco Nero macht seinen Job ausgezeichnet. In weiteren Rollen überzeugen Loredana Nusciak als einzige weibliche Hauptfigur, Eduardo Fajardo als Bösewicht, José Bódalo als Anführer der Mexikaner und Ángel Álvarez (A Bullet for the President) als Saloon Besitzer. Genannte Figuren haben mir in ihren Rollen sehr gut gefallen. Die stärksten Szenen hat der Film am Anfang (Intro), im ¼ des Filmes (Auftauchen in der Bar, erstes Treffen von Django und Bösewicht = wird ein toller Spannungsbogen generiert), dem Verrat von Django an seinem mexikanischen Kumpel und das Finale.

 

Die Shoot-Out Szene find ich überbewertet, allerdings wäre die Wirkung sicher anders gewesen, hätte ich den Film ohne Vorwissen dazumal bei Premiere im Kino gesehen. Für heutige Verhältnisse ist der Film auch sehr harmlos. Die FSK18 Freigabe ist ein Witz. Das Finale ist sehr kurz, aber prägend und stimmungsvoll!

 

Fazit: Must See Titel für Italo-Western Fans!

 

Gefolgt von: Django's Rückkehr

 

Infos:

 

O: Django

 

Italien, Spanien 1966

 

R: Sergio Corbucci

 

D: Franco Nero, Loredana Nusciak, Eduardo Fajardo, José Bódalo, Ángel Álvarez

 

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 91:33 Min.

 

Neusichtung am: 02.05.23

 

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Weltkino vor. Ich kannte den Film bisher nur in Englisch (US-DVD, US-Blu-Ray). Da es bei Italo-Filmen keinen echten O-Ton gibt (meist wird auch die Ital. Sprachfassung nachsynchronisiert) und die deutschen Synchros aus der Zeit dazumal hervorragend waren, entschied ich mich zum Kauf der deutschen Blu-Ray. Der Film ist Uncut und liegt in Deutsch/Ital. mit deutschen Subs vor. Die Bildqualität ist gut, der Ton jedoch enttäuschend. Der Ital. Dub ist viel besser, kräftiger. Der Ton und die Effekte der deutschen Sprachfassung kommen echt schlecht. Keine Power. Die Synchro wäre gut. Auffallend ist, dass die Dialoge im Schlussduell in allen drei Sprachfassungen (Englisch, Deutsch, Ital.) total anders sind. Da ich bisher nur den Englischen Dub kannte, waren die neuen Dialoge zuerst etwas befremdlich. Ich würde sagen, die deutsche Sprachfassung hat die lahmste «Eigen-Übersetzung» im Finale bekommen. Schade. Technisch dürfte die US-Blu-Ray von Arrow Video derzeit die beste Fassung sein.

Dienstag, 13. Juni 2023

Lethal Weapon 4

Lethal Weapon 4 

Story:

 

US-Cops (Mel Gibson, Danny Glover) und Co. (Joe Pesci, Chris Rock) legen sich mit chinesischen Menschenschmugglern und Gangstern (Jet Li, Kim Chan, Al Leong) an…

 

Meine Meinung:

 

Der vierte und bisher letzte Teil von Richard Donners Lethal Weapon-Reihe sah ich dazumal als Jugendlicher vor den drei ersten Filmen der Reihe. Das war sogar während dem Unterricht in der 10. Schulklasse. Ich glaube, ein Lehrer ist krank ausgefallen und wir guckten uns in der Klasse den Film an. So genau kann ich es nicht mehr sagen. Schon damals gefiel mir der Film und ich empfand den Film als unterhaltsam, amüsant und lustig.

 

Eine Meinung, welche ich nach wie vor Teile. Der Film ist von den vier Filmen der Unterhaltsamste. Besonders nach dem schwachen dritten Teil ist Lethal Weapon 4 sehr willkommen und eine klare Steigerung. Überraschend, dass es bisher nie einen weiteren Teil gab. Gerüchte gab es dazu jede Menge. Aber inzwischen dürften Mel Gibson (Fatman) und Danny Glover definitiv "zu alt sein für den Scheiss" (wobei Gibson noch hin und wieder in guten Filmen zu sehen ist).

 

Interessant ist, dass Lethal Weapon 4, zumindest auf Letterboxd (Social Media Datenbank für Filmfans), viele schlechte Bewertungen bekommt, da der Film angeblich "rassistisch" und "homophob" sein soll. Ich denke, dass sind wohl jüngere "Fans" der heutigen Woke-Generation, welche an allem etwas zu motzen haben, die so denken. Daher sind Reviews zu gewissen Filmen auf Letterboxd amüsant zum Lesen. Gilt auch für seltene Filme abseits des Mainstreams, die heutzutage viel einfacher die Runde machen (Grund: Streaming).

 

Lethal Weapon 4 ist natürlich weder rassistisch noch homophob, sondern bietet Stereotypen, die dazumal gern gesehen waren und macht sich gekonnt über Minderheiten lustig und die Szenen sind halt wirklich witzig. Ich empfand es als gelungenen Schachzug, Joe Pesci etwas in den Hintergrund zu drängen und mit Chris Rock eine neue Figur, die viel Humor in den Film bringt, zu präsentieren. Gelungen. Mel Gibson und Danny Glover sind ein blind eingespieltes Team. Beide machen ihren Job toll.

 

Der grosse Star ist für mich aber Jet Li (Kiss of the Dragon, The Sorcerer and the White Snake, Fong Sai Yuk). Lethal Weapon 4 ist sein US-Debüt. Zwar drehte er schon zuvor in den USA (The Master, Defector - Karate-Kickboxer), aber das waren HK-Produktionen. Spätere US-Filme konnten das Niveau von Lethal Weapon 4 nicht halten und flogen bereits aus der Sammlung (The One) und/oder werden in Zukunft nach Neusichtungen wohl entsorgt werden (Romeo Must Die, Born 2 Die). Bei einigen Titeln kann ich das noch nicht sagen (Forbidden Kingdom, War, The Expendables Reihe). In Lethal Weapon 4 spielte Jet Li erstmals einen Bösewicht. Etwas, was er selten tat (später, wenn ich nicht irre, wiederholte er dies in The Warlords).

 

Jet Li überzeugt in all seinen Szenen. Fies, böse, kaum zu besiegen, tolles Charisma. Er hätte mehr Bösewichte spielen sollen. Das hat er auch drauf. Oft gäbe man das einigen Stars gar nicht. So z.B. auch Chow Yun-Fat (in Scared Stiff). Auch seine Kampfszenen überzeugen mehrheitlich bis auf eine einzelne Sequenz, die zu sehr nach The Matrix ausschaut. Ansonsten macht er in den Kampfszenen eine gute Figur. Das Finale gegen Mel Gibson und Danny Glover (im Regen) ist eines der Highlights des Filmes. Die Choreographie steuerte Corey Yuen (Born Invincible) bei. Bei der Neusichtung stellte ich zudem fest, dass weitere bekannte HK-Stars an Bord sind, auch wenn nur in Nebenrollen aber dennoch erwähnenswert: Eddy Ko (Shaolin Drunkard) und Conan Lee (The Cyprus Tigers).

 

Der Film ist trotz seiner zwei Stunden Laufzeit zu keiner Sekunde langweilig. Der Mix aus Action, Figuren und deren Zusammenspiel sowie Humor funktioniert bestens. Eine Wohltat sind auch die Action-Szenen. Wäre der Film heute gedreht worden, wären wohl sämtliche Szenen mit Auto-Crashs, Verfolgungsjagden, Zügen, Explosionen oder Helikoptern sowie das Meer und Schiff am Anfang aus dem Rechner gekommen. So gibt es hier noch schön klassische, aufwändige und altmodische Action-Szenen mit echten Stunts, Crashs und Explosionen zu sehen (z.B. Zug der das Auto rammt und zur Explosion bringt). Toll!

 

Fazit: Starke Fortsetzung und sehenswerter Abschluss der Lethal Weapon-Reihe!

 

Infos:

 

O: Lethal Weapon 4

 

USA 1998

 

R: Richard Donner

 

D: Mel Gibson, Danny Glover, Joe Pesci, Chris Rock, Jet Li, Kim Chan, Al Leong, Rene Russo, Eddy Ko, Conan Lee

 

Laufzeit der deutschen DVD: 122:13 Min.

 

Neusichtung am: 02.05.23

 

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Warner vor = Sehr gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch mit diversen Subs, Uncut. Die deutsche Synchronisation ist gelungen. Gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray.

Montag, 12. Juni 2023

Project Wolf Hunting

Project Wolf Hunting 

Story:

 

Ein Schiff soll Schwerverbrecher (Seo In-guk, Jang Dong-yoon) aus den Philippinen nach Südkorea bringen. Während dem Transport zetteln die Gefangenen einen blutigen Aufstand und Fluchtversuch an. Doch auf dem Schiff lauert noch etwas viel Gefährlicheres (Choi Gwi-hwa) als die Verbrecher, die alsbald selbst um ihr Überleben kämpfen…

 

Meine Meinung:

 

Um Project Wolf Hunting entstand ein gewisser Hype, wenn man Foren, Social Media und Filmfest-Berichte zu Project Wolf Hunting studiert. Ich hielt meine Erwartungen, auch aufgrund Meinungen von Filmkollegen, klein. Project Wolf Hunting war für mich ok, aber kein Kracher. Der Film wird dem Hype nicht gerecht. Ich verpasste den Film leider am BRUGGGORE Filmfestival, da ich dieses Jahr keine Ferien bekam und zum Zeitpunkt des dreitätigen Filmfestes fünf Nächte gearbeitet habe.

 

Die negativen Seiten, wenn man von der sinnlosen Blowjob-Szene Mal absieht, sind eigentlich nur geringfügig: der Film ist auf Dauer zu sehr repetitiv. Das Muster ist immer das gleiche. Wie Alpha die Cops oder Killer tötet und jagt, ist zu wenig spektakulär in Szene gesetzt. Auch die Splatter-Szenen betrifft dies: meist ähnlich und fast immer das gleiche! Auf Dauer leicht ermüdend! Das ist aber auch schon das Einzige, was ich dem Film ankreiden kann.

 

Ansonsten macht Project Wolf Hunting, wie es scheint ein Regiedebüt, viel richtig: der Film ist technisch stark in Szene gesetzt, der Film legt schnell los und Längen sind Mangelware. Trotz zwei Stunden Laufzeit und repetitivem Gemetzel ist der Film unterhaltsam und auf eine Art fesselnd. Das liegt an der guten Machart, den Figuren, der Action und dem Splatter. Project Wolf Hunting dürfte in der Tat einer der blutigeren Filme aus Südkorea sein.

 

Ich mochte den Plot. Teilweise (Flashback mit Japanern, die in den 40ern Experimentieren) kamen Men Behind the Sun Vibes auf. Die mir unbekannten Darsteller spielten zwar klischeehafte Figuren, aber das mochte ich, da ich das von der Art Film sogar erwarte. Da störte mich auch das Overacting nicht. Auch dass gewisse Dinge schnell vorhersehbar (z.B., dass es noch andere Männer à la "Alpha" auf dem Schiff hat) sind, war nicht störend. Ich mag auch den zuerst ruhigen Beginn, in welcher sich die ausweglose Situation und kommende Gefahr mehr und mehr andeutet.

 

Und vor allem mag ich die Tatsachen, dass der Film eben nicht wie der "typische Südkorea-Blockbuster" wirkt. Am Kino aus Südkorea stören mich oft Überlängen (Laufzeiten), nicht wollende Enden, Längen, zu viel Drama/Herzschmerz/Kitsch oder unübersichtliche und zu schnelle geschnittene und verwackelte Action-Szenen. Und das alles war in Project Wolf Hunting nicht der Fall. Der Film ist unkonventionelles zweistündiges Action-Gemetzel auf einem Schiff. Der Film will auch nicht mehr sein, und diese simple Art und Weise schätze ich an Project Wolf Hunting.

 

Fazit: Action & Splatter-Fans können einen Blick riskieren!

 

Infos:

 

O: Neukdaesanyang

 

Südkorea 2022

 

R: Kim Hong-sun

 

D: Seo In-guk, Jang Dong-yoon, Sung Dong-il, Park Ho-san, Jung Moon-sung, Jung So-min, Choi Gwi-hwa

 

Laufzeit der UK-Blu-Ray: Ca. 122 Min.

 

Gesehen am: Ende April 2023

 

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von Kaleidoscope vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Die UK-Variante war im Kauf günstiger als die amerikanische von Well Go USA oder die deutsche Variante von Capelight (Pre-Order – soll am 5. Mai 2023 erscheinen).